In den 1990er Jahren war es für Unternehmen innovativ, einen eigenen Internetauftritt zu haben. Webspace-, Domainkauf und Websitepflege waren bereitwillig getätigte Investitionen. Mit der Entwicklung des Web 2.0 und der zunehmenden Relevanz Sozialer Netzwerke, Communities und Weblogs geht die Präsenz eines erfolgreichen Unternehmens weit über die eigene Domain hinaus. Die Einen ergreifen ihre Chance und profitieren von der großen Reichweite der neuen Kanäle, während Andere zunächst überfordert fragen: „Müssen wir jetzt auch noch twittern?“, „Was sollen wir bloggen?“ und „Brauchen wir eine Fanseite?“

Wenn von Sozialen Netzwerken die Rede ist, spricht man automatisch von Facebook. Mit aktuell über 500 Millionen Nutzern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk weltweit. Diese kaum vorstellbare Nutzerbasis macht das Portal auch für Unternehmen immer attraktiver. Warum beschränken sich die Unternehmen nicht auf ihren eigenen Internetauftritt? Die Antwort darauf ist klar: Auf einfachem und kostengünstigem Wege können viel mehr Nutzer erreicht werden, als es über die eigene Domain möglich wäre.

Ende 2008 hatten gerade einmal fünf der im Deutschen Aktien Index (DAX) notierten Unternehmen eine Facebook-Fanseite, heute sind alle mehr oder weniger professionell vertreten. Informationen und Statistiken zu den auf Facebook aktiven Unternehmen kann man auf Markenlexikon.com und auf Facebakers nachlesen.
Was kann eine Facebook-Fanseite leisten?
Eine Unternehmenswebseite soll Informationen über Produkte, Dienstleistungen, Karrieremöglichkeiten oder geplante Aktionen für Partner, Interessenten und Kunden zugänglich machen. Das Problem dabei ist jedoch, dass nur die Nutzer eine Unternehmenswebseite direkt ansteuern, die bereits vom Unternehmen gehört haben oder deren Interesse über andere Marketingaktionen bereits geweckt wurde.
Eine Facebook-Fanseite wird vielleicht nicht im gleichen Umfang die Unternehmensinformationen widerspiegeln, kann sich jedoch das virale Potential des Social-Networks zunutze machen. Denn die Facebook-Fanseite hat im Gegensatz zur Firmen-Webseite die Möglichkeit, durch Empfehlungen und „Likes“ neue Nutzer zu erreichen. Sicher kann man auch auf einer Firmen-Webseite einen Like-Button integrieren und dadurch Aufmerksamkeit erlangen. Häufig sind die Nutzer einer Plattform aber weniger geneigt, diese zu verlassen. Sie suchen die Präsenz einer Marke oder eines Unternehmens im gleichen Netzwerk.
Außerdem wird oft auch empfohlen, auf der Facebook-Fanseite nicht einfach die Firmen-Website zu spiegeln, sondern neue Inhalte und Mehrwerte zu bieten. Ob nun Gewinnspiele, Aktionen zum Mitmachen oder Feedback-Runden – die Möglichkeiten sind dank eigens programmierbarer Fanseiten-Tabs und Applikationen vielfältig.
Was soll eine Facebook-Fanseite leisten?
Eine Facebook-Fanpage nützt einem Unternehmen nur, wenn sie dem Nutzer einen Mehrwert bietet und dadurch weiterempfohlen wird. Das Ziel muss sein, eine Community aufzubauen. Es geht schließlich nicht in erster Linie darum, den Abverkauf eines Produkts oder die Akquise von Kunden zu forcieren. Die Markenbekanntheit, Reputation und Kommunikation mit der Zielgruppe sollten im Vordergrund stehen. Über Maßnahmen zum Thema Facebook-Fanseiten-Performance hat Mario Korösi bereits auf Gründerszene geschrieben.
