Interview, Interview-Vorbereitung, Reporterfragen, Medientraining

Um vor Mikrofon und Kamera auch wirklich zu überzeugen, sollte man gut vorbereitet sein. Denn wer ein gutes Interview gibt, bringt seine Botschaften ans Publikum, anstatt lediglich Reporterfragen zu beantworten. Der Artikel liefert fünf Tipps zur idealen Interviewvorbereitung.


1. Kernbotschaften schaffen

Wer selten Interviews gibt, neigt häufig dazu, Fragen zu ausschweifend zu beantworten. Dabei gibt man leicht mehr Informationen preis, als man eigentlich wollte. Oder verpasst die Chance, die Botschaft, die man Kunden, Investoren oder Angestellten vermitteln wollte, auszusprechen.

Daher ist es sinnvoll, während der Interviewvorbereitung Kernbotschaften in einfachen, nachvollziehbaren Sätzen auszuarbeiten. Am besten formuliert man klare Botschaften in Kurz-Statements. Diese Botschaften sollten mit guten Argumenten unterfüttert sein, so dass der Journalist sie nicht vom Tisch wischen kann. Um seine Zielgruppe auch zu erreichen, muss der Interviewte im Hinterkopf behalten, für welches Medium der Journalist arbeitet. So ist es leichter, sich auf die zielgruppenrelevanten Punkte zu fokussieren.

2. Präzise Vorbereitung

Eine einfache und effektive Vorbereitung auf Interviews besteht darin, sich alle erdenklichen Fragen mit den dazugehörigen Antworten aufzuschreiben. Es geht nicht darum, perfekt vorbereitete Sätze auswendig zu lernen. Aber einmal ausformuliert, bleiben sie im Kopf hängen – und erleichtern dann im Interview, die Kernbotschaften konzentriert herüberzubringen. Auch kurze Notizen als Gedächtnisstütze helfen dabei, sich während des Gesprächs an die wichtigsten Aussagen zu erinnern.

Einen besonderen Fokus sollte man bei der Vorbereitung auf unangenehme Fragen legen. Auch wenn jeder hofft, um solche Fragen in einem Interview herumzukommen: Der Journalist wird sie auf jeden Fall stellen. Folglich sollte man sie auch sicher beantworten können.

3. Mit dem Medium spielen

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Es ist ein gewaltiger Unterschied, in welcher Form das Interview geführt wird. Handelt es sich um ein live gesendetes Gespräch fürs Fernsehen oder Radio? Oder schreibt der Journalist für eine Zeitung oder ein Magazin?

Wenn es sich um ein Zeitungsinterview handelt, sind kurze Pausen, um seine Gedanken zu ordnen, keine Katastrophe. Beim Radio- oder Fernsehinterview hingegen hinterlassen Gesprächspausen häufig einen nachhaltigeren Eindruck als das Gesagte.

Der Auftritt in Radio und Fernsehen hat allerdings wegen der hohen Reichweite dieser Medien eine Schlüsselfunktion. Doch nicht nur die Botschaft beeinflusst dabei das Publikum. Auch wie etwas gesagt wird, ist relevant. So kann beim Radiointerview die Stimmlage eine Aussage unterstreichen. Oder aber auch torpedieren.

Das Fernsehinterview ist ohne Frage die schwierigste Disziplin. Hier muss alles stimmen: Inhalt der Antwort, Stimmlage und Körpersprache. Denn wenn der Körper genau das Gegenteil von dem ausdrückt, was man sagen oder herüberbringen möchte, bleibt das leider nicht verborgen.

4. Interviews wie ein Gespräch führen

Trotzdem braucht niemand Angst vor Interviews zu haben. Die besten Interviews sind die, in die man gut vorbereitet geht und sie dennoch hält wie eine normale Unterhaltung. So kommt man authentisch und glaubwürdig herüber.

Übrigens leiden selbst Profis häufig unter Lampenfieber, wenn sie im Scheinwerferlicht stehen oder das Rotlicht “Achtung! Aufnahme“ signalisiert. Davon sollte sich niemand verunsichern lassen. Wenn man hinterher Außenstehende fragt, hat in der Regel keiner etwas von der Nervosität bemerkt.

5. Gruppenerfahrung sammeln

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Um möglichst gut vorbereitet in Interviews zu gehen, ist es sinnvoll, die Situation vorher durchzuspielen – am besten in einer Gruppe vor laufender Videokamera. Auf der einen Seite erlebt man so die Situation authentischer: Steuerung der Atmung, Sprechtempo und Stimme sowie Rhetorik und Zeitgefühl werden gezielt geübt. Auf der anderen Seite bekommt man von den anderen Teilnehmern ein facettenreiches Feedback. Das ist äußerst hilfreich, wenn es darum geht, die Stärken und Schwächen des eigenen Auftritts zu analysieren.

Wer diese Tipps befolgt, wird keine Probleme haben, in Interviews zu brillieren.

Bild: Kathrin Antrak  / pixelio.de