SEO, Suchmaschinenoptimierung, Contentbeschaffung, Unique-Content

Nachdem Jochen Maaß im ersten Teil seiner Reihe zum Thema Suchmaschinenoptimierung für StartUps bereits wesentliche Elemente in Checklisten zu On-Page-Optimierung und Linkbuilding zusammengefasst hat, sollen diese im zweiten Teil detaillierter ausgeführt werden.

“Content is King”

Suchmaschinenbetreiber predigen seit Jahren, dass die Inhalte das Wichtigste überhaupt an einer Webseite seien und dass Internetseiten mit tollen Inhalten quasi ganz von allein die nötige Sichtbarkeit in den Suchmaschinen erhielten. Dem ist leider nicht ganz so. Es können sogar Internetseiten zu Begriffen auf den vorderen Plätzen der Suchergebnisseiten landen, die keinerlei relevante Inhalte aufweisen. Trotzdem zählt der Inhalt einer Internetseite natürlich zu den ganz wichtigen Grundbausteinen für eine solide Suchmaschinenoptimierung. Grund genug also, sich diesen Teilbereich einmal genauer anzuschauen.

Zunächst einmal ist leider festzustellen, dass unter SEO-Gesichtspunkten derzeit mit “Content” fast immer “Texte” gemeint sind. Zwar blendet die Suchmaschine Google in zunehmendem Maße auch Inhalte anderer Formate – etwa Videos oder Bilder – direkt zwischen den eigentlichen Suchergebnissen ein und verhilft diesen somit zu deutlich mehr Besuchern. Der überwiegende Teil der Ergebnisse besteht aber nach wie vor aus sehr textlastigen Seiten.

Gute Texte für die Suchmaschinen? Ganz einfach!

Im Normalfall ist das Ziel also, trotz der für Startups üblichen Restriktionen was Zeit und Geld angeht, möglichst schnell möglichst viele und möglichst gute Textinhalte zu bekommen. Einige Suchmaschinenoptimierer schlagen leider aus der Unwissenheit des Marktes Kapital und verkaufen teure Schulungen für das “richtige” Schreiben von “SEO-Texten”. Letztlich eignet sich aber auch jeder beliebige Text sehr gut als Material für eine Suchmaschinenoptimierung, wenn er nur folgende Kriterien erfüllt:

  • Die wichtigen Begrifflichkeiten tauchen im Text auf.
  • Der Text ist mit passenden Überschriften strukturiert.
  • Es gibt einen passenden Seitentitel, der die Schlüsselbegriffe gern enthalten darf.
  • Es wird beim Schreiben nicht krampfhaft nach Synonymen gesucht, sondern im Zweifelsfall ruhig mal die eine oder andere Wortwiederholung in Kauf genommen.

Den perfekten Wert für die so genannte “Keyword-Dichte”, also das Verhältnis aus Schlüsselbegriffen zu Gesamttext auf der Seite kennt wohl niemand und er ist auch bei weitem nicht so wichtig, wie häufig angenommen. In den Meta-Informationen Keywords zu hinterlegen ist ebenfalls möglich – viel Einfluss auf ein gutes Ranking haben aber auch diese definitiv nicht (mehr). Es zeigt sich also, dass brauchbare Texte durchaus leicht zu beschaffen sind. Ganz ohne schwarze Magie, eine spezielle SEO-Schulung für Autoren oder andere skurrile Dienstleistungen.

Die Contentbeschaffung

Gibt es in einem Gründer-Team nicht zufällig jemanden mit viel Spaß am Schreiben und viel Freizeit, so wird die Produktion der Textinhalte auf interne Mitarbeiter (in der Praxis vermutlich Praktikanten), externe Mitarbeiter (häufig arbeitslose Journalisten) oder anonyme Lieferanten (auf entsprechenden Content-Marktplätzen) abgewälzt.

Der Aufwand, die Qualität der Texte zu prüfen und ihre fristgemäße Fertigstellung sicher zu stellen, darf dabei aber nicht unterschätzt werden. Mit Qualität meine ich dabei unabhängig von den eingangs genannten SEO-Grundregeln vor allem auch sprachliche Qualität. Und insbesondere sollte geprüft werden, ob der Autor bei einer nicht weiter angegebenen Quelle im Netz abgeschrieben oder zuviel Inspiration gefunden hat.

Was darf solcher Content kosten?

Während die perfekte Landingpage schon mal einige hundert Stunden der teuersten Mitarbeiter verschlingen kann, geht es bei den Texten, die nur “okay” sein müssen, häufig primär um einen möglichst günstigen Preis. Auf Plattformen wie contentworld.com oder textbroker.de können Texte in verschiedener Qualität zu entsprechenden Preisen gekauft werden. (Ein guter Praktikant schafft im Schnitt sieben bis acht Din A4-Seiten Text pro Tag zu einem Thema, welches keine großartige Einarbeitung erfordert; dabei handelt es sich in den meisten StartUps ohnehin um eine häufig anzutreffende Spezies und somit fast immer um eine erheblich günstigere Variante).

An dieser Stelle noch ein Warnhinweis in Bezug auf die Zusammenarbeit mit selbständigen Dritten: Die zunächst den meisten Unternehmern noch vollständig unbekannte Künstlersozialkasse wird sich früher oder später bei euch melden und ihr werdet staunen, dass ihr in Deutschland verpflichtet seid (wohlgemerkt auch als Auftraggeber!) eine Künstlersozialabgabe zu entrichten.

Alternative Content-Beschaffungskonzepte

Glücklich kann sich jedes StartUp schätzen, das über ein gut besuchtes Forum oder eine vergleichbare Contentquelle verfügt. Die Menge an Inhalten ist hier häufig unendlich viel größer, als es irgendein vom ohnehin knapper werdenden Funding eingekaufter Berg an Texten je sein könnte. Da die meisten Communities aber natürlich ein nicht unerhebliches Maß an Aufsicht erfordern, ist im Einzelfall zu klären, ob diese Strategie zur Contentgewinnung die bessere Alternative ist.

Wohin mit dem B-Content?

Kaum ein StartUp wird es sich aus Imagegründen antun wollen, einen rasch vom neuen Praktikanten herunter getippten oder vom Texterportal des Vertrauens zum Dumpingpreis gekauften Text als neue Startseite zu präsentieren.

Es ist daher im Vorfeld zu klären, auf welchen (Unter-)Seiten der Internetpräsenz wirklich alles bis zum letzten Komma sitzen muss und in welchen Bereichen einfach ein bisschen zusätzlicher Inhalt vor dem Hintergrund besserer Suchmaschinenplatzierungen gewünscht wird. Zur Not wird eben ein Bereich geschaffen, der sehr unauffällig viel Text zu einem bestimmten Thema beherbergen kann. Ein Glossar, Blog, FAQs, ein Wiki oder Lexikon ist rasch eingerichtet. Und derartige Strategien finden sich bereits auf erstaunlich vielen – in den Ergebnislisten der Suchmaschinen sehr präsenten – Webseiten.

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