Im Anschluss an die Interviews mit zanox und Webgains befragte Gründerszene dieses Mal Albrecht Fischer, den Client Development Director bei Commission Junction in Deutschland. Die Interview-Reihe mit den wichtigsten Affiliate-Netzwerken soll zukünftigen Merchants bei der Wahl des individuell geeeigneten Netzwerkes helfen und neue Einblicke ins Affiliate-Marketing geben.

Hallo, stell Dich den Lesern doch bitte einmal vor und lass uns auch wissen wer Commission Junction ist?

Mein Name ist Albrecht Fischer und ich leite seit März 2008 als Client Development Director das Account-Management bei Commission Junction in Deutschland. Ich war vorher bei Pangora, wo ich die Großkundenbetreuung im Bereich Shopbusiness verantwortet habe. Zuvor arbeitete ich unter anderem bei 24/7 Real Media, einem Anbieter für Suchmaschinen-Marketing.

Commission Junction gehört zur ValueClick Gruppe, wurde 1998 in Santa Barbara (USA) gegründet und verfügt über Niederlassungen in USA und Europa. Schon von jeher setzen wir auf Kundenservice und so entwickelten wir uns zum weltweit führenden Anbieter im Bereich Affiliate-Marketing.

Was sind Eure USPs? Warum seid ihr besser als die anderen?

CJ ist das weltweit größte Affiliate-Netzwerk und ermöglicht durch internationale Büros erfolgreichen Online-Vertrieb weltweit. Da Qualität und Sicherheit für uns enorm wichtig sind, waren wir die ersten, die einen eigenen Code-of-Conduct hatten und wir haben auch den CoC des BVDW über unser Engagement im Verband mitgestaltet. Zusätzlich verfügen wir über ein eigenes Network-Quality-Team, das sowohl manuell als auch über verschiedene Systeme die Aktionen von Publishern und Advertisern überwacht. Außerdem bieten wir für Publisher und Advertiser persönlichen Service – unabhängig vom Umsatz.

Mit welchen Konditionen muss ein Programmbetreiber rechnen?

Je nach Umsatzerwartung, Anzahl der Länder, erlaubten Publishermodellen etc. muss eine Setup-Fee, ein Monthly-Minimum sowie natürlich die Commission-Junction-Fee pro Transaktion bezahlt werden. Bei kurzfristigen / saisonalen CPL-Kampagnen berechnen wir nur die CJ-Fee, der Account wird dann komplett von uns gemanaged.

Wie lange dauert es in der Regel, ein Partnerprogramm bei Euch zu starten?

Das hängt von der Vorbereitung des Advertisers ab. Nach Abschluss des Vertrags und wenn Werbemittel, Landingpage, technische Integration des Trackings, Konditionen etc. geklärt und beim Advertiser umgesetzt sind, kann es losgehen.

Gibt es inhaltliche Schwerpunkte bei den Partnerprogrammen und den Publishern?

Wir betreuen Programme aus den Bereichen Retail, Dating, Medien, Health, Travel, Telekommunikation, Photo, Software, Banken / Versicherung, Gaming etc. Auch bei den Publishern sind wir breit aufgestellt und arbeiten mit den verschiedensten Modellen. Unser Account-Management ist in Branchenteams organisiert, somit bieten wir unseren Kunden beste Betreuung mit fundierten Branchenkenntnissen.

Was sind für Euch Gründe, ein Partnerprogramm abzulehnen?

Wir können natürlich keine Kunden annehmen, deren Inhalte gegen unseren Code-of-Conduct verstoßen würden, also zum Beispiel pornographische Umfelder etc. Wenn wir kein Potential für ein Programm oder eine Kampagne sehen, lehnen wir ebenfalls ab, da wir weder auf unserer noch auf Kundenseite Zeit und Geld verschwenden wollen. In manchen Fällen bietet sich dann auf Grund des Geschäftsmodells oder der Wünsche des Kunden eine Banner-Kampagne über unsere „Schwester-Firma“ ValueClick Media an.

Wie steht ihr zu B2B und warum?

B2B ist im Affiliate-Marketing häufig nicht umsetzbar, da die B2B-Kunden schwer zu fassen sind oder die angesprochene Zielgruppe einfach zu klein ist. Affiliate-Marketing richtet sich eher an B2C-Kunden. Gemischte Programme, die sowohl B2B- als auch B2C-Kunden ansprechen, funktionieren dagegen sehr gut.

