PR Startup Öffentlichkeitsarbeit Marketing

Der Startup-Alltag ist vollgepackt und alles will gleichzeitig erledigt werden. Warum soll man es sich dann auch noch antun, Public Relations (PR) zu betreiben? PR und Pressearbeit in Startups kann einen großen Mehrwert haben und ist gleichzeitig auch den anderen Aufgabenfeldern zuträglich.

Die vier wichtigsten Punkte der Startup-PR

Wenn man in der FAZ einen Artikel über ein erfolgreiches Unternehmen liest, hat das eine gewisse Glaubwürdigkeit. Vielleicht überlegt man sich, das Unternehmen als Arbeitgeber in Betracht zu ziehen oder behält ein interessantes neues Produkt für eine künftige Kaufentscheidung im Hinterkopf. Was hat das mit PR zu tun? Unter PR versteht man laut einer der bekanntesten Definitionen von Grunig und Hunt (1984) frei übersetzt: Das Management von Kommunikation zwischen einer Organisation und ihren Stakeholdern.

Zu diesen Stakeholdern gehören die eigenen Mitarbeiter und potenzielle Bewerber genau wie Kunden, Investoren und Geschäftspartner. Sie werden entweder direkt oder indirekt über Journalisten, Medien, Blogger oder sonstige Multiplikatoren angesprochen. Unter diesem Aspekt betrachtet, ist professionelle PR gerade für Startups sinnvoll. Denn wie sonst kann man auf vergleichsweise kostengünstige Art verschiedene Zielgruppen mit relevanten Botschaften erreichen und dadurch Aufmerksamkeit für das eigene Startup generieren?

Dem Unternehmen ein Gesicht geben

Was der Vorstandsvorsitzende für einen DAX30-Konzern ist, ist der Gründer für ein Startup. Jede Organisation braucht ein Gesicht, das zur Identifikation nach innen und außen dient. Daher sollte die Person des Unternehmensgründers im Rahmen der PR-Maßnahmen entsprechend positioniert werden.

Dafür ist es sinnvoll, Vortragsmöglichkeiten auf Kongressen oder Interviews mit Fachjournalisten der eigenen Branche zu nutzen. Dadurch zeigt der Gründer, dass er Experte auf seinem Gebiet ist. Journalisten freuen sich über einen ausformulierten Werdegang mit Infos zur Motivation und den Hintergründen der Unternehmensgründung sowie über passendes Fotomaterial

Sich bei Investoren und Geschäftspartnern ins Gespräch bringen

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Neben den Fachmedien für Unternehmensgründer berichten auch die bekannten Wirtschafts- und Tageszeitungen sowie Wirtschaftsmagazine mittlerweile regelmäßig über Startups. Ob in Artikelserien über junge Unternehmen, im Bereich Märkte / Branchen oder im Kontext von Technologieentwicklung in den einschlägigen Zeitungsressorts Digital, Medien, Technik oder Wissen: Als Startup hat man mithilfe von individuellen Themenvorschlägen, Pressemitteilungen oder Interviewangeboten auf jeden Fall die Möglichkeit, in den “großen” Medien vorzukommen.

Dies ist sehr hilfreich, wenn man neue Investoren vom eigenen Unternehmen und seiner Entwicklung überzeugen will. Aber auch die Wirkung auf bestehende Finanziers ist nicht von der Hand zu weisen. Schließlich ist ein Bericht in der Süddeutschen Zeitung oder im Handelsblatt nicht zuletzt eine Bestätigung dafür, dass man als Investor auf ein richtiges Pferd setzt. Denn wenn ein Unternehmen in der Zeitung steht, hat es erst mal Relevanz.

Employer Branding betreiben

Startups brauchen in der Regel hervorragend ausgebildete Mitarbeiter mit hoher Leistungsbereitschaft, Leidenschaft und Gestaltungswillen. Wie aber können Startups genau diese Arbeitnehmer auf sich aufmerksam machen? Auch hier kommt wieder die PR-Arbeit ins Spiel. Vor allem über Gastbeiträge und Best Cases in Fachmedien oder Online-Portalen sowie über unternehmenseigene Publikationen wie Blogs gelingt es, von spannenden Projekten und Herausforderungen im Unternehmen zu berichten und potenzielle Mitarbeiter von den eigenen Themen und der Unternehmenskultur zu überzeugen.

Auch für die Motivation und Identifikation der bestehenden Mitarbeiter ist diese Art der PR relevant, denn wer ist nicht stolz darauf, wenn das eigene Unternehmen positiv in den Medien erwähnt wird und man von Freunden und Kollegen in anderen Startups darauf angesprochen wird?

Kunden ansprechen und Marketing-Aktivitäten ergänzen

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Natürlich ist die Kundenansprache in erster Linie Aufgabe des Marketings. Über Werbemaßnahmen wie Google Ads, Online-Banner, Radio-Spots und Ähnliches sollen potenzielle Kunden auf das Unternehmen und sein Angebot aufmerksam gemacht werden und im besten Falle Produkte oder Dienstleistungen kaufen beziehungsweise nutzen.

Dies kann jedoch durch PR-Maßnahmen unterstützt werden. Publikumszeitschriften empfehlen oft neue Produkte oder Dienstleistungen und Verbrauchermagazine geben Ratgebertipps. Liefert man als Startup gezielt dazu passende Inhalte mit Mehrwert, stellt Produkt-Samples zur Verfügung oder gewährt Kennenlern-Rabatte für Journalisten, hat man gute Anknüpfungsmöglichkeiten für eine Presseerwähnung.

Auch in Bezug auf die für das Online-Marketing wichtige Suchmaschinenoptimierung (SEO) kann PR hervorragend unterstützen. Gut geschriebene und nutzwertige Artikel auf eigenen Blogs oder redaktionelle Kooperationen mit Online-Portalen oder Bloggern können insbesondere aufgrund von Verlinkungen das SEO-Ranking der eigenen Seite sehr positiv beeinflussen. Und dies oftmals zu einem Bruchteil des Marketing-Budgets.

PR hat also auf alle Zielgruppen, die man als junges Startup erreichen möchte beziehungsweise muss, einen positiven Effekt und bietet damit die Möglichkeit, sich selbst und sein Konzept bekannt zu machen und Glaubwürdigkeit zu erzielen. Daher gilt: Reden ist nicht nur Silber, sondern in vielen Fällen Gold!

Bild: Henry auf Flickr | CC-Lizenz
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