Für ein Startup gibt es kaum etwas Wertvolleres als eine konsequente Pressearbeit. Ein redaktioneller Artikel wird je nach Publikation von Tausenden oder Zehntausenden Konsumenten gelesen. Zudem trägt der Inhalt des Artikels das Gütesiegel der Redaktion. Schließlich vertrauen die Leser darauf, dass die jeweilige Publikation sie mit relevanten, interessanten und aktuellen Informationen versorgt. Die Effektivität einer Meldung in den Medien ist deshalb um ein Vielfaches höher als beispielsweise eine Anzeige, die vom Leser in der Regel nur unterbewusst wahrgenommen wird.

Obwohl sich quasi jedes Startup dieser Tatsache bewusst ist, kümmern sich nur wenige wirklich nachhaltig darum, in den relevanten Medien kontinuierlich vertreten zu sein. Sie versenden einfach plump Pressemitteilung auf Pressemitteilung über große Verteiler und wundern sich später dass nichts passiert. Dabei ist gute PR-Arbeit ein Element, das quasi von jedem Gründer mit dem entsprechenden Vorwissen hervorragend betrieben werden kann. Denn wer kann das eigene Unternehmen auch besser nach außen kommunizieren als ein Gründer selbst? Doch bei guter PR-Arbeit ist wie so oft Selbstanpacken die beste Devise.
Identifiziere die relevanten Zeitungen und Magazine
Der erste Schritt um in irgendeiner Form in den Medien abgedruckt zu werden, ist es, die richtigen Ansprechpartner herauszufinden. Dafür muss man zunächst eine Liste von allen Magazinen und Zeitungen (on- und offline) erstellen, die in der jeweiligen Branche wichtig oder für die eigene Thematik relevant sind. Achte darauf Publikationen auszuwählen, die Deine Zielgruppe liest. Es bringt Dir nicht viel in Industriekreisen bekannt zu sein, wenn das Ziel der Pressearbeit ist, das Endkundengeschäft anzukurbeln.
Hier sind ein paar hilfreiche Links:
- http://www.profikiosk.de - Auflistung von deutschen On- und Offline-Magazinen (insgesamt über 4000 Fachmagazine)
- http://www.bdzv.de/zeitungswebsites.html - Der Bundesverband deutscher Zeitungsverlage bietet eine Übersicht aller Zeitungen, die im Web mit einem redaktionellen Angebot vertreten sind
- http://www.zeitung.de - bietet eine Liste aller deutschsprachigen Zeitungen, d.h. auch Publikationen in deutscher Sprache aus anderen Ländern
- http://www.presse-im-handel.de/ - alle deutschen Printerzeugnisse im Einzelhandel
- http://www.newsletter-verzeichnis.de/ - Deutschlands größtes Newsletter-Verzeichnis
Lerne die relevanten Journalisten persönlich kennen
Wenn die Liste der relevanten Publikationen komplett ist, musst Du den jeweils zuständigen Journalisten oder Redakteur ausfindig machen. Deine Pressearbeit wird immer wesentlich mehr Erfolg haben, wenn man den Ressortverantwortlichen direkt kontaktiert. Um dessen Kontaktinformationen zu bekommen, muss man sich zunächst ein oder zwei Aussgaben der jeweiligen Publikation kaufen und nach Artikeln suchen, die sich mit der eigenen Thematik beschäftigen. Lese diese gründlich und suche anschließend nach den Namen der Autoren und wenn möglich einer Telefonnummer oder E-Mail-Adresse.
Wie man ins Gespräch kommt
Hast Du den passenden Journalisten gefunden, ist die halbe Miete bereits gewonnen. Schreibe eine Mail oder rufe am besten persönlich an (notfalls in der Redaktion!). Da Du ja gerade einen oder zwei Artikel des Journlisten gelesen hast, solltest Du Dich direkt darauf beziehen: “Sie haben doch gerade einen sehr interessanten Artikel zum Thema XYZ geschrieben, haben Sie sich schon mal mit ABC beschäftigt? …” Soetwas kommt bei Journalisten immer gut an, nämlich wenn jemand sich mit der Arbeit tatsächlich auseinandergesetzt hat. Stelle in diesem Zusammenhang Dein Startup vor. Letzteres ist quasi wie ein Elevator Pitch nur ohne finanzielle Kennzahlen – also etwas, was jeder Gründer aus dem effeff beherrschen muss.