Eine weitere Funktion von Facebook-Fanseiten ist die Möglichkeit, dem sonst sterilen Unternehmen ein Gesicht zu geben. Geschäftsführer und Mitarbeiter können beispielsweise Fotos aus dem Arbeitsalltag veröffentlichen, obwohl das eventuell nicht zu jedem Unternehmen passt. Erfahrungsgemäß wollen Internetnutzer aber Gesichter sehen. Selbst wenn diese Maßnahme auch auf einer firmeneigenen Internetpräsenz denkbar ist, bringt es auf Facebook-Fanseiten doch einen größeren Ertrag, weil Inhalte leichter geteilt und weiterempfohlen werden können.
Vorteile von Facebook-Fanseiten
Die Vorteile von Facebook-Fanseiten gegenüber einem eigenen Internetauftritt sind der Kostenfaktor und das virale Potential. Eine Facebook-Fanseite ist einfach zu erstellen und (abgesehen von den personellen Ressourcen für die Erstellung) kostenlos. Über die Facebook-Fanseite kann ein Unternehmen zusätzlichen Traffic für den eigenen Shop, die Webseite oder den Blog generieren. Diesen Effekt kann man mit Hilfe von Webanalyse-Tools wie etwa Google Analytics (und dem Einsatz von Tracking-Parametern) sogar messen.
Was kaum messbar, aber noch wichtiger ist, sind das aufgebaute Vertrauen und die Markenbekanntheit über Facebook-Fanseiten, die langfristig zu mehr Verkäufen führen. Jedoch muss sich der Marketing-Manager davon verabschieden, einen exakten ROI ermitteln zu können. Social-Media-Marketing kann nicht als reiner Abverkaufskanal dienen, sondern ist als langfristiges Projekt zu sehen, das der PR und dem Branding dient.
Ein weiterer Vorteil von Facebook-Fanseiten ist der Kontakt, der ohne Vermittler zwischen Endkunden und Unternehmen entsteht. Man kann in diesem Kontext beobachten, dass Unternehmen zunehmend eine ganze Abteilung für den Support ihrer Kunden über Facebook beschäftigen. Diesen Kundenservice kann man sicher auch über das Kontaktformular auf der Firmen-Domain abwickeln, jedoch spricht dagegen, dass man seine Kunden dort abholen sollte, wo sie sich befinden: Sie surfen auf Facebook! Die Verweildauer auf Facebook ist unangefochten hoch im Vergleich mit den deutschen Top-Marken, was auf die Spiele, Applikationen und weitere Faktoren zurückzuführen sein dürfte.

Nachteile von Facebook-Fanseiten
Grundsätzlich ist das Risiko bei einem neuen Marketing-Kanal stets, dass man viel falsch machen kann. Gerade abgebrochene Marketing-Maßnahmen wirken unprofessionell und sprechen sich auch schnell rum. Deshalb sollte zu Beginn realistisch eingeschätzt werden, welche Plattform nachhaltig gepflegt werden kann. Auch eine Facebook-Fanseite erfordert Aufwand – nicht nur bei der Erstellung, sondern vor allem bei der Betreuung und fortlaufenden Aktualisierung.
Beispielsweise müssen Seiten-Administratoren regelmäßig die Pinnwand der Facebook-Fanseite überwachen, denn je nachdem, wie die Einstellung für die Pinnwand einer Facebook-Fanseite festgelegt ist, können Fans oder auch Dritte neben den Administratoren an diese schreiben, Links und Bilder posten. Das birgt das Risiko, dass Werbung von Konkurrenten oder einfach Spam auf der Facebook-Fanseite landet.
Dass Facebook-Marketing auch negative Konsequenzen nach sich ziehen kann, ist aufgrund der Beispiele von Calvin Klein, KitKat und BP deutlich geworden. Es ist das Risiko einer Facebook-Fanseite, dass man sich auch der negativen Kritik stellen muss. Das kann mühsam sein und erfordert gerade in Krisensituationen das Geschick der Marketing-Manager.
