Erfolgsfaktoren guter Öffentlichkeitsarbeit: Als StartUp in Blogs und andere Medien kommen
Die größte Herausforderung vieler StartUps liegt darin, mit geringen finanziellen Mitteln eine möglichst gute Wahrnehmung bei potentiellen Kunden, Mitarbeitern, Investoren und Kooperationspartnern zu erzielen. Eine gute Präsenz in Blogs und Medien ist daher ein wichtiges Ziel fast aller StartUps und oft auch eine Vorstufe zu späterem finanziellen Erfolg. Wenn man sich die Berichterstattung über StartUps in Blogs und Medien anschaut, fällt aber auf, dass ein Großteil der “Clippings” auf einen relativ kleinen Kreis von StartUps entfällt. Woran liegt das?

Aus diesem Anlass habe ich verschiedene medienpräsente Gründer, Journalisten und Blogger befragt, um die Erfolgsfaktoren dieser StartUps zu durchleuchten und konkrete Tipps für die PR-Arbeit von StartUps zu bekommen. Dieser erste Teil konzentriert sich auf die allgemeinen Faktoren, die den Medienerfolg beeinflussen. Der zweite Teil beinhaltet konkretere Tipps und persönliche Präferenzen der einzelnen Befragten. Beide Teile stützen sich damit im Wesentlichen auf den Input der befragten Experten, denen ich an dieser Stelle herzlich danken will. Aber nun zum Ergebnis: Vier zentrale Faktoren bewirken den Medienerfolg von StartUps: Produkt, Gründer, Kommunikation und (erste) Erfolge.
Gute Öffentlichkeitsarbeit braucht ein gutes Produkt
Sämtliche Befragten waren sich darüber einig, dass ein innovatives und erfolgsversprechendes Produkt einer der wichtigsten Faktoren für die Medienpräsenz von StartUps ist. Gerade wenn StartUps zu Beginn noch keine überwältigenden Kundenzahlen oder Umsätze vorweisen können, ist ein außergewöhnliches Produkt nötig, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Je größer das Potenzial des Produktes ist, den Markt nachhaltig zu beeinflussen, desto besser sind auch die Chancen, mit guter Öffentlichkeitsarbeit schon frühzeitig für Aufmerksamkeit zu sorgen. Eine leichte Verständlichkeit der Geschäftsidee für Außenstehende wurde ebenfalls als wichtiges Kriterium genannt.
Aus der Bedeutung der Produktinnovation läßt sich direkt folgern, dass nicht jedes StartUp Potenzial für eine “Karriere in den Medien” hat. Bevor man als Gründer großen Aufwand in PR steckt, sollte daher geklärt sein, inwiefern dies bei der eigenen Geschäftsidee überhaupt sinnvoll ist.
Starke Persönlichkeiten formen eine gute Öffentlichkeitsarbeit
Der zweite wichtige Erfolgsfaktor für eine gelungene Öffentlichkeitsarbeit ist das Gründerteam selbst. Sowohl bei Bloggern als auch Journalisten ist ein offenes und selbstbewußtes (aber nicht arrogantes!) Auftreten sowie Commitment und Begeisterung der Gründer gefragt. Wenn das Gründerteam selbst nicht hundertprozentig vom eigenen Erfolg überzeugt ist, werden Außenstehende kaum zu begeistern sein. Renommierte Investoren sind ebenfalls förderlich für die Berichterstattung, da diese dem StartUp (abgesehen von Kontakten) auch mit Ihrer Reputation Türen öffnen können.
Adäquate Kommunikation ist der Kern jeder Öffentlichkeitsarbeit
Ein weiterer (eng mit dem Gründerteam verbundener) Erfolgsfaktor ist das weite Feld der Kommunikation. Besonders kritisch ist die erste Kontaktaufnahme mit Journalisten und Bloggern, weil einerseits Interesse für das eigene StartUp geweckt werden muss, andererseits aber auch Übertreibungen oder Aufdringlichkeit einen schlechten Eindruck hinterlassen. Eine kurze E-Mail mit ein paar Informationen zum Produkt und dem Team wurde von allen Befragten als beste Form der ersten Kontaktaufnahme bezeichnet.
Eine sorgfältige Auswahl der Ansprechpartner und eine individuelle Ansprache der Blogger und Journalisten steigert die Wahrscheinlichkeit, Gehör zu finden deutlich. Zu beachten sind in der Kommunikation natürlich auch Unterschiede zwischen Blogs und (klassischen) Medien, die sich beispielsweise im Duzen (Blogs) oder Siezen (klassische Medien) äußern.
