Lokale Suche Online-Marketing

Existenzgründer und lokale Unternehmen müssen sich bei ihrem Marketing nach begrenzten Budgets richten. Um mit einfachen Mitteln Kunden aus der Umgebung zu erreichen, muss die Werbung bedacht und effizient gestaltet werden. Die Website als virtuelle Visitenkarte reicht dafür alleine nicht aus. Um von einem Teil der jährlich rund 278 Millionen* Suchanfragen nach lokalen Geschäften zu profitieren, muss die eigene Seite in Google gefunden werden. Dafür stehen Gründern zwei einfache aber effektive Wege zur Verfügung – Google Adwords und mächtige Online-Branchenbücher wie Google Places, das auch in der lokalen Google-Suche eingeblendet wird.

Zehn Schritte für erfolgreiches Online-Marketing in Google

Schritt eins – Übersicht verschaffen

Adwords, Places oder beides? Für User stellt sich die Frage nicht. Sie klicken, bleiben oder springen wieder ab. Werbende Unternehmer mit einem Google-Profil haben dagegen die Qual der Wahl. Google Places ist das wohl größte Online-Branchenbuch der Welt und liefert seit dem letzten Update, dem “Venice-Update“, zu noch mehr Suchbegriffen lokale Ergebnisse.

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Um mit dem eigenen Standort hier zu erscheinen, ist ein Google Places-Profil von Nöten. Vorteil: Das kostet kein Geld und lotst den Kunden direkt zum Standort des Geschäfts – Google Maps sei dank. Nachteil: Einblendungen sind nicht garantiert und der Weg auf Seite eins kann mehrere Wochen dauern. Hingegen kosten Anzeigen mit Google Adwords pro Klick, der den Kunden auf die Zielseite führt.

Jeder Suchbegriff bedeutet je nach Wettbewerbsdichte unterschiedlich hohe Kosten pro Klick. Vorteil: Anzeigen erscheinen nahezu sofort, Kosten entstehen nur, wenn der User die Anzeige klickt. Nachteil: Falsch eingesetzt kann Adwords viel Geld kosten und dabei ineffizient sein – zum Beispiel, wenn die Anzeige eines Bäckers zum Suchbegriff “Backofen” erscheint.

Mit etwas Erfahrung macht es Sinn, beide Wege miteinander zu kombinieren. So werden die Vorteile von Places und Adwords gebündelt. Der Fokus auf die lokale Branchensuche spart in beiden Fällen Zeit und Geld, denn der Wettbewerb ist begrenzt.

Schritt zwei – Suchvolumen analysieren

Wie suchen die Kunden? Das Adwords-Keyword-Tool gibt Aufschluss darüber. Wichtig ist, bei “Erweiterte Optionen und Filter” Deutschland als Standort festzulegen. Die Sprache sollte Deutsch sein. Das Keyword-Tool gibt nicht nur Informationen darüber, wie häufig ein Begriff in der Google-Suche pro Monat eingegeben wird, sondern zeigt auch die ungefähren Kosten pro Klick (CPC) auf eine entsprechende Anzeige zum Suchbegriff.

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Abb.: Die Auswahl von Zielland und Sprache ist wichtig

 

Tipp: Auch die Google-Suche gibt Aufschluss darüber, welche Begriffe tatsächlich nachgefragt werden. Google Suggest kann dafür genutzt werden, verwandte Suchphrasen für Optimierung oder Anzeigen zu identifizieren. Das Long Tail Keyword-Tool wertet die Ergebnisse von Google Suggest übersichtlich aus. Suchvolumina und CPCs werden hier aber nicht geliefert.

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Abb.: Google Suggest gibt interessante Einblicke in das Suchverhalten potenzieller Kunden.

Schritt drei – Googles Helfer für Seiteninhaber

Die Google-Webmaster-Tools sind ein nützliches Instrument, um den Status der eigenen Seite im Web zu beobachten. Hier sehen zum Beispiel Unternehmer, zu welchen Suchbegriffen ihre Website bereits zu finden ist und wie gut sie in den Suchergebnissen gelistet wird. Die Registrierung ist einfach. Die gewünschte Seite wird angemeldet, anschließend kann die Inhaberschaft zum Beispiel mit dem Hochladen einer HTML-Datei auf den eigenen Webspace bestätigt werden.

Schritt vier – Google Places Eintrag bearbeiten

Wenn das Geschäft neu ist, muss der Google-Places-Eintrag erstellt werden. Dafür wird Google in aller Regel dem Inhaber eine Postkarte mit einem Bestätigungscode senden, bis zur Zustellung kann es einige Wochen dauern. Der Code muss anschließend im Google Branchencenter eingetragen werden. Nach der Bestätigung kann der Google-Places-Eintrag mit wichtigen Daten wie Öffnungszeigen, Telefonnummer, Anfahrt und Zahlungsmöglichkeiten ausgestattet werden. Nutzer können im Google-Places-Eintrag außerdem Bewertungen und Empfehlungen hinterlassen.

