Eigentlich kann Twitter immer noch nicht mehr als zum Launch. Noch immer erlaubt es seinen Nutzern, schnell, einfach und in 140 Zeichen zu artikulieren, was sie gerade machen und via Twitter öffentlich und privat zu kommunizieren. Twitter vereint so auf engstem Raum und mit einem Google-esk-asketischem Interface die Vorzüge der One-to-Many- mit der der One-to-One-Kommunikation.

Genau dieser Simplizismus und die Faszination an der Unmittelbarkeit haben Twitter zu dem gemacht, was man im Web 1.0 wahrscheinlich noch Killer-App genannt hätte und was in der aktuellen Brand Eins als „derzeit heißestes PR-Instrument“ beschrieben wird. Scheinbar nicht enden wollende Nutzerzuwächse und eine fast astronomisch hohe Nutzungsfrequenz bezeugen den Buzz Tweet für Tweet.
Klar, dass Marketingabteilungen von etablierten Unternehmen und Kommunikationsstrategen von StartUps derzeit hartnäckig versuchen, das Potenzial von Twitter für Marken- und Produktkommunikation zu nutzen. Dabei kristallisieren sich aktuell vor allem drei Strategien heraus:
- exklusive Services für Follower
- exklusive Rabatte für Follower
- exklusive Previews für Follower
Die bekanntesten Beispiele für Twitter-Marketing sind Zappos und Dell. Sie verfolgen die Strategien 1) bzw. 2), das heißt sie bieten exklusive Services und/oder Rabatte für ihre Follower.
Exklusive Services für Follower
Zappos (@zappos) nutzt die Popularität von CEO Tony Hsieh, der inzwischen mehr als 50.000 so genannte „Follower“ hat, um via Twitter exklusive Leistungen für seine Kunden anzubieten. Hat man sich Hsieh rechtzeitig angeschlossen, genießt man als „Zappos VIP“ zum Beispiel einen kostenlosen Express-Lieferservice über Nacht.
Exklusive Rabatte für Follower
Dell (@delloutlet) macht etwas ähnliches – wenn auch aus Markensicht nicht identisches – und räumt seinen Twitter-Jüngern spezielle Rabatte ein. Während der Schuhversand also auf die bewährte VIP-Strategie setzt, wichtigen Menschen Sonderrechte einzuräumen, macht der PC-Dealer Sonderangebote und verteilt virtuelle Coupon-Kärtchen.
Neben Zusatzangeboten und Discounts, sind exklusive Previews eine dritte Möglichkeit, Twitter-Follower an sich zu binden und zu begeistern. Persönlich finde ich diesen Weg, Early-Adopter und treue Kunden mit exklusiven Einblicken zu danken, eine sehr elegante Lösung.
Exklusive Previews für Follower
Die britische Mode-Plattform Asos (@asos) zum Beispiel gewährt nur denjenigen Kunden einen Vorab-Einblick in den neuen Community-Bereich, die der Marke auf Twitter folgen. Microsoft (@microsoft) gibt mobile Software an die Twitter-Gemeinde aus. Wir bei Spreadshirt (www.spreadshirt.net, @spreadshirt) haben soeben die „Twardrobe“ gelaunched und lassen Twitter-Follower neue Kleidungsstücke testen, bevor sie offiziell erhältlich sind.
Twitter: Spielen lernen heißt siegen lernen
Inspiration für den erfolgreichen Einsatz von Twitter kann man sich oft von denen holen, die in erster Linie nicht verkaufen, sondern unterhalten wollen – vom spielerischen Umgang mit Twitter, wie man ihn von Leuten wie Ze Frank (@zefrank) oder Sascha Lobo (@saschalobo) kennt. Frank hatte letztes Jahr zum „Krieg der Farben“ gerufen und Horden von Twitterianern sind ihm gefolgt, Lobo hatte erst kürzlich für Aufsehen damit gesorgt, seine Popularität in Form von Followern zu verlosen.
