Christian Otto Grötsch, dotSource, Kundenbindung, social commerce, tipps

Mehr als 500.000 Online-Shops buhlen allein im deutschsprachigen Raum um die Gunst ihrer Kunden. Um sich an diesem Markt zu etablieren und von der Masse an Online-Shops abzuheben, benötigen Shopkonzepte ein deutliches Alleinstellungsmerkmal. Es gilt, schnell erste Käufer zu gewinnen, sie zu überzeugen und so eine dauerhafte Kundenbindung zu erreichen.

Eine kürzlich veröffentlichte Bitkom-Studie legt eine hohe Wechselbereitschaft der Online-Shopper offen: Rund 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihre bisher besuchten Online-Shops verlassen würden – zu Gunsten anderer, unterhaltsamerer Angebote. Für neu gestartete Shops ist dies eine große Chance. Sie können von Anfang an ihre Onlinepräsenz an den veränderten Kundenbedürfnissen ausrichten.


Das Abheben von der Masse an Webshop-Angeboten gelingt vor allem demjenigen, der es schafft, seine Shopbesucher gezielt in seinen Onlineshop einzubeziehen. Dies ist die Aufgabe von Social Commerce. Ziel ist es nicht nur, mit wenig Aufwand neue Kunden zu gewinnen, sondern auch, bestehende Kunden dauerhaft an den Shop zu binden. Social Commerce trägt dazu bei, die Anonymität eines Online-Shops zu verringern und Käufer nachhaltig vom Shop zu überzeugen. Ein besonders starker Wiedererkennungseffekt wird geschaffen, das Einkaufserlebnis durch unterhaltende und lebendige Elemente bereichert. Folgende Social-Commerce-Maßnahmen erleichtern Online-Shopbetreibern den Start und sorgen für eine effiziente Neukundengewinnung:

1. Aktivieren Sie Ihre Besucher

Eine lebendige Online-Community ist die Basis des Social Commerce. Erhöhen Sie die Verweildauer Ihrer Kunden und damit deren Bindung an den Shop, indem Sie ihnen die Möglichkeit geben, sich selbst aktiv im Shop einzubringen. Community-Elemente wie Foren oder Blogs können hierfür wirkungsvolle Instrumente sein und fördern den gegenseitigen Austausch – über das Warensortiment, Erfahrungen mit bestimmten Produkten oder Fragen zu Versand und Bezahlweise. Durch diese Nutzergemeinschaft entsteht das Gefühl eines Miteinanders, der Shop wird mit Leben gefüllt und verliert seine Anonymität.

2. Machen Sie Ihre Kunden zu Experten

Geben Sie Ihren Kunden die Möglichkeit, selbst zu empfehlen und zu beraten. Durch eine gezielte Einbindung der Kunden über Kommentare und Bewertungen generieren Sie für Interessenten eine wertvolle Kaufentscheidungshilfe mit einer besonders hohen Glaubwürdigkeit. Dadurch erübrigt sich oft die Recherche nach Hintergrundinformationen zu bestimmten Produkten. Fragen der User werden häufig untereinander beantwortet.

Studien geben der Effektivität dieser Maßnahme Recht: Mehr als 80 Prozent aller Online-Shopper beziehen die Erfahrungsberichte Anderer in ihre Kaufentscheidungen mit ein. Indem Sie Bewertungen auf Ihrer Seite bündeln, sorgen Sie für besser informierte Kunden, die sich beim nächsten Einkauf gerne an die Hilfestellung erinnern. Nutzen Sie das Kundenfeedback, um Optimierungspotential zu erkennen und beteiligen Sie sich aktiv an den Diskussionen.

3. Lassen Sie Ihre Kunden für sich arbeiten

Einen Teil Ihrer Marketingaktivitäten können Sie durch Social Commerce an Ihre Kunden übertragen. Durch die Möglichkeit, bestimmte Produkte oder den Shop an Freunde weiterzuempfehlen, machen Sie Ihre Kunden zu Beratern und sparen Kosten.

4. Lernen Sie Ihre Kunden kennen

Um sich von der Anonymität vieler Online-Shops abzuheben, können den Kunden praktische Werkzeuge zur Personalisierung an die Hand gegeben werden. Wunsch- oder Hochzeitslisten sind bereits weit verbreitet und bieten für Käufer wie Verkäufer einen großen Nutzen: Während der Shopbesucher ihn interessierende Artikel zunächst in seinem Mitgliederbereich abspeichern kann, profitiert der Shopbetreiber von einer erhöhten Wiederbesuchsrate. Häufig werden auch Freunde auf die Wunschlisten verwiesen, so dass Listen auch zur Neukundengewinnung beitragen.

5. Werten Sie den Shop optisch auf

Ihre Kunden können wertvolle Beiträge zur optischen Aufwertung Ihres Online-Shops leisten. Beispielsweise schaffen von den Usern hochgeladene Fotos oder Videos durch ihre hohe Anschaulichkeit zusätzliche Kaufimpulse für unentschlossene Besucher. Vor allem bei High-Involvement-Themen wie Shops für bestimmte Sportarten oder Modeshops empfiehlt sich dieses Instrument.

Welche Elemente sich für den jeweiligen Shop eignen, muss individuell entschieden werden. Dabei gilt es, die eigene Zielgruppe, ihre Medienkompetenz sowie ihre Bedürfnisse genau zu kennen. Social-Commerce-Elemente sollen das Einkaufen intuitiver, einfacher und unterhaltsamer gestalten. Hilfreich sind Befragungen der eigenen Kunden, wie die Neuerungen angenommen werden, sowie eine verständliche Anleitung („Wie funktioniert…?“).

Am Anfang jedes Shopkonzepts sollte eine genaue Analyse der Zielgruppe und ihrer Bedürfnisse stehen. An welchen Stellen leisten Zusatzfunktionen wie Bewertungssysteme oder Kommentarfunktionen wirkliche Hilfestellung? Versetzen Sie sich in die Lage Ihrer Kunden, um herauszufinden, welche Ansprüche sie an Ihren Online-Shop haben und wie ihnen der Besuch so angenehm wie möglich gestaltet werden kann.

Über den Autor:

Christian GrötschChristian Otto Grötsch ist Gründer und Geschäftsführer der dotSource GmbH und startete seine Karriere bei dem multinationalen Onlineauktionshaus auXion. Nachdem er Onlineauktionssysteme in fünf verschiedenen Ländern erfolgreich auf den Weg gebracht hatte, wechselte er im Jahr 2000 zur Intershop Communications AG, wo er in den Bereichen Kernproduktentwicklung und Presales-Beratung tätig war. 2006 gründete Christian Otto Grötsch zusammen mit Christian Malik die Social-Commerce-Agentur dotSource, die seitdem auf über 40 Mitarbeiter wachsen konnte. Firmenintern brachte er 2007 das Social-Commerce-Projekt Preisbock.de zur Marktreife, das sich als selbstständige GmbH unter seiner Leitung zum populärsten Liveshopping-Anbieter im deutschsprachigen Raum entwickelt hat.

GD Star Rating
loading...
Alle Bilder in diesem Artikel unterliegen der Creative-Commons-Lizenz (Namensnennung-Keine Bearbeitung, CC BY-ND; Link zum rechtsverbindlichen Lizenzvertrag). Ausgenommen sind anders gekennzeichnete Bilder unter anderem von Panthermedia, Fotolia, Pixelio, Morguefile sowie Pressefotos oder verlagseigenes Bildmaterial.