Lexikon

Native Advertising

Was ist Native Advertising?

Native Advertising ist eine Form der Werbeanzeige, bei der werbliche Inhalte im gleichen Stil wie redaktionelle Beiträge des veröffentlichenden Mediums aufbereitet werden.

Native Advertising sind digitale Werbeanzeigen, die wie journalistische Inhalte wirken. „Native“ bedeutet in diesem Zusammenhang „vertraut“ und „Advertising“ steht für „Werbung“. Native Advertising ist dementsprechend eine Art von Werbe- und Markenbotschaft, die in einer Form präsentiert wird, die der sonstigen Inhaltsstruktur der Seite angepasst ist. Im Idealfall soll dem Besucher der Seite nicht auffallen, dass es sich bei dem Inhalt um Werbung handelt.

Nutzerverhalten als Fundament für Native Advertising

Liest ein Leser einen Artikel zu einem bestimmten Thema, wird das Nutzerverhalten ausgewertet und zur potenziellen Platzierung von Native Advertising verwendet. Hier wird auf freiwilligen Werbekonsum abgezielt – denn hält ein Nutzer ein bestimmtes Thema für interessant, ist es wahrscheinlicher, dass er auch einen Artikel zum gleichen Thema liest, den ein Hersteller dort platziert hat. 

Native Advertising als umstrittene Werbeform

Beim Native Advertising werden die Inhalte so platziert und aufbereitet, dass sie dem Stil der redaktionellen Inhalte der entsprechenden Webseite angepasst sind. Native Advertising geht über einfache Werbebotschaften hinaus:  So werden Inhalte geliefert, die einen tatsächlichen Mehrwert für die Leser bieten. Besonders gelungene Beispiele von Native Advertising passen sich sowohl im Wording, als auch im Stil an die Artikel an, die ansonsten auf der Webseite erscheinen und die das Publikum des betreffenden Mediums dort erwartet.  Diese sorgfältige redaktionelle Einbettung macht es so schwierig, Native Advertising auf den ersten Blick erkennen. Deswegen müssten diese Inhalte auch als Werbung gekennzeichnet werden. Klare Regeln darüber, wie Native Advertising zu kennzeichnen seien, gibt es allerdings nicht. Die Transparenz und Standards der Branche variieren von Medium zu Medium.

Native Advertising goes viral

Der Mehrwert, den Native Advertising bietet, ist einer der größten Vorteile. Denn interessante Artikel, die geschickt aufbereitet sind, haben ein großes Potenzial Leser anzulocken und Klicks zu generieren. Nutzer sozialer Netzwerke teilen oft Inhalte des Native Advertising, die ihnen gefallen. Durch das Liken, Teilen und Kommentieren der Inhalte steigt die Interaktionsrate, was gleichzeitig zu einer Steigerung der Glaubwürdigkeit der platzierten Anzeigen und Unternehmen führt. 

Native Advertising versus Advertorials

Das Phänomen des Native Advertising ist relativ neu, während Advertorials schon seit längerer Zeit insbesondere im Zusammenhang mit Printmedien geläufig sind. Medienwissenschaftler und Journalisten sind sich jedoch nicht darüber einig, wie genau die beiden Begriffe voneinander abzugrenzen sind. Denn: Sowohl Native Advertising als auch Advertorials liefern Inhalte, denen man nicht auf den ersten Blick ansehen soll, dass sie werblich sind. So sind manche Medienexperten der Meinung, dass Native Advertising Content nichts anderes sei als Advertorials in neuem Gewand. Andere wiederum vertreten die Ansicht, dass Inhalte des Native Advertising immer versuchen, die Tonalität des Mediums zu treffen und damit die gewünschte Zielgruppe zu erreichen, während dies bei Advertorials nicht immer der Fall sei.

Beispiel

Die auflagenstarke Nachrichtenseite "XYZ" veröffentlicht eine Serie von Artikeln, die sich mit Reisen beschäftigen. Jede Woche wird über ein Reiseziel auf einem anderen Kontinent berichtet. Die Artikel sind als "Sponsored Content" gekennzeichnet. Dahinter steht der Telekommunikationsanbieter "LMNOP", der mit diesen Beiträgen seine Auslandstarife und -pakete in den Fokus bringen möchte.


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