Wie bei allen anderen Marketing-Maßnahmen verbreiten sich negative Erfahrungen sehr viel schneller als die positiven Erlebnisse. Dieser Effekt wird durch das virale Potential Facebooks noch verstärkt. Gerade deshalb sollten negative Meinungen weder einfach ignoriert noch automatisch gelöscht werden.
Bringen Facebook-Fanseiten tatsächlich etwas? Beispiel
Hält eine Facebook-Fanpage denn tatsächlich, was sie verspricht? Untersuchungen der Universität Harvard an einem Fallbeispiel haben dazu folgende Erkenntnisse geliefert: Das Harvard Business Review hat anhand einer bekannten Bäckereikette getestet, ob eine Fanseite bei Facebook einen zusätzlichen Effekt für das Unternehmen bringt.
Um dies herauszufinden, wurden vor der Implementierung der Facebook-Fanseite E-Mails mit einem Fragebogen an 13.270 Personen geschickt. Die Rücklaufquote lag bei 5,2 Prozent (689 Stück). Nachfolgend wurde die Facebook-Fanseite aufgesetzt und die 13.270 Personen aus dem E-Mail-Verteiler wurden als Facebook-Fans eingeladen. Kurze Zeit später wurden die 13.270 Fragebögen erneut an die gleichen 13.270 Personen verschickt.
Dieses Mal lag die Rücklaufquote bei acht Prozent (1.067 Stück). Zusätzlich konnte man beobachten, dass die Kundenbeziehung zum Unternehmen sich veränderte. Die Facebook-Fans der Bäckereikette kauften zwar immer noch für den gleichen Betrag ein, jedoch öfter als zuvor. Auch die Weiterempfehlungsrate der Facebook-Fans stieg an. 75 Prozent der Facebook-Fans empfohlen die Bäckereikette weiter, unter den Nicht-Fans lag die Quote bei 66 Prozent. Der Effekt der Facebook-Fanseite war also deutlich spürbar.
Gefahren der Beschränkung auf Facebook
Der Hype um Facebook-Fanseiten geht sogar so weit, dass Unternehmen komplett auf die eigene Unternehmenshomepage verzichten. Am Beispiel FHM kann man dies am besten nachvollziehen. Besucht man heute die Seite www.fhm-magazin.de, wird man direkt zu Facebook weitergeleitet. Mutiger Early Mover oder einfach nur ein (zeitlich begrenzte) Aktion, um Aufmerksamkeit zu erregen?

Welche Gefahren gehen mit dem blinden Vertrauen gegenüber den Sozialen Netzwerken einher? Vorstellbar ist beispielsweise, dass in Zukunft auch Abrechnungssysteme für Soziale Netzwerke wie Facebook eingeführt werden. Unternehmen, die zu diesem Zeitpunkt aber bereits Facebook-Fans in Millionenhöhe haben, bleibt dann nahezu keine andere Wahl, als den Bedingungen der Netzwerkbetreiber zuzustimmen.
Aktuell kaum vorstellbar, aber nicht unmöglich ist eine Insolvenz der Sozialen Netzwerke. Was wäre, wenn Unternehmen wie Facebook, Google und Apple bankrott gingen? Das Platzen der Dotcom-Blase Anfang des Jahrtausends hat gezeigt, dass nichts unmöglich ist. Was würde dann mit den Millionen Facebook-Fans und Inhalten, die im Laufe der Zeit aufgebaut wurden?
Des weiteren ist Facebook immer wieder im Zusammenhang mit Datenschutz-Diskussionen in den Medien. Es gilt abzuwarten, ob dieses Thema der Plattform irgendwann zum Verhängnis werden kann oder das Netzwerk schon viel zu groß geworden ist und sich an solchen „Kleinigkeiten“ nicht mehr aufhalten muss.
Ein letzter Punkt sind die allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook, die es den Betreibern erlauben, Facebook-Profile ohne vorherige Warnung einfach zu löschen. Der Reputationsverlust wäre in dem Falle erheblich. Und wie auch schon im Zusammenhang mit Twitter angesprochen („Verbrennt Social Media unser Geld?“ von André Nitz), sitzen die Plattformen am längeren Hebel und sind letztendlich niemandem Rechenschaft schuldig.
