Lexikon

Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Was ist eine Offene Handelsgesellschaft?

Die Offene Handelsgesellschaft ist eine Personengesellschaft, bei der sowohl mit Gesellschafts- als auch Privatvermögen gehaftet wird. 

Die Offene Handelsgesellschaft kann zu der Gruppe der Personenhandelsgesellschaften gezählt werden, wobei der Fokus jedoch ganz klar auf den Eigenschaften einer Gesellschaft liegt. Die OHG stellt keine juristische Person dar, besitzt allerdings eine gewisse Rechtsfähigkeit. So kann die OHG zum Beispiel Verbindlichkeiten eingehen oder vor Gericht verklagt werden. Doch wie sieht es in Hinblick auf die Haftung aus? Im Rahmen der Offenen Handelsgesellschaft haften die Gesellschafter den Gläubigern der OGH gegenüber nicht nur mit dem eingelegten Gesellschaftsvermögen, sondern darüber hinaus auch mit ihrem Privatvermögen unbeschränkt und persönlich. Dies geht natürlich einher mit einem erhöhten Risiko für die Gesellschafter, sodass diese Rechtsform inzwischen immer mehr von haftungsbeschränkten Rechtsformen abgelöst wird.

Die Gründung einer OHG

Um eine Offene Handelsgesellschaft zu gründen, bedarf es mindestens zwei Gesellschaftern, wobei dies natürliche Personen oder aber auch juristische Personen sein können, wie beispielsweise Kommanditgesellschaften, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts oder auch eine andere OHG. Handelt es sich bei den Gesellschaftern um natürliche Personen, müssen es, bis auf wenige Ausnahmen, Kaufmänner sein.

Die Gründung einer OHG erfolgt durch einen Gesellschaftervertrag, wobei die Handelsgesellschaft dann bei dem jeweiligen Amtsgericht registriert und in das Handelsregister eingetragen wird. Dabei müssen die vollständigen Namen und Wohnorte der Gesellschafter, der Firmenname und der Sitz sowie die individuelle Vertretungsmacht der einzelnen Gesellschafter angegeben werden.


Die Auflösung einer OHG kann stattfinden, wenn der Gesellschaftsvertrag abgelaufen ist, ein Beschluss der Gesellschafter darüber erfolgt, ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft eröffnet wird oder ein Gerichtsentscheid vorliegt. Ein Gesellschafter scheidet dann aus der OHG aus, wenn er stirbt, sein Vermögen einem Insolvenzverfahren unterzogen wird, ihm gekündigt wird, die Gesellschafterversammlung dies beschließt, durch die Kündigung durch einen Privatgläubiger des Gesellschafters oder wenn ein im Gesellschaftsvertrag vereinbarter Ausscheidungsgrund greift.

Beispiel

Dirk Bauer und Bernd Schmidt wollen einen Onlineshop hochziehen. Da sie sich schon seit Jahren und sich gegenseitig vertrauen, gründen sie gemeinsam eine OHG, die sie notariell beglaubigen lassen.


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