Lexikon

Nebenjob

Was ist ein Nebenjob?

Als Nebenjob wird eine berufliche Tätigkeit bezeichnet, die oft neben dem Studium, der Kindererziehung oder einer Haupttätigkeit maximal zwischen 20 und 30 Stunden pro Woche ausgeübt wird.

Welche Arten von Nebenjobs gibt es?

Die gängigsten Nebenjobs lassen sich beispielsweise im Supermarkt als Warenverräumer, in der Gastronomie als Service- oder Küchenkraft, und privat als Babysitter finden. Doch mittlerweile haben sich auch ganz ungewöhnliche Möglichkeiten ergeben, das eigene Budget aufzustocken. Da wirken selbst das Modell, der Briefe-Sortierer oder der Komparse noch releativ unspektatulär, vergleicht man diese mit dem Geschenkeverpacker, dem Youtuber (Produkttester) oder Spieletester in Werbeagenturen. So zeigt sich, dass der Nebenjob nicht immer nur eine unangenehme Sache auf dem Weg zu mehr Bargeld sein muss, sondern durchaus Potential hat, aus seinem Hobby Kapital zu schlagen. Unterschieden wird bei den Nebenjobs zwischen Schüler,- Studenten- und Teilzeitjobs. Die Höhe des Nebenverdienstes legt außerdem die steuerlichen Verpflichtungen fest. Der klassische Minijob hat eine steuer- und sozialversicherungsfreie Grenze von 450 Euro im Monat.

Schülerjobs

Die Altersgruppe der Schüler stellt eine besondere Ausnahme auf dem Arbeitsmarkt dar. Selbst mit einer Einverständniserklärung der Eltern dürfen die Jugendlichen nur in einem begrenzten Zeitraum und unter bestimmten Bedingungen das Taschengeld. In Deutschland besagt das Jugendschutzgesetz, dass Menschen bis zum 15. Lebensjahr als Kinder gelten und daher von jeglicher Arbeit befreit sind. Allerdings gibt es Ausnahmen. Nach dem 13. Geburtstag können die Schüler leichte Arbeiten (Zeitungsaustragen, Hausarbeit) für ca. zwei Stunden pro Tag, nicht während der Unterrichtszeit und nicht nach 18 Uhr ausgeführt werden. Zwischen 15 und 18 Jahren gelten die Schüler als Jugendliche und erhalten damit weniger beschränkte Möglichkeiten, einen Nebenjob auszuführen. Laut dem gibt es für diese Altersgruppe die Erweiterung, während der Ferien (für die Zeit also nicht vollzeitlich schulpflichtig) maximal 8 Stunden pro Tag und vier Wochen am Stück zu arbeiten.

Studentenjobs

Bei den Studenten gestaltet sich die Einteilung der Arbeitszeit etwas einfacher. Hier besteht jedoch die Regelungen, dass maximal 20 Stunden pro Woche nebenberuflich gearbeitet werden darf. Denn hauptberuflich ist der Student dazu verpflichtet, für das Studium ausreichend Zeit zur Verfügung zu haben. Seit der Einführung des Mindestlohngesetzes ist der ursprüngliche Minijob vor allem für Studenten mit hohen Arbeitsstunden nicht mehr das passende Jobmodell. Daher gilt für Vollzeit-Studierende, wer langfristig mehr als 450 Euro aber maximal 850 Euro verdient, zahlt nur auf Freiwilligenbasis in die Renten,- Pflege- und Arbeitslosenversicherung ein. Von der Einkommenssteuerpflicht ist der Student in der sogenannten Gleitzone befreit. In diesem Fall zahlt der Arbeitgeber einen Pauschalbetrag (15%), abhängig von der geleisteten Arbeitszeit. Der Arbeitnehmer kann, sofern in der Gleitzone tätig, selbst entscheiden, ob er einen eigenen Beitrag für die Rentenversicherung (also Sozialausgaben) zahlen möchte. Der Eigenbeitrag würde dann 3,7 % des Einkommen betragen. Die Befreiung ist aufgehoben, sobald der Verdienst höher als 850 Euro pro Monat liegt. Eine weitere Einschränkung beim Zusatzeinkommen besteht, wenn die Studentin Bafög erhalten. Hier ist festgelegt, dass ein Jahreseinkommen von 4.880 Euro brutto nicht überschritten werden darf. Falls doch, stellt das Bafög-Amt eine entsprechende Rückzahlung von zuviel gezahlter Ausbildungsförderung in Rechnung.

Teilzeitjob

Wer in Teilzeit arbeitet, nutzt die gleichen Vorgaben und Bedingungen wie die Studenten. Doch aufgrund der erhöhten Arbeitszeit, fallen höhere Beiträge für die Sozial- und Arbeitslosenversicherung an. Sofern die Steuerklasse gleich ist, bestehen in diesem Fall auch ähnliche Vorgaben bezüglich Abgaben zur Lohn- und Einkommensteuer. Die reguläre Arbeitszeit für Teilzeitkräfte beträgt 6 Stunden pro Tag bzw. 30 Stunden pro Woche.

Steuerregelungen bei Nebenjobs

Lohn- und Einkommenssteuer werden gemäß der persönlichen Steuerklasse eines Arbeitnehmers berechnet. Die gängigste Klasse ist die Steuerklasse I, welche für Ledige oder dauerhaft-getrennt Lebende Ehepartner gilt. Hier gibt es Steuerfreibeträge in Höhe von 8354,99 Euro pro Jahr. Um die Lohnsteuer zu berechnen, muss dieser Freibetrag vom jährlichen Bruttoeinkommen abgezogen werden. Allerdings ist zu beachten, dass im Falle einer Haupttätigkeit, die Nebentätigkeit bei einem Einkommen von über 450 Euro in der Steuerklasse VI (mit den höchsten Abzügen) steuerlich geltend gemacht wird.

Beispiel

Katja ist Jurastudentin und hat einen Nebenjob als studentische Aushilfe in einer Kanzlei. Da ihre Haupttätigkeit das Studium ist, wird ihr als Ledige die Steuerklasse 1 zugeschrieben. Sie arbeitet jedoch mehr als die regulären 20 Stunden pro Woche, weshalb ihr Einkommen genauso versteuert werden wie bei Arbeitnehmern in Vollzeit: 25 Stunden wöchentliche Arbeitszeit und ein Brutto-Jahresgehalt in Höhe von 12.000 Euro. Die allgemeinen Besteuerungsmerkmale ihres Nebenjobs lauten wie folgt:

ErgebnisBetrag DurchschnittsbelastungGrenzbelastung
Einkommensteuer 580,00 Euro4,83%20,65%
Solidaritätszuschlag0,00 Euro0,00%
Summe 580,00 Euro 4,83


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