Fazit: „‘Facebook-Ära‘ hin oder her“
Sowohl die eigene Domain als auch die Facebook-Fanseite bergen Vor- und Nachteile. Der Verzicht auf eine eigene Domain ist ein sehr gewagter Schritt, der aber über kurz oder lang in eine Sackgasse führen könnte. Ist nicht die Integration der Kanäle, also die Verknüpfung von Facebook- und Twitter-Marketing mit der Webseite gerade die Kunst? Kann man so nicht eine Omnipräsenz schaffen, anstatt einen Kanal völlig aufzugeben?
Es kommt auf die jeweilige Zielgruppe an. Ein traditionelles Unternehmen („der alten Schule“) wird wahrscheinlich nicht von heute auf morgen seine Webseite abschalten und nur noch auf Facebook zu finden sein. Die FHM-Aktion ist deshalb eher als Experiment zu betrachten, das für die meisten Marken und Unternehmen wenig bringen würde. „‘Facebook-Ära‘ hin oder her“, wie Sabine Bürger auf derstandard.at treffend formuliert.

Ich hab mir vorletzte Woche auch mal Zeit genommen und eine Facebook Fanseite erstellt. (http://www.facebook.com/burschenverein.flossenbuerg)
In der zweiten Woche hatte die Seite 1063 Besucher und mittlerweile über 119 “Fans”, was für einen kleinen Verein von ca 20-30 Mitglieder recht hoch ist. Außerdem können natürlich Termine perfekt über die Fanseite beworben werden und bei Kritik kann sofort geantwortet werden.
Ob Firmen aber komplett auf eine Website verzichten sollten würde ich verneinen. Ich sehe Facebook hier eher als Trend. Auch würde es für mich offline noch komisch aussehen wenn ein Unternehmen nur mit seiner Facebook Fanpage auf der Visitenkarte wirbt. Die Verbindung zwischen eigener Website und Social Media Aktivitäten macht doch erst den Reiz aus.
Wie es sich wirklich alles entwickelt bleibt natürlich abzuwarten.
by Mario
Jede Produktseite, die mich zwingt auf Facebook einzuloggen, nur damit ich ein paar Informationen finden kann, wird von mir nicht genutzt.
Also das komplette Aufgeben der eigenen Domain und Website stellt sich meiner Meinung nach nicht zur Diskussion. Das Risiko ist einfach viel zu gross. Man legt dadurch die komplette Webpräsenz in die Hände von Facebook. Und bei FB kann man nun wirklich nie wissen, was die als nächstes machen. Da kann schnell mal eine Funktion wegfallen oder eingeschränkt werden. Oder es werden neue Regeln gemacht für Firmenseiten.
FB kann, wenn richtig angewendet, eine starke Ergänzung zur eigenen Website sein und kann auch viel Traffic bringen. Aber komplett darauf zu setzen halte ich für ziemlich verrückt… ;-)
Habe den Artikel jetzt nicht ganz gelesen, aber ich würde behaupten, dass ein gut gemachter Mix immer die beste Lösung ist. :)
Gerade in letzter Zeit wird facebook etwas restriktiver was fb fanpages angeht,so dass es zur Gefahr für ein Unternehmen werden kann – nur facebook – zu nutzen. Siehe auch http://www.seo-woman.de/facebook-fan-hijacking/
Und Unternehmen sollten sich auch mit dem Risiko einer Bezahlung auseindersetzen, denn das wird sicher eine Variante der Monetarisiuerng auf der Agenda von fb sein!
Sehr guter Beitrag der (fast) alles beleuchtet.
