Lexikon

Veräußerungskosten

Was sind Veräußerungskosten?

Bei Veräußerungskosten handelt es sich um jegliche Anwendungen und Kosten, welche durch einen Handel oder Verkauf veranlasst wurden. Es muss somit ein direkter Sachbezug zum Veräußerungsvorgang bestehen.

Veräußerungskosten sorgen für die Verminderung für den steuerbegünstigten Veräußerungsgewinn. Da es für den Veräußerer günstiger ist, wenn die im zeitlichen Zusammenhang mit der Veräußerung entstandenen Aufwendungen nicht den Veräußerungskosten, sondern den übrigen Betriebsausgaben zugeordnet werden können, ist die zutreffende Abgrenzung entsprechend dem sachlichen Zusammenhang der Aufwendungen wichtig. Bei Beratungskosten, Maklerprovisionen, Notar- und Grundbuchgebühren sowie Gutachterkosten handelt es sich um Veräußerungskosten.

Ebenfalls zu den Veräußerungskosten zählt die Vorfälligkeitsentschädigung, welche ein Gewerbetreibender zahlen muss, da er im Rahmen der Betriebsveräußerung einen betrieblichen Kredit vorzeitig ablöst. Ähnlich zur Veräußerung ist es auch mit einer Abfindung, wie es z.B. von Pensionsansprüchen geregelt. Schließlich zählen zu den Veräußerungskosten auch die durch den ¬Veräußerungsvorgang entstehenden Steuern. Dies sind vor allem die Grunderwerbsteuer und ggf. die Umsatzsteuer, soweit diese im Einzelfall nicht als Vorsteuer abgezogen werden. Auch eine nach § 18 Abs. 4 UmwStG anfallende Gewerbesteuer mindert den Veräußerungsgewinn, welcher mit den Veräußerungskosten in Verbindung steht.

Veräußerungsgewinn Bei Ermittlung des Veräußerungsgewinns nach a § 8b Abs. 2 Satz 2 KStG werden die Veräußerungskosten miteinbezogen. Bei dem Veräußerungsgewinn handelt es sich um den Betrag, der sich aus dem Veräußerungspreis nach Abzug der Veräußerungskosten bzw. der Anschaffungs-/Herstellungskosten bzw. den Buchwert eines Wirtschaftsguts oder einer Sachgesamtheit überschreitet. Der aus der Veräußerung kommende Gewinn ist steuerpflichtig. Handelt es sich bei einem Veräußerungsgegenstand um einen land- und forstwirtschaftlichen, gewerblichen oder freiberuflichen Betrieb, Teilbetrieb oder Mitunternehmeranteil, so wird der Veräußerungsgewinn nur bei Übersteigung von 45.000 Euro, wenn der Steuerpflichtige das 55. Lebensjahr vollendet hat oder dauernd berufsunfähig ist, eingesetzt. Bei einem Veräußerungsgewinn können sich ungewöhnlich hohe Einkünfte in einem einzigen Jahr zutragen. Aus diesem Grunde wird oft eine Progressionsglättung vorgesehen, welche eine Maßnahme zur Verhinderung einer Zusammenballung von zu hohen Kosten bei der Einkommenssteuer bedeutet. Außerdem ist es dem Steuerpflichtigen einmal in seinem Leben gestattet für einen Teilbetrag des Veräußerungsgewinns bis zu 5 Mio. Euro einen ermäßigten Steuersatz (56 % des Durchschnittssteuersatzes) nach § 34 III EStG zu beantragen.

Die Gewinne, welche sich aus der Veräußerung von Wirtschaftsgütern des Privatvermögens unterliegen nicht der Einkommensteuer. Dennoch wurde dieser Grundsatz durch weitgehende Ausnahmen zunehmend beschränkt.

Beispiel

Bei dem Gutachten des Steuerberaters über die steuerliche Behandlung der Anteilsveräußerungen, den Kosten für die Wertermittlung der verkauften GmbH-Anteile (Kosten der Due-Diligence und den Vermittlungsprovisionen für die Vermittlung von Käufern der GmbH-Anteile handelt es sich um Veräußerungskosten.

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