Corporate Twitter in Deutschland: Viel Mono- und ein bisschen Dialog
Im Corporate-Bereich vermisse ich hierzulande allerdings noch die wirklich zündenden Ideen für Twitter. Große Unternehmen wie die Bahn (@db_info) sehen in Twitter aktuell (noch) nicht mehr als einen Zusatzkanal, der stumpf mit bereits existierenden RSS-Feeds bespielt zu werden hat. Hier sehe ich eine große Chance für StartUps diese Lücke zu schließen und via Twitter wertvolle Multiplikatoren zu erreichen. Web-affine Neugründungen und Mittelständler wie MyMuesli (@mymuesli), Lehmanns Buchhandlung (@lehmanns) oder die Kelterei Walther (@safttante), die Twitter gekonnt als Dialog- und damit Service- bzw. Networking-Instrument einsetzen, machen Hoffnung auf mehr.
Artikel zu Twitter und Social-Media:
- Facebook-Werbeanzeigen: So lässt sich optimal bei Facebook werben
- Acht Beispiele, wie man auf Twitter Geld verdienen kann
- Facebook-Marketing: So performt die eigene Facebook-Fanpage
- Twitter kompetent nutzen – in sieben Schritten
- Wege und Tools zur Produktivitätssteigerung bei Social-Media
- Viral Marketing: Mit „ansteckenden“ Ideen gezielt Mundpropaganda auslösen
- Viral Marketing zum Discount Preis – Wie man auch mit kleinen Budget gezielt Mundpropaganda auslöst
Über den Autor Tobias Huber:
Tobias Huber ist Media Relations Officer bei Spreadshirt – der Kreativplattform für personalisierbare Bekleidung. In dieser Funktion koordiniert er unter anderem das internationale Corporate-Blog-Netzwerk und kümmert sich verstärkt auch um den Einsatz anderer Social-Media-Kanäle für Marketingzwecke und Online-PR. Beides bedeutet für ihn dabei aber nicht Schreien, sondern vor allem Zuhören, Reden und wenn möglich Inspirieren. Zusätzlich experimentiert er auf www.seen-site.com mit einem Retail-Blog für die Mikro-Mode-Marke „seen.“ und setzt sich mit der Rolle von Social-Media bei der Verbreitung von Trends und Informationen von der Dritten in die Erste Welt auseinander.


Guter Beitrag, wir von Tagcrumbs nutzen auch Twitter [1] um Feedback zu bekommen und News auf der Plattform zu announcieren, wobei die Kommunikation / der Ideenaustausch mit den Nutzern im Vordergrund steht. Durch die Kürze der Tweets kann man schneller auf Feedback reagieren als dies zum Beispiel bei GetSatisfaction der Fall ist, wo man sich mehr Zeit nehmen muss für detaillierte Antworten.
Zum Monitoring der Keywords oder des Firmennamens eignet sich die Twitter-Suche [2] sehr gut, da man so nicht gezwungen ist hunderte von Nachrichten auf interessante Inhalte zu durchstöbern. Die Echtzeitupdates machen die Suche zu einem perfekten Werkzeug für schnelle Interaktion.
Und man sollte heute natürlich zum Twestival [3] gehen, um den Avataren ein Gesicht zu geben.
Weitere Nutzungsmöglichkeiten: Feature-Voting, Einladungen zu Early Adopter-Feature-Tests und natürlich selber Short-Urls/Twitter-Share-Funktionalität anbieten, damit die Integration in die eigenen Dienste gewährt ist.
Cornelius.
[1] http://www.twitter.com/tagcrumbs
[2] http://search.twitter.com/search?q=tagcrumbs
[3] http://twestival.com/
Hi Cornelius.
Danke für Deinen Kommentar. Und klar ist Twitter auch Dialogmedium, Newskanal und Trend-O-Meter. Hab nur versucht, mich auf Direktmarketing 2.0 zu beschränken :-)
Schicke Auflistung, wir denken Twitter wird so oder so bald Corporate accounts einführen auf Premium Basis. – Was auch okay ist.
Wir informieren über Job events, Messen und aktuelle Jobs und Praktika. Und auch über Wirtschaftsnews etc.
Es folgen uns schon einige und manchmal bekommen wir selsbt von unseren Kunden feed-back per Direct Tweet.