Nur eines wird immer vergessen:
Man geht bei Facebook immer das Risiko ein, dass man sich FB komplett ausliefert. Und wenn es den Jungs aus USA in den Kram passt, schrecken die auch nicht davor ab, eine komplette Seite zu löschen …
Meine Meinung nach spielt die Branche auch eine sehr große Rolle, denn nicht für alle Dienstleister ist eine Facebookseite sinnvoll z.B. ist es für einen Friseur nur wenig sinnvoll eine Facebookseite zu haben da es kaum neuerungen gibt über die er berichten könnte. Ebenso schwierig ist es für sehr spezielle Softwareanbieter, oder Unternehmen, die Teilweise eine zu alte oder nicht so Internet affine Zielgruppe haben. Daher meine Meinung es sollte schon sinn machen eine Fanpagen anzulegen, da sonst nur unnötige Arbeit entsteht und evtl. sogar en negativer eindruck des Unternehmens die Folge sein kann.
Danke an alle für das Feedback!
@Uwe: Danke. Das ist richtig, dass man sich komplett ausliefert und im schlimmsten Fall von heute auf morgen alles weg sein kann. Das hatte ich mit dem Verweis auf den Artikel „Verbrennt Social Media unser Geld?“ von André Nitz andeuten wollen. Da ging es zwar um einen Twitter-Account, der ohne Ankündigung gelöscht wurde, aber Twitter und Facebook nehmen sich da wahrscheinlich nicht viel.
@Mario Träger: 119 Fans nach 2 Wochen finde ich beachtlich.
@Nico: Das sehe ich auch so. Die Mischung macht’s. Da stimme ich mit dir und Dani Schenker überein! Dafür ist Facebook meiner Meinung nach zeitweise auch einfach zu instabil, als dass man sich komplett darauf verlassen könnte.
Man sollte auf jeden Fall auch beachten, dass viele Social Networks wie Facebook in Unternehmen oft geblockt werden und nicht erreichbar sind.
Website vollstaendig aufgeben ist definitiv nicht erstebenswert. Die Website statisch und wenig umfangreich machen und so die damit verbundenen Kosten minimieren und dafuer in die Dynamik bei FB zu investieren macht aber durchaus fuer die ein oder andere Firma Sinn.
FB kann meist nur Ergänzung sein, Blogger die niemanden erreichen können vielleicht dort grössere Kreise ziehen. Ansosnten ist man bei FB doch komplett eingeschränkt, die Frage überhaupt zu stellen ist für mich ein Aufreger.
Wenn man keinen klassischen eCommerce betreiben möchte, macht ein Präsenz ausschließlich über Facebook Sinn. Der Rechtsanwalt von nebenan kann seine Daten komplett über eine Fanpage abbilden und bei Bedarf individuelle Seiten hinzufügen. Die Kommunikation mit interessierten Facebook Usern ist auch gewährleistet. Also, warum nicht?
“Website vollstaendig aufgeben ist definitiv nicht erstrebenswert. Die Website statisch und wenig umfangreich machen und so die damit verbundenen Kosten minimieren und dafuer in die Dynamik bei FB zu investieren macht aber durchaus .. Sinn.” Ja wenn die personellen Resourcen vorhanden sind. Eine statische Website kann ich für eine gewisse Zeit unbeobachtet lassen, bei einer Community geht dies nicht. Dann verpufft die eingesetzte Zeit und das investierte Geld.
Das ist ein noch nicht genannter Aspekt @Louis Haußknecht, dass ein Unternehmen nicht auffindbar ist, wenn ausschließlich auf Facebook präsent und Facebook gesperrt ist.
@JohannQ Das könnte für kleinere Unternehmen wirklich eine Möglichkeit sein, um den Pflegeaufwand der eigenen Homepage zu minimieren. Das Risiko bleibt natürlich weiter bestehen, dass irgendwann Facebook mal die Spielregeln ändern könnte.
@wigger Sicher stellt sich für Viele diese Frage überhaupt nicht, aber wir wollten das Thema einfach mal anstoßen. Der Trend zu immer mehr und v.a. professionelleren Fanseiten ist nicht verkennbar. Die Vor- und Nachteile abzuwiegen, nachdem es nun einen “first mover” gibt, war uns einen Artikel wert.
