1000Jobboersen.de, HTGF, Neuhaus, Hamburg FOR Mobile, Finanzierung

Seit Juni letzten Jahres hat sich 1000jobboersen (www.1000jobboersen.de) der Aggregation von Jobportalen verschrieben. Mit einem Klick sollen Nutzer ihre Stellenanzeigen bei gleich mehreren angeschlossenen Portalen schalten können. Und damit dieser Dienst noch weiter ausgebaut und die Plattform vielleicht bald in 2000jobboersen.de umbenannt werden kann, haben gleich mehrere Investoren in einer Finanzierungsrunde in das StartUp aus Berlin investiert.

Finanzierung unbekannter Höhe für 1000jobboersen.de

Es sind insgesamt drei Investoren, die 1000jobboersen.de nun mit frischem Kapital ausstatten: Neben dem High-Tech Gründerfonds haben auch Neuhaus Partners und Hamburg FOR Mobile (handy.de, blau.de) investiert. Über die Höhe der Finanzierung wird sich ausgeschwiegen, für gewöhnlich investiert der HTGF aber im Bereich von 500.000 Euro.

Der „War-for-Talents“ war es, der beim HTGF den Ausschlag für eine Finanzierung gegeben hat: „Wir sehen, dass der Jobmarkt wieder erheblich anzieht und der War-for-Talents in der Form zurückkehrt, wie wir ihn noch aus 2007 in dramatischer Erinnerung haben. Die zielgerichtete Anzeigenschaltung auf Nischenportalen macht gerade bei der Suche nach Spezialisten absolut Sinn“, sagt Dr. Björn Momsen, Investmentmanager des High-Tech Gründerfonds.

Auch Neuhaus Partners konnte sowohl vom Konzept als auch vom Team hinter 1000jobboersen.de überzeugt werden: „Neben dem attraktiven Markt, der innovativen Technik und den bereits guten Umsätzen hat uns nicht zuletzt der Drive des Gründerteams überzeugt,” resümiert Managing Partner Matthias Grychta. Neuhaus Partners ist eine Venture-Capital-Gesellschaft aus Hamburg, die vorwiegend in Unternehmen aus dem Bereich Informationstechnologie investiert und seit seiner Gründung vor zwölf Jahren 55 Beteiligungen eingegangen ist. Bei 47 Investments und der inzwischen dritten Fondsgeneration bringt es Neuhaus Partners bisher auf zwei IPOs, 19 Trade-Sales, drei Buy-Backs und zehn Insolvenzen.

So funktioniert 1000jobboersen.de

Neben der Distribution von Job-Ads auf über 1.000 Job-Portalen und Social-Media-Kanälen hat 1000jobboersen.de auch ein System zur Verbesserung des Bewerberrücklaufs von Online-Stellenanzeigen entwickelt. Durch die Messung der eingestellten Online-Recruiting-Kanäle kann 1000jobboersen.de nach eigenen Angaben die verschiedenen Portale für jede Stellenanzeige so kombinieren, dass der größtmögliche Rücklauf an Bewerbungen zu erwarten ist.

Das Gründerteam von 1000jobboersen.de setzt sich aus Florian Behn, Benjamin Pochhammer und Matthew Beedle zusammen, die auch CareerMee.com, ein exklusives Karriereportal für MBA-Absolventen, an den Start gebracht haben. Ergänzt wird das Team inzwischen von Annika Fleischer, Stephan Mehdorn (ehemals Imedo) und Florian Schiffer (ehemals Absolventa).

Glaubt man Florian Schiffer, der als HR-Social-Media-Experte im Team von 1000jobboersen.de gilt, geht es den Kunden von 1000jobboersen.de weniger um die Quantität der Portale als vielmehr um die Qualität der Bewerber: „Die Ersparnis durch unsere guten Einkaufskonditionen interessiert die Unternehmen nur sekundär. Wichtiger sind ihnen die guten Bewerber.“

Intransparenz bei 1000jobboersen.de

Darin könnte auch eine der Herausforderungen für 1000jobboersen.de liegen: Bisher ist das Unternehmen eine ziemliche Blackbox. Unternehmen stellen ihre Stellenanzeigen ein und erhalten anschließend Bewerbungen, von denen nicht wirklich klar ist, auf welchen Kanälen diese nun gewonnen wurden. Zusätzlich zu den von 1000jobboersen.de angesteuerten Portalen tragen Jobcrawler die eigene Stellenanzeige auf weitere Jobportale, sodass der geneigte Gründer am Ende nicht mehr genau weiß, was wo in seinem Namen gepostet wurde.

Überhaupt sind Job-Postings häufig aber auch nicht der Hauptkanal für eine erfolgreiche Jobsuche. Stellenanzeigen an multiplen Stellen bringen zwar sofort viele Bewerbung, aber viele der Bewerber eignen sich für die jeweilige Stelle unter Umständen nicht oder kommen so zeitversetzt auf die Unternehmen zu, dass nicht mehr genau nachvollzogen werden kann, was der am Ende erfolgreiche Kanal war. Wenig Arbeit und geringe Kosten steht so auch eine geringe Transparenz gegenüber. Die beste Quelle für ein erfolgreiches Recruiting ist nach wie vor das persönliche Netzwerk.

Gerade für Unternehmen, die auf ein exaktes Tracking setzen wollen und die Verbreitung ihrer Marke im Internet aus Employer-Branding-Sicht kontrollieren wollen, kann dies unattraktiv sein. Ein Problem, das 1000jobboersen.de nicht verursacht, durch die Verbreitung der Stellenanzeigen aber bevorteilt. StartUps, die mit kleinem Geld eine maximale Verbreitung ihrer Stellenanzeige ohne großen Aufwand erreichen wollen, fahren mit 1000jobboersen.de also hervorragend. Professionelle HRler und Personal-Dienstleister, die sehr genau ihre Kanäle kennen und tracken wollen und nur auf qualitative Plattformen setzen, sind mit händischer Arbeit womöglich besser bedient.

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