Wichtig! Trete dabei immer wie ein Kenner des Markts – also wie ein Experte – auf (mit der gewissen Unabhängigkeit, sprich auch Wettbewerber loben, etc.). Journalisten suchen nach Gesprächspartnern, die nicht einseitig nur das eigene Unternehmen kennen und loben, sondern die Position eines Journalisten als Unabhängige Instanz respektieren und auch schätzen. Ist das erste Eis gebrochen, frag den Journalisten höflich, in welcher Form Du ihn bei passenden Themen kontaktieren darfst. Frage ebenfalls nach seinem Themenkatalog für die nächsten Monate. Erläute, wie Du bei bestimmten Themen helfen könntest, z.B. Inhalte beisteuern, als Interviewpartner zur Verfügung stellen, etc. Häufig greifen Journalisten solche Fäden auf und kommen ganz schnell wieder auf einen zurück.
Mit etwas Ausdauer und Vorarbeit kann man sich als Gründer auf diese Weise einen Verteiler aufbauen, der von der Qualität und Effektivität nicht zu schlagen ist. Das beste daran: Den persönlichen Kontakt zu einem Journalisten kann einem niemand wieder wegnehmen. Auch für zukünftige unternehmerische Projekte kann man so immer wieder auf die eigene Arbeit zurückgreifen und mit guter Pressearbeit seinen Wettbewerbern ein Schnippchen schlagen.
Sascha Langner ist Experte für Internet-Marketing. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Guerilla Marketing, Mundpropaganda und Beeinflussungstechniken. Er ist Autor des Bestsellers “Viral Marketing” sowie zweier Praxisleitfäden zum Thema Online-Marketing. Sein kostenloser Marketing-Newsletter informiert monatlich mehr als 7.500 Entscheider aus Marketing und Vertrieb über neue Online-Strategien und -Taktiken (www.marke-x.de). Seit 2007 ist Sascha Langner zudem Geschäftsführer der Smartdex GmbH, einem Marktplatz für Direktmarketingadressen (www.smartdex.de).

Danke für den Artikel!
Hab in dem Moment danach gesucht, als ihr ihn veröffentlicht habt!
Klasse!
Sascha, Dankeschön! Dein Beitrag sollte jedem Gründer ans Herz gelegt werden.
Hallo,
ein hilfreicher und guter Artikel, zudem nicht so lang. Die Links finde ich sehr hilfreich, sehr wichtig für ein Startup und für Anfänger. Vielen Dank.
Viele Grüße
Kreshnik Myftari
http://www.semester-books.de
Gute Tipps. Das macht ja fast die Spezialagentur überflüssig. Was mir fehlte waren ein paar Sätze zum Thema Marken-Monitoring (wie bleibe ich auf dem laufenden über das was im Netz über mich gesagt wird) und SEO (gute PR kann der Motor für frischen Google-Traffic sein siehe Mister Wong). Ein Tipp für me2-Startups: Analysiert den Big Player im Markt! Identifiziert seine Schwächen. Macht das zu eurer Story. Journalisten und Leser lieben es, wenn etablierte Größen aufs Korn genommen werden.
[...] des Autorenteams im Dezember scheint erste Früchte zu tragen. Zum einen gibt Sascha Lagner Startups Tipps zur Pressearbeit und zum anderen beantwortet Till Göhre die Frage, was Produktmanagement in Startups eigentlich [...]
Warum gibt es zu euren Artikeln noch keine Printversion?
@Christian
Danke für Deine Anregung, darüber werden wir uns auf jeden Fall Gedanken machen.
hi,
eine gute seite ist auch: http://www.pz-online.de/ – da kann man auch gut nach genres suchen.
lg
lars.