Ganz verzichten wäre ja schon aus Googlesicht ein Eigentor – die Leute müssen mich ja erstmal finden, bevor sie mein Fan werden können. Wenn FB bei der Suche in nächster Zeit allerdings nachlegt, sieht das wieder anders aus.
Ich finde, auch im Beispiel mit dem Friseur mit wenig Updates kann sich FB lohnen: auch seltene Updates kommen schließlich auf die Pinnwand der Fans. Die Wahrscheinlichkeit, dass das jemand mitbekommt, ist höher als auf einer selten besuchten Website. Quasi als “News-Modul”
Ja, das seh ich auch so @Markus. Dann wäre da nur noch das Thema Hauptmeldungen vs. Neueste Meldungen, siehe http://berufung-selbststaendig.de/2010/10/21/facebooks-newsfeed-filter-%E2%80%93-wir-bekommen-nur-5-aller-meldungen-uberhaupt-zu-sehen/ und http://www.businessinsider.com/how-facebook-decides-what-to-put-in-your-news-feed–these-10-secrets-reveal-all-2010-10
Achso: Stimmt, @Klaus – das muss man natürlich schon am Anfang mit einkalkulieren. Wenn es hart auf hart kommt, kann man Facebook nicht “pausieren” bzw. wirkt es eher peinlich, wenn monatelang nichts passiert. Auf einer Website merkt man das nicht so schnell.
Facebook sollte von Unternehmen zu Marketing zwecken aufjedenfall benutzt werden. Die eigene Webseite aufzugeben, empfinde ich jedoch als voreilig und unvernünftig. Schließlich sollte ein Unternehmen, ein gewisses Maß an Selbstständigkeit und seriösität ausstrahlen, wenn man sich jedoch, ausschließlich auf Facebook konzentiert und die eigene Webseite aufgibt, macht man so ziemlich alles falsch und das kann auch zu einem großen Nachteil werden, wenn es irgendwann was Kosten sollte oder die Firma sich nach irgendwelchen Regeln richten müsste.
Ansonsten ist Facebook ein gutes Mittel um die eigene Bekanntheit zu steigern.
Zusätzlich zur klassischen Webseite, aber doch nicht komplett dahin wechseln.
Und jetzt mal etwas Netzidealismus: offene Kommunikation mit Kunden aber über ein geschlossene System eines Dritten, der auch noch ständig dran mitverdient?
und in wie vielen Firmen ist denn meist komplett ein Zugang zu FB geblockt?
Kann ich die Firma oder den Lieferanten über eine normale Suchmaschine finden, wenn ich sie noch nicht kenne? Ab und an muss man mal recherchieren wer mal dieses oder jenes besorgen kann?
Social Media nimmt doch niemand ernst. Erst der Hype um Second Life, da haben Firmen viel Geld reingesteckt und am Ende festgestellt, dass die Millionen Mitglieder nur Karteileichen waren.
Facebook ist nicht viel anders. Warum wird es denn so schwer gemacht, einen Account vollständig zu löschen? Doch nur, dass Facebook mit “registrierten Nutzern” werben kann.
Bei mir sind Skript- und Adblocker permanent aktiviert, Werbung auf Facebook und anderswo sehe ich garnicht.
Ich werde bewußt KEIN Fan irgendwelcher Seiten, um zu verhindern, dass Facebook ein Persönlichkeitsprofil von mir machen kann, und neugiere Personaler mich nicht ausspitzeln können.
Ich verstehe den Hype um “Social Media” nicht. Schon AOL vor über 15 Jahren hatte ein Profil, ein Sofortnachrichtensystem, Chats, Seiten und ein Gästebuch. Facebook ist auch nichts anderes. Also ein alter Hut. Ähnliche Dieste gab es beim BTX und in Mailboxen schon noch früher.