Hier unser Account http://twitter.com/spirofrog
Hey Thomas. Jo, denk ich auch. Aber vorerst: “it’s important to note that whatever we come up with, Twitter will remain free to use by everyone—individuals, companies, celebrities, etc.”
http://blog.twitter.com/2009/02/nothing-to-report-just-yet.html
[...] Huber von Spreadshirt schreibt im Gründerszene-Blog über Twitter als Marketing-Instrument für Unternehmen. Dabei nennt er bereits folgende [...]
guter artikel! zu empfehlen ist ausserdem das lesen des aktuellen NYT-Artikels über twitter. der letzte satz scheint mir durchaus relevant: “Oh, and one more tip: when you’re trying to get real work done, it’s also O.K. to close Twitter. It may be powerful, useful, addictive and fascinating — but in the end, it’s still an Internet time drain.” ich halte twitter zwar im bereich dialog-gesteuerter ÖA für sehr nützlich, denke aber, dass viele user einfach zu viel zeit mit dem austausch von nonsense verbringen.das lesen persönlicher @replies, die einen nicht selbst betreffen ist auch extrem nervig.
http://twitter.com/woischnik
http://nikolaswoischnik.com
NYT Link: http://www.nytimes.com/2009/02/12/technology/personaltech/12pogue.html?pagewanted=2&partner=rss&emc=rss
Hallo Thomas,
danke für diese erfrischende Übersicht. Leider hast Du bezüglich der Corporate Nutzung von Twitter vollständig recht. Eingespielte RSS-Feeds, plötzliche Massen-Tweets von Zeitungen etc.
Klaus Eck hat sein Twittern kürzlich so beschrieben, dass er versucht, durch Verlinkung einen Mehrwert für seine Follower zu schaffen: http://klauseck.typepad.com/prblogger/2009/01/twitterkonzept.html Dies finde ich einen ersten sinnvollen Ansatz, Anregungen für den Einsatz von Twitter bei Events liefert Nicole Simon in Ihrem Buch zum Microblogging Dienst: http://mit140zeichen.de
Neben dem Tweeten eigener und anderer schöner, lustiger oder einfach guter Rezensionen und Buchmarktnews haben wir bei BuchTest einen Wettbewerb gestartet: Wer schreibt eine Buchkritik in 140 Zeichen. Die Bedingungen gibt es hier: http://buchtest.com/blog/buchkritik-in-140-zeichen-jetzt-mitmachen-auf-twitter/ Erste Rezensionen hier: http://buchtest.com/blog/wettbewerb-buchkritik-in-140-zeichen-die-rezensionen-per-twitter/
Ich hoffe damit etwas zur Kreativität bei Twitter beizutragen!
Gruß Felix
[...] sich schon unterschiedliche Trends und Strategien. Tobias Huber beschreibt in seinem lesenwerten Artikel auf Gründerszene drei Twitter-Strategien, die sich gerade [...]
Twitter bleibt kostenlos…
[...] e machten noch Meldungen die Runde, dass die Nutzung von Twitter schon bald kost [...]…
@nikolaus: danke für den link! und @felix: die buchtest-idee werde ich mir die tage mal genauer ansehen – danke für die links!
[...] im E-Commerce Über den Einsatz in der externen Kommunikation von Unternehmen, hat sich Tobias Huber von Spreadshirt Gedanken gemacht. Er sieht drei Strategien, wie Marketingabteilungen von [...]
Drei E-Commerce-Strategien für Twitter und Co…
…
Twitter als Marketing-Instrument für Unternehmen…
Eigentlich kann Twitter immer noch nicht mehr als zum Launch. Noch immer erlaubt es seinen Nutzern, schnell, einfach und in 140 Zeichen zu artikulieren……
[...] Twitter als Marketing-Instrument für Unternehmen | Gründerszene (tags: web2.0 marketing pr howto twitter) [...]
Verstehe ich ja nicht die Schleimspuren über mir.
