Lexikon

Vertraulichkeitsvereinbarung

Was ist eine Vertraulichkeitsvereinbarung?

Die Vertraulichkeitsvereinbarung schafft die Voraussetzung dafür, bestimmte Informationen mit einem Investor zu teilen und sich seiner Verschwiegenheit sicher zu sein.

Nahezu jede ernsthafte Gesprächsaufnahme von Gründern mit einem Venture-Capitalist setzt voraus, dass sich über Geschäftsinformationen ausgetauscht wird, die nicht öffentlich sind und daher nicht jedermann zugänglich sein dürften. Es entspricht daher dem legitimen Schutzbedürfnis der Gründer, diese Informationen vor ungehindertem Zugriff zu schützen. Mit der Vertraulichkeitsvereinbarung verpflichten sich die Vertragsparteien zu einer solchen Geheimhaltung.


Von einer Vertraulichkeitsvereinbarung sollten sämtliche Informationen erfasst werden, die dem Gesprächspartner übergeben oder zugänglich gemacht werden und einer entsprechenden Vertraulichkeit bedürfen. Auszunehmen sind Informationen, die dem Vertragspartner oder der Öffentlichkeit bereits vor der Mitteilung nachweislich bekannt sind. Darüber hinaus fallen auch Informationen raus, die ohne Verstoß gegen die Vertraulichkeitsvereinbarung bekannt werden oder durch Gesetz oder behördliche Auflage zu offenbaren sind. Auch Informationen, die dem Vertragspartner rechtmäßig von einem Dritten offenbart werden sind in den meisten Fällen nicht durch Vertraulichkeitsvereinbarungen zu schützen.

 

Vertraulichkeitsvereinbarung und Vertragsstrafen

 

Bei einer Vertraulichkeitsvereinbarung ist stets auch zu überlegen, ob die Geheimhaltungsverpflichtung mit einer Vertragsstrafe versehen werden sollte. Zwar ist jede rechtliche Regelung nur so wirkungsvoll, wie die mögliche Sanktion hierfür, doch eine sehr scharfe Vertragsstrafe kann die gewünschte vertrauensvolle Zusammenarbeit erheblich strapazieren.


Einige erfahrene Gründer verzichten gänzlich auf Vertraulichkeitsvereinbarungen, weil sie der Meinung sind, ein natürliches Vertrauensverhältnis wäre sinnvoller für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit. Ob eine Vertraulichkeitsvereinbarung sinnvoll ist, hängt also immer von den beteiligten Akteuren und der Qualität der Idee ab.


Alternative Begriffe, die stellvertretend häufig für die Vertraulichkeitsvereinbarung genutzt werden, sind "Non-Disclosure Agreement", „NDA“ oder „Confidentiality-Undertaking“.

Beispiel

Geht ein junges Gründerteam zu einem Investor, um sich über ein Investment in Form von Venture-Capital auszutauschen, wird im Vorfeld häufig eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnet, um dem Team die Sicherheit zu geben, dass die Idee nicht "geklaut" werden kann.

Alternative Schreibweisen und Falschschreibungen:

Non-Disclosure Agreement, NDA, Confidentiality-Undertaking