Ebenfalls dringend angeraten wurde die Verfügbarkeit eines übersichtlichen und zeitsparenden Pressebereichs. Nicht nur Gründer, sondern auch Blogger und Journalisten wollen Ihre knappe Zeit möglichst produktiv einsetzen und freuen sich daher über die schnelle Verfügbarkeit von Fotos, Hintergrundinfos und Kontaktdaten.
Erfolg macht interessant für die Öffentlichkeit
Fast alle Befragten raten (jungen) StartUps dazu, die PR-Arbeit selbst zu übernehmen und auf die Einschaltung von Agenturen – zumindest in der Anfangsphase – zu verzichten. Als Grund hierfür wurde überwiegend genannt, dass Medienmacher (und noch stärker Blogger) Wert auf Informationen aus erster Hand legen. Dem steht jedoch die höhere Professionalität und das Kontaktnetzwerk von Agenturen entgegen, welche die eigene Öffentlichkeitsarbeit noch einmal professionalisieren.
Schließlich ist Erfolg ein weiterer wichtiger Faktor, der die Veröffentlichungschancen in Blogs und Medien maßgeblich beeinflusst. Sowohl Medien als auch Blogs schreiben – abgesehen von Skandalen – am liebsten über Erfolgsgeschichten oder besonders offensichtlichen Misserfolg.
Die befragten Experten:
- Alexander Hüsing (Journalist und Blogger, Deutsche Startups)
- Jochen Krisch (Blogger und Consultant, Exciting Commerce)
- Marvin D. Andrä (Gründer, Bagpax)
- Manuel Weisbrod (Gründer von Spickmich)
- Max Wittrock (Gründer von Mymuesli)
- Peter Turi (Journalist, Blogger, (Ex)-Gründer, Turi2)
- Robert Basic (Blogger, Basic Thinking)
Artikel zum Thema Social-Media:
- Tipps und Tricks für eine gute Öffentlichkeitsarbeit: Als StartUp in Blogs und andere Medien kommen
- Twitter kompetent nutzen – in sieben Schritten
- Die wichtigsten Tipps zu Corporate-Blogs
- Reputation-Management: Warum Reputation wichtig für Existenzgründer ist
- Acht Beispiele, wie man auf Twitter Geld verdienen kann

Sehr guter Artikel!
In normale Medien zu kommen finde ich nicht so schwer. Wenn man ein bisschen Geld hat, kann man ganz gute PR Agenturen bekommen oder die PR Arbeit auch selber machen – wobei es da häufig an Kontakten mangelt. Eine Meldung zusammenschreiben kann man immer. (Hitflip z.B. macht ziemlich viel auf Erfolgsbasis mit Frischefische meine ich)
Schwieriger wird es da nur in der Unterkategorie Fernsehen. Hier braucht man neben den Kontakten auch ein Breitenthema, welches sich gut verpacken und vom Zuschauer konsumieren lässt. (z.B. nicht zu technische Mobilethemen sind trendy). Der “Fernseheffekt” für ein Startup ist allerdings gewaltig, sorgt meist dafür dass die Infrastruktur temporär zusammenbricht. Ähnlichen Effekt online erzeugen z.B. Erwähnungen auf Heise und Spiegel Online.
Blogs sind da umständlicher. Diskussionen in Blogs können ein neues Unternehmen ziemlich gut leveragen (z.B. Twitter), allerdings werden Blogs häufig von eher technisch interessierten Leuten verfasst und eigenen sich deshalb auch nicht unbedingt für jedes Startup (z.B. Netmoms) gleichermaßen gut. Auch muss man sich bewusst sein, dass viele Blogger auf einem “Kreuzzug gegen alles” sind und oftmals relativ unreflektiert und nicht objektiv bashen. Mit Erwähnungen in den eher dümmlichen Blogs wie Lanu oder F!xmbr kann man als Startup nicht viel anfangen.
Hier geht es oftmals auch nicht um objektive Recherche sondern Effekthascherei (wie z.B. bei Frazr: Jemand schrieb das seien Rassisten, alle haben schnell kopiert; das war natürlich nur ne Luftnummer und stimmte gar nicht – Sommerlocheffekt der klassischen Presse auch in Blogs?)
Bei Blogs muss man folglich immer etwas überlegen und prüfen ob Produkt passt, die potentielle Leserschaft Interesse hat und dem Blogger wirklich an objektivem Berichten gelegen ist.
Die Namen der Investoren als letztes Kriterium sind bei Presseerwähnungen in der Tat erstaunlich wichtig. Hier sollte man als Startup wirklich schon bei der Auswahl potentieller Geldgeber darauf achten, ob PR Effekte für das Unternehmen wichtig sind.
