Lexikon

Verlustvortrag

Was ist ein Verlustvortrag?

Der Verlustvortrag bezeichnet einen Verlustrücktrag, der nicht berücksichtigt wurde oder auf einen Antrag nicht durch Verlustrücktrag berücksichtigte Verluste, welche in dem tatsächlichen Jahr entstanden sind. Sonderausgaben ausgehend von der Gesamteinkunft können im Veranlagungszeitraum vorrangig abgezogen werden.

Bei einem Verlustvortrag handelt es sich um einen Verlustrücktrag, welcher nicht berücksichtigt wurde oder auf einen Antrag hin nicht durch den Verlustrücktrag bei den Verlusten, welche in dem Jahr entstanden sind, berücksichtigt wurden. Bei Sonderausgaben verhält es sich so, dass sie von den Gesamteinkünften auch vorrangig abgezogen werden können, sollten sie sich im Veranlagungszeitraum befinden. Der jeweilige Abzug wird nur dann genehmigt, wenn die Verluste in den vorangegangenen Zeiträumen der Veranlagung nicht abgerechnet wurden laut § 10d II EStG.

Beschränkung des Verlustvortrages Der Verlustvortrag ist seit 2004 mit einer Beschränkung von 1 Million Euro oder bei einer Zusammenveranlagung mit 2 Millionen Euro ausführbar. Eine Minderung von 60 % darf bei dem verbleibenden Rest des Gesamtbetrags der Einkünfte und ein Rest von 40 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte über 1 Million Euro und bei einer Zusammenveranlagung 2 Mio. Euro - geht bleibt stets steuerpflichtig. Der nicht verbrauchte Rest des Verlustvortrags wird als Verlustvortrag ins nächste Jahr übertragen.

Die Verlustaufstellung

In der Verlustaufstellung findet sich derjenige Verlustvertrag, der am Schluss des Veranlagungszeitraumes verbleibt und dort gesondert festgestellt wird. Verlustvortrag im Gewerbesteuerrecht Im Gewerbesteuerrecht gibt es keinen Verlustrücktrag laut § 10a GewStG. Sollte es sich um einen negativen Gewerbeertrag handeln, kann dieser nur in den nächstfolgenden Erhebungszeitraum vorgetragen werden und im aktuellen Jahr sodann mit einem positivem Gewerbeertrag verrechnet werden. Die Möglichkeit einer Verrechnung ist jedoch nur gegeben, wenn der positive und negative Gewerbeertrag vom gleichen Unternehmen und vom gleichen Unternehmer erwirtschaftet wurden. Hier gelten dieselben Einschränkungen wie bei der Einkommensteuer.

Verlustvortrag im Studium

Bei einem Erststudium und einer Erstausbildung sind die Studiumskosten ebenso als Verlustvortrag geltend zu machen. Zu dem Studiumskosten zählen: Die Studiengebühren, Miete und Ausgaben für Arbeitsmaterialen laut Definition Sonderausgaben dar. Diese können nicht in Folgejahren geltend gemacht werden, sondern nur in dem Jahr, in dem sie anfallen. Können aber als Verlustvortrag geltend gemacht werden.

Beispiel

Anne hat 2012 Vollzeit gearbeitet und keine Verluste in diesem Sinne gemacht. Außerdem hat sie noch Ihre Steuererklärung abgegeben. 2013 lief hingegen nicht sehr erfolgreich und sie büßte Verluste ein. Sie entschied sich daraufhin für einen Verlustrücktrag. Das Finanzamt leitet jetzt Ihren Steuerbescheid für 2012 wieder für sie in die Wege und verrechnet Ihre Einnahmen aus 2012 mit den Verlusten aus 2013. Die Verluste mindert ihr zu versteuerndes Einkommen. Sie bekommt also durch den gemachten Verlustrücktrag Steuern vom Finanzamt zurück.


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