Schritt fünf – Googles soziales Netzwerk nutzen

Inhaber eines lokalen Google-Eintrags haben die Möglichkeit, ihr Profil zusätzlich mit einer Google-Plus-Seite zusammenzuführen. Das gibt Inhabern die Möglichkeit, noch mehr Inhalte unter den Reitern “Beiträge”, “Info”, “Videos” und “Fotos” zu präsentieren. So wird der lokale Eintrag zu einem interaktiven Instrument, das neben den Bewertungen das Geschäft greifbar und interessant macht.

Lokale Ausrichtung in AdWords mit Anzeigenerweiterungen

Schritt sechs – Dort werben, wo der Kunde sucht

Mit einem Google-Adwords-Konto können Gründer sofort die Sichtbarkeit ihres Geschäfts erhöhen. Das Konto ist schnell erstellt. Nach der Anmeldung können Zielseiten, Kampagnen-Ausrichtung, gewünschtes Werbe-Budget, Anzeigentexte, Keyword und Zahlungsinformationen hinterlegt werden. Erst nach einer Prüfung durch Google werden die Anzeigen geschaltet.

Schritt sieben – Anzeigen lokal ausrichten

Google Adwords-Anzeigen können auf einen geografischen Standort oder Umkreis ausgerichtet werden, um so ausschließlich Kunden aus der Umgebung zu erreichen. Das spart Budget und stellt sicher, dass mehr relevante Einblendungen für das eigene Geschäft in der Google-Suche erscheinen. Durch eine Verknüpfung des Google Local-Eintrags mit dem AdWords-Konto können Anzeigen außerdem mit Elementen der lokalen Suche erweitert werden. In Blau erscheint der Werbetreibende dann außerdem auf der Google-Karte nebst den rot markierten Standorten.

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Abb.: Werbung auf der Google-Karte

Schritt acht – Die richtigen Anzeigen-Inhalte erstellen

Mit Adwords auf der ersten Google-Seite zu erscheinen, ist nur die halbe Miete. Wichtig ist, Nutzer, die nach lokalen Anbietern suchen, mit relevanten Inhalten abzuholen. Dazu sollten Anzeigentexte bestehend aus Überschrift und Beschreibung relevante Informationen zum Geschäft enthalten, wie etwa die Telefonnummer und Adresse. Google bietet lokalen Unternehmern mit seinen lokalen Anzeigenerweiterungen und der Telefonerweiterung für Smartphones wertvolle Zusätze.

Schritt neun – Passenden Zielseiten auswählen

Google-Anzeigen führen Nutzer direkt auf die Unternehmenswebsite des Werbetreibenden. Deswegen ist es wichtig, für jede Anzeige eine passende Zielseite auszuwählen, damit potentielle Kunden beim Klick auf die Anzeige das finden, was sie suchen. Mit Hilfe von Tracking Tools wie Google Analytics kann die Absprungrate der Besucher gemessen werden.

Schritt zehn – Nachsteuern und optimieren

Verschiedene Anzeigen mit ähnlichen Inhalten werden unterschiedlich gut von Nutzern angenommen. Deshalb ist es ratsam, den Erfolg der Google-Anzeigen regelmäßig zu prüfen, unterschiedliche Varianten zu testen und gegebenenfalls mit Anpassungen der Kampagne und Anzeigen zu reagieren.

Kickstart für Gründer, überfällig für Etablierte

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Ein Unternehmen lokal erfolgreich zu vermarkten, bedeutet auch online, aus der Masse herauszustechen. Während rund 36 Millionen Nutzer in Deutschland** in Google suchen, reizen die wenigsten Anbieter ihre regionalen Möglichkeiten aus. Es ist eine Frage des Wollens, von Kunden aus der Umgebung gefunden zu werden – und im besten Fall über die Suchmaschine sogar eine Kunden-Beziehung aufzubauen, bevor das Geschäft zum ersten Mal betreten wurde.

Wer den Marktplatz Google richtig nutzt, wird von Interessenten gefunden, die vor Ort beraten werden möchten. Die “Me Selling Proposition” sorgt dafür, dass Kunden als Nutzer im Netz am Unternehmen mitwirken wollen, wenn man sie dazu einlädt. Dabei werden sie zum Multiplikator, zum Beispiel beim Schreiben von Bewertungen oder dem Austausch in Google Plus. Meinungsführerschaft ist auch in der lokalen Branchensuche ein Thema – Kunden bevorzugen Unternehmen entsprechend ihrem Ranking in der Suchmaschine. Das können sich auch lokale Gründer und Unternehmer zunutze machen.

* Mediennutzung bei der Branchensuche in Deutschland,
Mittelstand und Werbung 2011 (Management Summary), Seite 8
** @-web Suchmaschinen Weblog

Bilder: Google Maps, Google Suche