Wenn man die Zeitung aufschlägt ließt man doch jeden Tag von einem neuen Social-Media-Skandal. Bezahlte Kräfte spammen das Internet mit gefälschten Kundenbewertungen zu, schreiben überschwengliche Lobhudeleien in Foren und nennen es “virales Marketing”, Unternehmen drillen ihre Mitarbeiter dazu überall im Internet über ihre Firma und ihre Produkte zu schreiben, dass man es schon Spam nennen kann. Der geneigte Surfer ist nicht so dumm wie die Marketingfritzen glauben. Selbst Parteien legen Duzende von Fake-Accounts bei Twitter an, um mit spamartigen Tweeds ihre Gegner zu diskreditieren, bestimmte Themen zu pushen oder einfach nur um die Öffentlichkeit zu manipulieren. Heute weiß jeder, dass man nicht mehr ernst nehmen kann, was im Internet steht. Alles nur gefaked und virale Werbung.
@Homer “Und jetzt mal etwas Netzidealismus: offene Kommunikation mit Kunden aber über ein geschlossene System eines Dritten, der auch noch ständig dran mitverdient?”
Ich würde sagen, das ist dann der Preis der offenen Kommunikation. Denn wo sonst kann man so leicht, schnell und transparent mit Kunden reden, diskutieren, sich austauschen? Das ist vielleicht nicht für jedes Unternehmen von Interesse, aber die, die das wollen und müssen, nutzen Facebook und nehmen in Kauf, dass sie einen Dritten mit einbeziehen.
Wahrscheinlich wird Facebook von vielen gar nicht mehr als ‘dritte Partei’ wahrgenommen, sondern als Plattform, die eben da ist und genutzt wird.
@rod Ok, das klingt nach sehr entschiedener Ablehnung sämtlicher Inhalte im Netz. Ist mir jetzt zu sehr pauschalisiert, aber du hast sicher deine Erfahrungen gemacht, sodass du jetzt so urteilst. Ich glaube, für die Aussagen “Social Media nimmt doch niemand ernst.” findet sich trotzdem keine Mehrheit.
Die Unternehmenssite unter eigener Domain ist und bleibt Königsklasse. Dort kann ein Unternehmen doch Dialogfunktionen, Rich Media Content einbinden, Mitarbeiter und Geschäftsführer zu Wort kommen lassen und das eigene CD transportieren. Noch besser: Für die Sicherheit der Seite und der über die Seite abgewickelten Transaktionen kann das Unternehmen selbst sorgen. Die hauseigene IT-Abteilung kann eine entsprechende Plattform wählen, die sich zum Rest der IT-Landschaft und zu Administrationsprozessen passt.
FB ist wichtig und in der heutigen Zeit einfach nicht wegzudenken. Genau so wie vor ein paar Jahren secondlive oder myspace. Da aber die Communitys durch die User leben und das Netz durch Flussgrößen gesteuert wird ist auch die eigene Domain äußerst wichtig.
Der FHM Case ist für mich ein letztes aufbäumen eines klassischen Print Ablegers.
Gerade die Wochenzeitschriften haben ja in den IVW Rankings dramatische Einbrüche. Einen echten großen Mehrwert bietet aber eine einzelne FB Site nicht. Als Ergänzung zur Website wunderbar.
hier noch ein Youtube Link:
http://www.youtube.com/watch?v=EyfFFNIrxy8
Bis dann und LG, Sebastian
[...] Facebookpages vs. Microsites /imediaconnection.com: Facebook killed the microsite / gruenderszene: Facebook-Fanpages vs. Domain / t3n.de : Fanpage statt Domain) wurde das Thema bereits behandelt, leider waren die meisten [...]
Ich gehe mit vielen Punkten im Artikel einig. Ein paar weitere Gedanken dazu: http://www.thomashutter.com/index.php/2010/11/website-vs-facebook-seite-oder-darf-eine-website-durch-eine-social-media-prasenz-aufgegeben-werden/
[...] Der Mutige: “Na klar! Wir schalten gleich unsere Homepage ab und leiten direkt auf unsere Fanpage!” [Erörterung zu Fanpage vs. Homepage] [...]