Lexikon

Six Sigma

Was ist Six Sigma?

Six Sigma ist eine Methode zur Qualitätssteigerung in Unternehmen, indem dort die Prozesse optimiert werden.

Six Sigma ist eine Methodik im Rahmen des Qualitätsmanagements, die in den 1980er Jahren bei Motorola entwickelt und erstmalig angewandt wurde. Der Begriff "Six Sigma" wurde durch Jack Welch geprägt, welcher in den 1990er Jahren mit dieser Methode einen grundlegenden Wandel bei General Electric herbeiführte. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff?


Eigentlich beschreibt das Wort Sigma die Standardabweichung von der Gaußschen Normalverteilung. Übertragen auf die Qualitätsmanagement-Methode Six Sigma wird das sogenannte Sigma-Niveau mithilfe der auftretenden Fehlerquote innerhalb eines Geschäftsprozesses errechnet – je näher das Niveau an sechs Sigma liegt, desto besser – wobei das Niveau sechs Sigma einem Null-Fehler-Prozess entspricht. Die Anwendung der Methode Six Sigma soll also durch eine Reduzierung der Prozessfehler und einer gleichzeitigen Fokussierung auf den Kunden, zu einem weitaus höheren Gewinn führen.

Der Prozess DMAIC hinter Six Sigma


Die statistische Methode Six Sigma arbeitet mit einem klar strukturierten Prozess, dem sogenannten DMAIC, welcher die Phasen Define, Measure, Analyze, Improve und Control beinhaltet. In der D-Phase werden die untersuchten Prozesse mit Daten und Fakten beschrieben. Anschließend werden in der M-Phase die Prozessleistungen gemessen und in der A-Phase detailliert analysiert. Probleme, die in der Analysephase ausgemacht werden konnten, werden nun in der I-Phase nach ihren Ursachen untersucht und behoben. Wie bei vielen anderen Prozessen auch bildet die C-Phase den Schluss, indem hier die Verbesserungen überwacht und kontrolliert werden. Mit Hilfe dieses Prozesses können die Qualität optimiert, Kosten signifikant gesenkt und die Kundenzufriedenheit gesteigert werden. Vor allem im Bereich der Fertigungsprozesse findet Six Sigma seine Anwendung.


Six Sigma kann nicht von beliebigen Mitarbeitern angewandt oder gelehrt werden, sondern wird von speziell ausgebildeten Fachkräften durchgeführt, die eine Qualifikation auf verschiedenen Niveaustufen aufweisen (Yellow, Green, Black und Master Black Belt).


Eine Weiterentwicklung von Six Sigma ist Lean Sigma, bei der Grundsätze des Lean-Management mit den Ansätzen von Six Sigma kombiniert werden.

Beispiel

Die Bedeutung der Six Sigma-Ziele wird gerne durch dieses Beispiel dargestellt: Selbst wenn eine niedrige Fehlerquote von einem Prozent angenommen würde (Qualitätsniveau = 99 Prozent) so bedeutet dies immer noch weltweit 20.000 verlorene Briefsendungen, 5.000 ärztliche Kunstfehler pro Woche, 7 Stunden ohne Strom pro Woche usw. Six Sigma ist daher eine Methode, die insbesondere im produzierenden Industriebereich – zum Beispiel bei Motorola – Anwendung findet, um entsprechende Fehlerquoten zu senken.