[...] Erfolgreiche PR-Arbeit für Startups Für ein Startup gibt es kaum etwas Wertvolleres als eine konsequente Pressearbeit. Ein redaktioneller Artikel wird je nach Publikation von Tausenden oder Zehntausenden Konsumenten gelesen. Zudem trägt der Inhalt des Artikels das Gütesiegel der Redaktion. Schließlich vertrauen die Leser darauf, dass die jeweilige Publikation sie mit relevanten, interessanten und aktuellen Informationen versorgt. Gründerszene [...]
Vielen Dank für die guten hilfreichen Tipps.
http://www.azubia.de
[...] sollte, beschreibt Sascha Lagner in einem Artikel auf Gründerszene.de – good reading … http://www.gruenderszene.de/marketing/erfolgreiche-pr-arbeit-fur-startups-%E2%80%93-personlicher-kon... 0 Kommentare, Kommentieren oder [...]
Das alte Leid der PR: Jeder kann sie. Einen (kurzen) Artikel gelesen, da wird “ja fast die Spezialagentur überflüssig”, wie oben in einem Kommentar erwähnt. – Und wer ein wenig auf gruenderszene.de rumsurft, der gründet morgen selbst das next big thing… – Das große Glück der PR: Nur wenige können sie. Probiert es aus.
[...] Erfolgreiche PR-Arbeit für Startups von Gründerszene [...]
Das Groteske an einem solchen, etwas naiven Artikel ist, dass die Gründer das wirklich glauben. Insofern stimme ich PR-Fuzzi völlig zu. Sie glauben, dass “jeder Journalist happy ist, wenn er mit einer neuen Geschichte auf die gerade erschienene angesprochen wird” – die Praxis zeigt: Nein, so ist es wirklich nicht.
Und: Die Spezialagentur beginnt ihre Arbeit dort, wo der Artikel aufhört: Bei der passenden Themensuche, bei der Nutzung etablierter Kontakte, bei einer strategischen Planung der PR-Arbeit.
Es gibt genügend Agenutren für PR, die sich auch Startups leisten können und die 10mal mehr Ergebnisse produzieren werden als ein Startup, das es mit halber Kraft und gesundem Halbwissen selber versucht.
ZUmal doch etwas fraglich ist, wo der Autor seine PR-Sporen verdient haben will, die er hier in einem Fachartikel äussert…
Wie schafft Mann es dass ein Journalist /Redaktor über seine Startup schreibt?
Was macht ein Journalist neugierig?
Was benötigt ein Journalist? Sein Ziel ist mehr Lesern.
vielen dank für den artikel!
ich kann der kernthese aus eigener erfahrung nur zustimmen: auf den persönlichen kontakt kommt es an! Und: PR ist chefsache! Zeigt mir ein start up, dass aufgrund einer agentur mit super PR glänzt…
zum thema (spezial)agenturen: aus eigener erfahrung rate ich jedem startup dringend davon ab, für presse mit ETABLIERTEN agenturen zusammen zu arbeiten! Zumindest in deren standardmodellen… die agenturen sind teuer und eure 3 oder 5 K pro moant sind für die nicht wichtig und entsprechend ist auch der service, den ihr kriegt. Bei newcomern für die ihr wichtig seid, mag das anders sein. wenn geld bei euch keine rolle spielt, auch o.k.
ein guter weg, mit spezialagenturen zusammen zu arbeiten, ist der, projektbasiert vorzugehen. und das wichtigste projekt ist eine PRESSETOUR. Die agentur soll diese für euch organisieren. sprich, die haben persönliche kontakte zu den redaktueren und die redakteure werden euch dann treffen und kennen lernen.
[...] Bei der Gründerszene gibt es Tipps bzgl. erfolgreicher PR-Arbeit für Startups [...]
interessante Diskussion!
[...] der PR: Wie man sich als Gründer bei Journalisten bekannt macht und damit den Grundstein für eine erfolgreiche PR-Arbeit legt, darüber gibt es zahllose schlaue Texte. Nur bei der Umsetzung hapert es meist: Wer sich auf [...]
[...] Das Thema wird ja öfter mal diskutiert, siehe auch jüngst von der Gründerszene Artikel von Sacha Langner . [...]