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Social Media Marketing ist ein Fass ohne Boden. Oder? Häufig wird kritisiert, dass der Erfolg in sozialen Netzwerken kaum messbar ist. Und abgesehen von der Messbarkeit lässt sich dann noch darüber streiten, wie viel ein Fan, Follower oder Blogleser überhaupt wert ist. Dabei gibt es mittlerweile viele Werkzeuge, die zumindest einen Einblick in die Reichweite der Kampagnen geben oder einen Vergleich mit der Konkurrenz ermöglichen. Marketing-Expertin Jasmin Schindler stellt zehn Tools vor, die sich im Agenturalltag bewährt haben, um Erwähnungen zu verfolgen, Interesse zu messen und Veränderungen in der Reichweite abzubilden.

1. Google Alerts: Erwähnungen verfolgen

Egal welchen Online-Marketing-Kanal ein Unternehmen betreibt oder ob bisher nur offline geworben wurde: Wenn das Unternehmen, die Marke oder der Mitarbeitername erwähnt werden, möchte das Unternehmen das erfahren. Google Alerts helfen automatisch auf dem Laufenden zu bleiben.

Mit Google Alerts können Themen und Keywords verfolgt werden, um beispielsweise auf dem neuesten Stand zu sein oder Stellung zu beziehen, wenn ein Thema irgendwo im Internet diskutiert wird.

2. Icerocket: Blog-Suche

Mit Icerocket können Blogs, Twitter, Facebook und Bilder nach Keywords (oder Firmennamen) durchsuch werden. Die Daten lassen sich auch als RSS-Feed erzeugen, sodass die Informationen im Feedreader problemlos integriert werden können.

3. HowSociable?: Sichtbarkeit in sozialen Medien

Ergänzend zu Google Alerts und Icerocket bietet HowSociable? die Möglichkeit, die Häufigkeit von Erwähnungen auf sozialen Plattformen wie Twitter, Facebook, Youtube, aber auch Twitpic und Vimeo anzuzeigen. Daraus wird ein Sichtbarkeitsindex errechnet, der alleinstehend kaum, im Vergleich mit Anderen jedoch eine recht hohe Aussagekraft hat.

4. Omgili – Oh My God I Love It

Wenn man Foren nach bestimmten Keywords absuchen möchten, ist Omgili genau das richtige Tool. Die Einstellmöglichkeiten zum Zeitrahmen des Beitrages, der Anzahl an Antworten und Diskussionsteilnehmern sind hilfreiche Ergänzungen.

5. Twittercounter: Den Verlauf der Follower zeigen

Wieviel ist ein Follower wert? Keine leichte Frage. Schließlich freut sich aber jeder Social Media Account Manager, wenn sich die Zahl der “freiwillig Zuhörenden” erhöht. Den Verlauf der Follower und Followings (auch im Vergleich zur Konkurrenz) kann man mit Twittercounter darstellen.

6. Backtweets: Reichweite auf Twitter

Backtweets analysiert die Twitter-Präsenz eines Accounts wie zum Beispiel Tweets, Followers, “Beeinflusser” und “Beeinflusste”. Weiterhin verfolgt das Tool, wie oft ein Link von wem getwittert wurde. Da nicht jeder Twitter Client alle (organischen) Retweets sichtbar macht, hilft dieses Tool um die Reichweite eines getwitterten Links zu veranschaulichen.

7. Link-Kürzungsdienste: Interesse für Links

140 Zeichen lassen nicht viel Platz für lange Links. Link-Kürzungsdienste wie bit.ly lösen dieses Problem und bieten obendrein die Möglichkeit, Klicks auf den getwitterten Link zu tracken. Auch wenn die Anzahl der Klicks von diversen Faktoren abhängt (Tageszeit, “Konkurrenz” zu anderen Themen, Formulierung), geben sie Aufschluss über das Interesse an einem Link.

8. Feedburner: Blog-Reichweite

Sollte ein Unternehmen den RSS-Feed über Feedburner anbieten, kann den dazu angebotenen Statistiken der Erfolg des Blog gemessen werden. Aus den Statistiken kann man die Anzahl der Besucher, der Abonnenten und Zugriffquellen entnehmen. Nützliche Daten, um die Reichweite zu analysieren, auch wenn diese nur eine begrenzte Aussagekraft über die Qualität der Beiträge haben.

9. Facebook Insights: Fan-Statistiken

Die “Fankurve” auf Facebook anzeigen – das geht mit Facebook Insights. Hier können Unternehmen sehen, welcher Beitrag die meisten Kommentare,Likes und Impressionen bekommen hat, woher Ihre Fans kommen sowie Daten über Geschlecht und Alter der Fans.

10. Google Analytics

Das wohl mächtigste kostenlose Tool ist Google Analytics. Der Google Analytics URL-Builder hilft, individuelle Parameter an Links auf die eigene Website anzuhängen. Darüber können dann auch Verkäufe nachvollzogen werden, die über Besucher aus den sozialen Netzwerken kamen. Die Anzahl der Zugriffe, Verweildauer und Absprungrate sind interessante Daten, die mit dem Tool je nach Zugriffsquelle gewonnen werden können.

Können Unternehmen mit diesen Tools den Erfolg ihrer Social-Media-Kampagnen messen? “Zum Teil” ist hier die passende Antwort. Schließlich gibt es einige Kritikpunkte, die man in Bezug auf die Werkzeuge gelten lassen muss:

  • Was verrät schon ein Sichtbarkeitsindex von 93 über den Erfolg in den sozialen Medien? Viele Daten, Kurven, Indizes und Co. sind alleinstehend wenig aussagekräftig, sie müssen mit Konkurrenten verglichen beziehungsweise über einen Zeitraum beobachtet werden.
  • Kein Tracking ist perfekt. Durch die immer länger werdende Customer Journey kann wohl kaum ein Tool den Weg eines Kunden perfekt abbilden. Ob ein Nutzer also tatsächlich auf Twitter zuerst auf den Shop aufmerksam wurde, dann nachdem Mitarbeiternamen gegoogelt und nochmal auf einer Preisvergleichsseite recherchiert hat, bis er schließlich gekauft hat – Unternehmen werden es kaum exakt herausfinden können.

Nicht nur Facebook oder Twitter selbst, sondern auch die genannten Tools können auch einmal einen Aussetzer haben:

  • Wenn es nur um den ROI geht, ist Social-Media-Marketing der falsche Weg. Es ist nicht die Schuld des Online-Marketing-Kanals oder des Messinstruments, wenn falsche Ziele mit Social-Media-Marketing verfolgt werden. Man sollte im Hinterkopf behalten, dass die Präsenz in sozialen Netzwerken die Interaktion mit (Neu-)Kunden fördert, eine engere Bindung aufbaut wird, Unternehmen Gesicht zeigen, greifbar werden und Feedback einholen können. Der Abverkauf muss hier eine untergeordnete Rolle spielen.
  • Erfolg = Reichweite? Einige Tools bilden lediglich die Reichweite von Maßnahmen ab. Hat ein Link beispielsweise auf Twitter verhältnismäßig viele Klicks abbekommen, kann das daran liegen, dass der Tweet wirklich interessant war oder verschiedene Bots und Spammer die Statistik verfälschen. Klingt radikal, ist aber so.
Bild: Benjamin Klack  / pixelio.de