Ansonsten toller Artikel, gute Qualität hier :)
Ein sehr guter Artikel. Nur gibt es da einige Startups die in Punkto Produkt und Kommunikation nicht wirklich die Wahrheit lieben. Man sollte auch darauf hinweisen, daß viele extremst übertreiben bzw. es so weit geht, sich mal eben selbst in der Wikipedia zu verewigen oder man seine eigenen positiven Kommentare schreibt, eigene Fanseiten baut etc. Da läuft teilweise etwas gehörig schief.
Endlich wieder kontinuierlich etwas von gruenderszene.de zu lesen. In den letzten Monaten war es ja leider ziemlich ruhig hier…
Vielen Dank!
Fernsehbeiträge sind für ein Start-up natürlich super. Was man dort an Sendefläche kriegen kann, sollte man natürlich auf jeden Fall mitnehmen.
Um (End)-Kunden zu gewinnen, sind Blogs sicher wegen der geringen Reichweite nicht wirklich mächtig.
Der Wert von Blogbeiträgen über Start-ups ist eher ein anderer: Blogs werden von potenziellen Start-up-Mitarbeitern, Investoren und Koop.Partnern gelesen. Ausserdem googeln sicher auch die meisten Journalisten wenn sie entscheiden ob ein Start-up einen Beitrag wert ist…
Blogs sind daher ein gutes Instrument um Ressourcen zu gewinnen.
Übertreibungen kommen sicher oft vor und erschweren “ehrlichen” Start-ups die Arbeit, da die Vergleichsmaßstäbe steigen. Zumindest langfristig leidet die Glaubwürdigkeit der Gründer aber sehr darunter, so dass man schon aus persönlichen Gründen besser bei den Fakten bleiben sollte. Gibt ja genügend Beispiele wo gefakte Wikipedia-Beiträge peinlicherweise entlarvt wurden…
[...] vom Blog Gründerszene hat einen ausführlichen Beitrag zum Thema „Wie kommt man als Start-up in Blogs und andere Medien? – Teil 1“ verfasst, der auf [...]
[...] Gründerszene gibt Tipps, wie man als Startup in die Medien/Blogs kommt [...]
[...] hat auf Gründerszene einen Beitrag zur PR Arbeit für Gründer geschrieben, lesenswert. Das Thema PR sollte [...]
[...] Wie kommt man als Start-up in Blogs und andere Medien? – Teil I: Erfolgsfaktoren | gründerszene Wie sollten Startups Blogger behandeln? Paar gute HIwneise (tags: startups web 2.0 PR presse tv weblogs) [...]
[...] Gründerszene hat einen anschaulichen Artikel über Medienarbeit für Gründer verfasst, auf den wir hier hinweisen möchten. Dieser Artikel ist Teil einer Serie, die sich mit der Kommunikation von jungen Unternehmen befasst. [...]
[...] ich im ersten Teil allgemeine (und von allen Experten ähnlich beurteilte) Erfolgsfaktoren der Medienpräsenz von [...]
[...] Punkt hat sich Jan noch mal ausführlich gewidmet und neben einer Betrachtung der Erfolgsfaktoren auch einige Expertenmeinungen eingeholt, datunter auch Jochen Krisch (Exciting Commerce) und [...]
[...] Teil eins und zwei des Beitrages geben wichtige Tipps zur PR-Arbeit für StartUps. Dafür wurden verschiedene medienpräsente Gründer, Journalisten und Blogger nach wichtigen Erfolgsfaktoren befragt. Lesenswert!!! [...]
Hallo an alle,
der Artikel ist sehr gut, aber Jan nun eine direkte Frage, welche Seiten sind empfehlenswert? Unser Verkaufs & Partnernetzwerk ist wohl eins der ersten in dieser Form, aber uns fehlt die Kenntnis dies auch richtig unter die Leute zu bringen. Über Hilfe und Tipps würde ich mich sehr freuen. Gern auch direkt an info@ziper.de
liebe Grüße an alle
Daniel
Kleiner Nachtrag, alles zu unserem System findet Ihr unter http://www.ziper.de
In unserem System kann jeder egal ob privat oder gewerblich seine Produkte Vorkostenfrei anbieten, es gibt Grundgebührenfreie Shopsysteme welche auch extern zu nutzen sind. Die Vermarktung aller Produkte erfolgt über ein Netzwerk aus Partnern und Partnerportalen. Also jeder kann sein eigenes Shoppingportal eröffnen, er kann es frei gestallten, hat eigene Seiten und Newsboxen. ziper berechnet Verkäufern 5% aus der Nettoverkaufssumme, an die Partnerportale werden pro Verkauf direkt 2% vergütet, für Verkäufe auf Partnerportalen gibt es 1%. Partnerportale sind direkt geworbene Portale.
LG
Daniel
@Daniel Genau solche Platzierung von Werbebotschaften ist es, die Blogger gar nicht mögen. Ein anschauliches Beispiel, das man schon wieder loben muss.
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