20091119_wordofmouth

Das Argument für die Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimisation, SEO) liegt klar auf der Hand. Für ein Unternehmen, das in hohem Maße wichtige branchenspezifische Suchbegriffe seines Metiers auf Google herausstellt, besteht die Aussicht auf große unternehmerische Erfolge. Jüngste Untersuchungen zeigen, dass 66 Prozent der europäischen Absatzexperten planen, in diesem Jahr ihre Ressourcen zur Suchmaschinenoptimierung auszubauen.

Das Marketing-Tool SEO hat sich im Verlauf der vergangenen 15 Jahre zu einer Kunstform entwickelt und viele unter Ihnen sind sich bereits der Stärke bewusst, die SEO im Hinblick auf den Aufbau häufig frequentierter Websites bietet

Internationale Märkte, internationales SEO

Das gleiche Prinzip gilt für das gezielte Ansprechen internationaler Märkte. Innerhalb der EU ist Deutsch die am weitesten verbreitete Sprache und wird von 18 Prozent als Muttersprache gesprochen, gefolgt von Englisch und Italienisch, die von 13 Prozent als Muttersprache gesprochen werden. Wenn man aber auch die Sprachen berücksichtigt, die als erste Fremdsprache erlernt wurden, dann führt Englisch, das von mehr als der Hälfte aller Menschen in der EU mehr oder minder gut gesprochen wird.

Derzeit beherrscht Englisch zwar das Internet im Hinblick auf die Inhalte, aber mehr als 50 Prozent aller Suchanfragen bei Google werden in anderen Sprachen als Englisch gestellt. Diese Anzahl wird voraussichtlich steigen, da die Online-Populationen in anderssprachigen Schwellenländern, wie zum Beispiel China und Russland, wesentlich schneller ansteigen als in westlichen Ländern.

Die Welt ist tatsächlich riesengroß und mehr als 70 Prozent der Weltbevölkerung spricht überhaupt weder Deutsch noch Englisch. Darüber hinaus bleibt es eine simple Tatsache, dass Englisch zwar die weltweit wohl am weitesten verbreitete „erste Fremdsprache“ ist, Menschen jedoch ihre eigene Muttersprache vorziehen, wenn es um Geschäfte geht.

Internetpräsenzen ins Ausland bringen

Wie kann ein Unternehmen also seine Internetpräsenz im Ausland ausweiten? Nun, bevor der Prozess der Suchmaschinenoptimierung beginnen kann, brauchen Sie natürlich eine Website auf dem Zielmarkt, die in der entsprechenden Sprache verfasst ist.

Bevor Sie dies aber in Angriff nehmen, müssen Sie zunächst feststellen, welchen Markt man am besten anspricht. Die Antwort auf diese Frage variiert enorm von Branche zu Branche. Sie müssen den Markt beobachten und feststellen, wo es eine Lücke gibt, die Sie ausfüllen können. Sollte es in einem bestimmten Land bereits andere, ähnliche Unternehmen geben, dann ist dies ein gutes Zeichen, das dafür spricht, dass dort für ein Produkt oder eine Dienstleistung ein tatsächlicher Bedarf besteht. Hüten Sie sich jedoch vor zu viel Mitbewerbern, da es sehr schwierig werden kann, in einem bereits gesättigten Industriezweig Fuß zu fassen.

Der nächste Schritt besteht im Erwerb eines vor Ort bereitgestellten Domain-Namens im Zielland. Dies kann einfach der Name Ihres Unternehmens sein, der durch den länderspezifischen Zwei-Buchstaben-Code ergänzt wird, zum Beispiel “.es” in Spanien oder “.fr” in Frankreich, oder, falls Ihr Unternehmensname unmittelbar den von Ihnen angebotenen Service widerspiegelt (zum Beispiel „Web Design Services“’), lassen Sie ihn am besten in die Zielsprache übersetzen und erwerben Sie stattdessen diesen Domain-Namen.

Domainnamen übersetzen, Keywords nicht

Damit haben Sie das Fundament zur Übersetzung Ihrer Website in die gewünschte Sprache gelegt. Es gibt jedoch einen guten Grund dafür, dass Sie nicht die Keywords übersetzen sollten. Und zwar folgenden:

Eine richtige, dem Wörterbuch entnommene Übersetzung eines Keywords oder Ausdrucks ist unter Umständen NICHT das, was Internetbenutzer eingeben, wenn sie ein gewünschtes Produkt oder einen gewünschten Service vor Ort suchen. Sie verwenden vielleicht Abkürzungen, umgangssprachliche Ausdrücke oder auch ein ganz anderes Wort, das die gleiche Wortbedeutung hat. In der Weise, in der Sie die Keywords Ihrer Branche mit den höchsten Rankings auf dem deutschsprachigen Markt identifizieren, wie zum Beispiel mit dem kostenlosen Keyword-Finder von Google, müssen Sie auch die Keywords jedes anderen Ziellandes herausfinden, um dafür zu sorgen, dass Ihre anderssprachige Website richtig optimiert ist.

Sobald Sie Ihre Keywords für jedes Land festgelegt haben, können Sie diese in eine professionell übersetzte Website integrieren. Da Ihre Website in all Ihren Zielmärkten Professionalität ausstrahlen muss, ist es wichtig, beim Übersetzen Ihrer Website muttersprachliche Übersetzer einzusetzen.

Englisch mag nach wie vor im Internet die beherrschende Sprache im Hinblick auf die Inhalte sein; wie wir aber bereits festgestellt haben, ist die Muttersprache der Mehrheit aller Internetnutzer weltweit nicht Englisch. Und genau dieses Missverhältnis schafft eine ziemlich lukrative Gelegenheit für diejenigen, die in neue Märkte eindringen wollen: der Konkurrenzkampf um wichtige Suchbegriffe ist im nicht englischsprachigen Internet weit schwächer und dadurch lassen sich hohe Suchmaschinen-Rankings wesentlich leichter erzielen als im Englischen.

Dies ist nur das kleine Einmaleins für das Herausbringen einer anderssprachigen Website. Die Bedeutung der Lokalisierung einer Website für ihren Zielmarkt kann nicht genug betont werden und es gibt unzählige kulturelle wie linguistische Feinheiten, die es nebem dem zuvor genannten zu beachten gilt – aber das allein würde genug Stoff für einen eigenen Artikel liefern!

Über den Autor:

christianChristian Arno ist Gründer und Geschäftsführer von Lingo24, einem globalen Unternehmen für Übersetzungsdienstleistungen, das sich auf Webseiten-Lokalisierungen spezialisiert hat.

Lingo24 ist ein international tätiges Übersetzungsbüro, das sich unter anderem auf Website-Lokalisierung spezialisiert hat. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiter in Europa, Nordamerika, Asien, Australien und im Südpazifik und unterhält zudem ein Netzwerk von 4.000 Übersetzern. Der Umsatz von Lingo24 für 2009 liegt bei vier Millionen Euro.

Bildmaterial: blprnt
GD Star Rating
loading...
Alle Bilder in diesem Artikel unterliegen der Creative-Commons-Lizenz (Namensnennung-Keine Bearbeitung, CC BY-ND; Link zum rechtsverbindlichen Lizenzvertrag). Ausgenommen sind anders gekennzeichnete Bilder unter anderem von Panthermedia, Fotolia, Pixelio, Morguefile sowie Pressefotos oder verlagseigenes Bildmaterial.