Die Beispiele oben lesen sich für mich wie Konzepte aus dem 2. Jahrtausend für ein Medium des 3. Jahrtausends. Es ist natürlich schon ein bißchen mehr Gehirnschmalz nötig, damit man nicht die 16225. Aufguß des Rabattmarkenheftchens auf friendfeed findet. Nein, es gibt neue Marketingansätze, wie Emanuel Rosen und Guy Kawasaki auch jüngst auf meinem Blog diskuitierten:
http://www.digitalpublic.de/interview-emanuel-rosen-vater-viralen-marketing-guy-kawasaki-buzz-word-of-mouth
Es gibt auch noch neuere Ansätze als WOM oder Evangelists. Aber dazu muss man natürlich ein bißchen auch mal ein Buch lesen, dass etwas neuer ist, oder einfach die aktuellen Wunderkinder des Social Commerce betrachten, das ist nämlich nicht mehr nur einer…
Aber wir sind ja hier in Deutschland…
Da gilt ja bei Xing aktuell noch ein Flashspielchen, mit aus Hochhäusern springenden Mitarbeiter als lustig…
Ja. Ein Marketing zum sich abwenden. Ganz wie der adressierte Markt…
Ciao
J.W.
gut übersetzt, das interview…
danke für das Lob!
Ciao
Jörg
hi,
der artikel gefällt mir auch richtig gut. denke auch, dass twitter bald premium accounts einrichten wird – eine interessante sache, besonders auch für unsere kunden (die webaffinen halt…).
ich selbst nutze twitter noch nicht allzu lange, finds aber eigentlich sehr cool, wenn man auch “promis” folgen kann. lese die updates immer gerne und werde das auch in zukunft verstärkt einsetzen.
vg
olaf
hallo,
toller Artikel. Nutze twitter auch noch nicht lange, aber ist eine hervorragende Möglichkeit um sich v.a. im web 2.0 Bereich auf dem laufenden zu halten.
http://twitter.com/JonnyvonPaukr
Um Twitter in Bezug auf die Jobsuche effizient nutzbar zu machen, d.h. es den Usern zu ermöglichen aus der Gesamtheit der Tweets die für sie interessanten Stellenangebote herauszufinden, ohne einzelne “Jobchannel” abonnieren zu müssen, haben wir übrigens eine Twitter-Jobsuchmaschine entwickelt. Die Alpha-Version könnt Ihr hier:
http://www.personalberater-blog.de/twitter-jobsuchmaschine-alpha/
Feedback gerne an @wollmilchsau
[...] Originalmeldung auf gruenderszene.de. [...]
[...] http://www.gruenderszene.de/marketing/twitter-als-marketing-instrument-fur-unternehmen-die-3-top-str... No TweetBacks yet. (Be the first to Tweet this post) [...]
Diese Tipps sind schon recht inspirierend. Die Potenziale von Twitter werden m.E. längst noch nicht ausgeschöpft, obwohl man vieles davon selbstverständlich auch mit Facebook (teils auch mit Xing) bewerkstelligen kann. Ich bin mir jedoch sicher, dass es dieses Jahr neue, frische Ideen für das Twitter-Marketing geben wird.
[...] der Bloghype um @DB_Info (1/2/3/4/5/6/7/8/9/10/11) auch kaum mehr auszuhalten [...]
Die Power von Twitter kommt meines Erachtens aber erst so richtig zur Geltung wenn man in englischer Sprache tweetet – denn die deutschen Twitterer sind vergleichsweise eine absolute Minderheit und benutzen das Medium längst nicht so intensiv und mit “advanced” Techniken wie die anglo-amerikanische Majorität… Ich setze Twitter sehr erfolgreich als Marketingtool für Affiliateprodukte ein – aber eben nur auf englisch. Extrem wichtig ist dabei eine gewisse Verbindung zu seinen Followern, d.h. ein Dialog untereinander ist unverzichtbar um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Stumpfe Werbetweets bringen meist rein gar nichts…
Divena
[...] senden kann, können es auch Prominente sein. Häufig wird Twitter auch als Informations- oder Marketinginstrument genutzt. Weiterhin können direkte Nachrichten an den jeweiligen Follower versendet [...]
Top! gerne komme ich wieder hat mir sehr geholfen
Sehr interessanter Artikel!!
Vielen Dank und Grüße, René
Sehr guter und ausführlicher Beitrag zum Thema Twitter . Ein schweres Brot werden nun wohl in einige Wochen meinen 1000 Follower erreichen http://twitter.com/browserspieler. Merke allerdings keine Großen Unterschiede ob ich nun mit oder ohne Twitter weine Link promote . Evtl mal dazu einen Beitrag schreiben , weil denke ja ich mache da wohl irgendwas falsch
[...] berichtete ebenfalls über das Twitter-Marketing und stellt 3 Top-Strategien [...]