wunderkit eingestellt 6wunderkinder

Mit meisterlichem PR-Aufwand wurde der Launch von Wunderkit einst eingeleitet, nun findet der Gruppen-Taskmanager ein appruptes Ende: Das Berliner Vorzeige-Startup 6Wunderkinder will sich in Zukunft nur noch auf die To-Do-Listen-App Wunderlist konzentrieren, die im Gegensatz zur großen Schwester durchaus gut von den Nutzern angenommen wird.

6Wunderkinder: Fokus auf Wunderlist

Eigentlich hätte es das Zugpferd der Berliner Softwareschmiede 6Wunderkinder (www.6wunderkinder.de) werden sollen, nun wird das zunächst ausgiebig und pompös angekündigte Wunderkit eingestellt. Die Aufgabenverwaltung, die insbesondere für Unternehmen angedacht war, habe zwar mit 400.000 Nutzern eine recht respektable Verbreitung erreicht. Allerdings habe dies nicht zu einer ausreichenden Nutzung geführt, heißt es von dem Unternehmen. Programmfehler, Probleme bei der Skalierung und eine zum Teil schlechte Usability habe bei den Nutzern für Frustration gesorgt – wie auch bei dem Wunderkit-Team selbst, schreibt 6Wunderkinder-Gründer Christian Reber in seinem Blogpost. Die 6Wunderkinder zeigen damit einen wirklich offenen Umgang mit dem einstigen Hoffnungsträger, auch wenn von dessen baldigem Ende bereits seit einer Weile gemunkelt wurde.

Nun will sich das Unternehmen voll und ganz auf sein zweites Produkt konzentrieren. Ursprünglich nur als kleiner Appetithappen für das nun aufgegebene Enterprise-Produkt, konnten die 6Wunderkinder mit Wunderlist nämlich einen durchaus achtbaren Erfolg landen. Mit rund fünfeinhalb Millionen Downloads und drei Millionen Nutzern soll die To-Do-Software nun den neuen Fokus des Unternehmens darstellen. In den kommenden Wochen werde man Version 2 vorstellen, eine Komplettüberarbeitung des Programms. Wunderkit werde noch ein kleineres Update bekommen, das auch eine Exportfunktion zur Verfügung stellt – damit die bisherigen Nutzer bei Laune gehalten werden können.

Erst zur Jahresmitte hatte es bei den 6Wunderkindern einen Gesellschafterwechsel gegeben: Das VC-Unternehmen Earlybird (www.earlybird.com) ist beim Berliner Startup eingestiegen und hat dabei die Anteile des High-Tech Gründerfonds (www.htgf.de), eines der ersten 6Wunderkinder-Investoren, herausgekauft. Die Gründe für den Ausstieg des High-Tech Gründerfonds wurden damals nicht genannt. Zuvor hatte das Jungunternehmen im vergangenen Jahr eine stattliche Finanzierung Niklas Zennströms Atomico in Höhe von 4,2 Millionen US-Dollar erhalten.

Wunderwirbel

6Wunderkinder wurde im August 2010 von Christian Reber, Charlette Prevot, Jan MartinDaniel MarschnerRobert Kock und Sebastian Scheerer gegründet. Geld verdienen wollte man hauptsächlich mit der Premiumversion der Wunderkit-App. Nun muss das Softwareunternehmen zeigen, dass es auch einen funktionstüchtigen Monetarisierungsansatz für die kleinere Version umsetzen kann. Der einst gehegte Traum von der Milliarden-Bewertung scheint zumindest erst einmal vorbei.

In den vergangenen Monaten hatten sich die Berliner nicht nur durch die Wunderlist-Erfolge hervor getan, sondern auch in der Szene für viel Wirbel gesorgt. Insbesondere hatte das Unternehmen mit einem kontroversen Statement die Copycat-Debatte stark angeheizt. Auch drangen vereinzelt Gerüchte von internen Unstimmigkeiten an die Öffentlichkeit. Zuletzt hatte CEO-Reber in einem Interview gesagt, Berlin brauche weniger Hype und mehr Fokus. Letzteren kann das Unternehmen nun seinem unbestrittenen Achtungserfolg Wunderlist uneingeschränkt zukommen lassen.

GD Star Rating
loading...
6Wunderkinder: Wunderkit wird eingestampft , 3.6 out of 5 based on 8 ratings
Alle Bilder in diesem Artikel unterliegen der Creative-Commons-Lizenz (Namensnennung-Keine Bearbeitung, CC BY-ND; Link zum rechtsverbindlichen Lizenzvertrag). Ausgenommen sind anders gekennzeichnete Bilder unter anderem von Panthermedia, Fotolia, Pixelio, Morguefile sowie Pressefotos oder verlagseigenes Bildmaterial.