Übernehmt ihr auch das komplette Management eines Partnerprogramms? Wenn ja, was kostet das und was sind dabei Eure Leistungen?

Auf Kundenwunsch können wir natürlich die klassischen Agenturleistungen wie Pflege des Accounts, Reporting, Publisher-Akquise etc. übernehmen. Wie bereits gesagt, richtet sich der Preis nach Potential des Programms, Umfang des Services, Anzahl der Länder etc.

Was könnt ihr einem Merchant bieten, wenn er sein Partnerprogramm zunächst exklusiv bei Euch startet?

Exklusive Kunden sind für Publisher sehr interessant und können vom Account-Management ganz fokussiert betreut werden. Bei Commission Junction gehören große internationale Marken wie Adobe, KLM, Air France oder buy.com zu den exklusiven Kunden.

Wie kann sich ein Partnerprogramm von der Konkurrenz absetzen, wenn es in eurem Netzwerk bereits viele ähnliche Programme gibt?

Inzwischen gibt es natürlich kaum noch Programme die komplett neuartig sind, aber es gibt wie auf den Offline-Märkten immer Möglichkeiten, sich von der Konkurrenz abzusetzen:

  • Attraktive Provisionen für Publisher, etwa Publisher-Promotions, Wettbewerbe, saisonale Promotions,
  • attraktive Produkte und Promotions für den Enduser, zum Beispiel Gutscheine,
  • eine gelungene Usability des Shops und
  • ein offener und aktiver Kontakt zu Publishern und zum Netzwerk können große Unterschiede machen.

Erhält man bei Euch einen persönlichen Ansprechpartner?

Publisher, Advertiser und Agenturen haben bei uns einen persönlichen Ansprechpartner im jeweiligen Branchenteam – unabhängig von Größe und Umsatz des Programms.

Wie steht Ihr zu Post-View-Tracking?

Mit CJ ViewPerformance (CJ ViP) haben wir eine eigene Post-View-Tracking-Lösung, die höchste Sicherheit und Transparenz garantiert. Es ermöglicht Advertisern, ihre Partner-Programme deutlich effizienter zu planen und somit zusätzliche Umsatzpotenziale zu erschließen. Im CJ-Account können die View- und Klick-Leistung der einzelnen Werbemittel unterschiedlich vergütet werden, wenn daraus ein Sale oder ein Lead generiert wird. Auch die Publisher profitieren von CJ-ViewPerformance: Durch die Nutzung des „Master Conversion Tag“ (MCT) von Mediaplex, dem Adserving-Anbieter der ValueClick Gruppe, können sie die View- und Klick-Raten ihrer Werbeplätze optimieren und damit ihre Umsätze erhöhen.

Nach welchen Kriterien sollte ein StartUp entscheiden, ob der Start eines Partnerprogramms überhaupt sinnvoll ist?

Ist das Produkt geeignet für den Online-Vertrieb bzw. Affiliate-Marketing (B2B etc.)? Sind die nötigen finanziellen, personellen und technischen Voraussetzungen für ein Programm vorhanden? Sind bereits Mitbewerber am Markt oder im Affiliate-Marketing tätig? – Wir helfen StartUps gerne, indem wir das Potential der Website für Affiliate-Marketing aus unserer Sicht beurteilen und bei Bedarf auch Tips zu rVerbesserung geben.

Was sind für euch Erfolgskriterien eines Partnerprogramms?

Wie bereits erwähnt, sind konkurrenzfähige Produktpreise, marktgerechte Provisionen für den Publisher, Werbemittel, Usability der Landingpage / des Shops, Attraktivität für den Enduser, Auswahl der Publisher-Modelle und natürlich der Kontakt zu Publishern und Netzwerken entscheidend.

An wen kann man sich wenden, wenn man ein Partnerprogramm bei Euch starten möchte?

Unser „ValueClick One Sales Team“ arbeitet branchen- und firmenübergreifend, das heißt es bietet alle Produkte von Commission Junction (Affiliate-Marketing) und ValueClick Media (Ad-Network) an. Advertiser können sich mit Anfragen für CPO, CPL, CPC oder TKP unter 089/665479-20 oder sales.de@valueclick.com an das Sales-Team wenden. Publisher erreichen uns unter 089/665479-30 oder pdm.de@cj.com.

Albrecht, vielen Dank für das Gespräch.

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