Airbnb, Accoleo, Übernahme, Wimdu, 9Flats

Auch in San Francisco ist anscheinend die Welle angekommen, die das deutsche Internet-Segment derzeit in Sachen Privatunterkunftvermittlung erfasst hat: Nachdem zunächst Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher potent finanziert mit 9flats (www.9flats.com) an den Start gegangen ist und wenig später die Samwer-Brüder noch mehr Kapital für Wimdu (www.wimdu.com) aufgenommen haben, hat Vorbild Airbnb (www.airbnb.com) nun die Zeichen der Zeit erkannt und das deutsche Pendant Accoleo übernommen, um auch in Europa noch besser Fuß zu fassen.

Airbnb will in Europa einen Fuß in die Tür bekommen

Airbnb ist ein Community-Marktplatz für Menschen, die weltweit Privatunterkünfte mieten oder vermieten möchten und wurde bisher in Deutschland durch 9Flats (Stephan Uhrenbacher), Wimdu (Samwers) und Accoleo geklont. Während 9Flats mit insgesamt zehn Millionen Euro durch Redpoint Ventures (www.redpoint.com) und andere Geldgeber finanziert wurde und die Samwer-Brüder für das international an den Start gehende Wimdu wohl einen noch größeren Betrag akquirierten, ist Accoleo eher ein kleinerer Anbieter.

Eben jenes deutsche Pendant Accoleo aus Koblenz hat Airbnb nun vollständig übernommen und will damit wohl sein deutsches und europäisches Inventar ausbauen und sich einen regional kompenten Mitarbeiterstamm aufbauen. Mit der Übernahme von Accoleo erweitert Airbnb nicht nur sein internationales Netzwerk, sondern schafft gleichzeitig seine erste außeramerikanische Niederlassung – in Deutschland. Airbnb wird dazu in Hamburg in Kürze seine Zentrale für die europäische Markterweiterung eröffnen.

Diese Internationalisierungs-Ambitionen finden sich auch in den Worten von Brian Chesky, Mitgründer und CEO von Airbnb, wieder:

„Diese Übernahme ist der erste wichtige Schritt auf unserem Weg, die Airbnb-Community auch außerhalb der USA zu vergrößern und bekannter zu machen. Mit Accoleo als Teil des Airbnb-Teams und der Eröffnung unserer ersten internationalen Niederlassung in Hamburg können wir den Wünschen und Bedürfnissen der begeisterten Airbnb-Community in ganz Deutschland noch besser entgegenkommen.“

Mit Accoleo übernimmt Airbnb auch das Team rund um Gründer Gunnar Froh (siehe Foto), der auch für die deutschen Aktivitäten von Airbnb verantwortlich sein und mit dem Unternehmen von Koblenz nach Hamburg ziehen wird. Auch wenn es sicherlich beileibe kein umfangreicher Millionenbetrag ist, den Airbnb für Accoleo überweist – die genaue Summe bleibt unbekannt – darf Accoleo-Mitgründer Gunnar Froh zufrieden sein: „Wir freuen uns sehr, unsere Kräfte mit einem Unternehmen zu bündeln, das die Reisebranche nachhaltig revolutionieren wird – Airbnb verändert die Art und Weise die Welt zu entdecken.“

Müssen sich 9Flats und Wimdu fürchten? Nö.

Spannend an diesem Schritt von Airbnb ist sicherlich der Umstand, dass das 2008 gegründete US-Unternehmen nun anscheinend die Zeichen der Zeit erkannt hat und den deutschen Wettbewerb sehr ernst nimmt. Zurecht: Mit den Samwers und Stephan Uhrenbacher sind nicht nur erfahrene, sondern auch gut finanzierte Entrepreneure unterwegs und speziell Wimdu wird unter der Leitung von Arne Bleckwenn und Hinrich Dreiling sicherlich ein (Online-)Marketing-Feuerwerk abfackeln, dem Airbnb ohne fundierte Kenntnisse der deutschen Szene wohl wenig entgegenzusetzen hat. Vor allem dürfte Airbnb damit zunächst als Exit-Kanal für die anderen deutschen Klone wegfallen.

Fürchten müssen sich 9Flats und Wimdu dennoch wohl eher nicht vor Airbnbs Deutschland-Ambitionen, weil das US-Portal bisher eher stetig in Communityform gewachsen ist und in Deutschland auch mit Accoleo erst einmal Fuß fassen muss. Vor allem überrascht es etwas, das Airbnb nicht Berlin als Standort gewählt hat, das für die europäische Internetszene immer mehr an Relevanz gewinnt. Der europäische Markt wird wohl auch nur bedingt ein Fokusthema für Airbnb sein, dennoch haben die US-Amerikaner nun ein Zeichen gesetzt, das schließen lässt, dass man die europäische Kampfansage ernst nimmt und erwidert.

GD Star Rating
loading...
Airbnb übernimmt Accoleo und expandiert nach Europa, 3.0 out of 5 based on 2 ratings
Alle Bilder in diesem Artikel unterliegen der Creative-Commons-Lizenz (Namensnennung-Keine Bearbeitung, CC BY-ND; Link zum rechtsverbindlichen Lizenzvertrag). Ausgenommen sind anders gekennzeichnete Bilder unter anderem von Panthermedia, Fotolia, Pixelio, Morguefile sowie Pressefotos oder verlagseigenes Bildmaterial.