bin ich ein gründer?

bin ich ein startup?

habe ich hier etwas verloren?

soll ich etwas bloggen?

interessiert das einen?

nehme ich mich möglicherweise zu wichtig?

wird mein text gleich wieder von der administrativen seite gelöscht?

 

Seit einigen Stunden grübele ich nach Antworten, finde aber keine. Egal. Ich habe eine Firma, die ist im Internet und mittelmäßig erfolgreich, alle sagen: „wir leben im Jahr 2008! wer nicht wenigstens einmal was bloggt, verliert“ – also schreibe ich mal:

 

Aus einer Laune und mit dem kaufmännischen Herzen am rechten Fleck habe ich Ende 2003 angefangen Bücher und Cds im Internet zu verkaufen. Mein Startkapital lag bei 1000 Euro. Die Idee war damals völlig einfach und banal: Kaufe Sammlungen o.g. Artikel bei ebay und verkaufe diese einzeln auf anderen (oder auch ebay) Internetplattformen weiter. Das Geschäft entwickelte sich langsam aber gut – die Wohnung wurde als Lager irgendwann zu klein, was dazu führte, daß ein Lagerraum angemietet wurde. Irgendwann nach knapp einem Jahr kam ein Freund als Aushilfe mit dazu. Der Umsatz 2004 : damals unglaubliche 50.000 Euro und 2005 150.000 Euro.

 

Die Idee:

Trotz der mitleidigen Blicke, die man im Freundeskreis erhascht, wenn man mitteilt, man handele im Internet mit Cds, war mir klar: da geht noch was. Der Verkauf gestaltete sich mit der Zeit (mit den richtigen Verkaufsplattformen – vor allem im Ausland) einfacher als der Einkauf. Das ebay-Modell schien also aus der Mode gekommen zu sein. Die Ware musste woanders herkommen. Nicht so einfach! Woher nehmen? In Zeitungen inserieren „ich kaufe an?“, auf den Flohmarkt gehen? Nö, leider bin ich dazu viel zu faul. Ich möchte alles möglichst von meinem PC aus steuern können. Die Lösung lag auf der Hand. Angekauft wird ab sofort über das Internet. Der User soll ganz bequem seine alten Cds, DVDs und Spiele über das Internet verkaufen können. Zu einem Festpreis.

 

Die Lösung:

Schnell war momox.de geboren. Ein -bis dato Deutschlands einzigster- Onlineankaufshop. Der willige Verkäufer kann dort durch Eingabe des Artikelbarcodes seine alten Scheiben in einen Verkaufskorb legen und anschließend einsenden. Die Ware wird dann geprüft und der vereinbarte Betrag wird überwiesen. Glück gehabt! Als erster hat man es immer recht einfach. Die Seite wurde schnell größer und bekannter. Der Umsatz kletterte, die ersten Aushilfen kamen (und wurde später zu Festangestellten).

 

Die aktuelle Situation:

9 Festangestellte Mitarbeiter, eine Aushilfe, 2007 Umsatz im einstelligen Millionenbereich, 2008 Umsatzverdoppelung zu 2007. Jeden Monat eine Konkurrenzseite mehr – aber das belebt ja – habe ich mir sagen lassen – den Markt. Und weil die Arbeit bei uns total viel Spaß macht, ist auch ein Comedian und Schauspieler bei uns beschäftig (während den Drehpausen archiviert der sehr gerne Cds und DVDs). Oliver Muth sein Name (wer will kann ihn ja mal googeln).

 

Das Ziel:

Nicht mehr länger nur größter deutscher Onlinehandel für gebrauchte Cds, DVDs und Spiele sein – sondern das auch weltweit erreichen. Selbiges gilt natürlich auch für den in Kürze startenden Buchankauf.

Und natürlich irgendwann mal die Hütte an einen netten Investor für nettes Geld verkaufen, um anschließend nur noch faul rumzuliegen und dabei gelassen dem eigenen Körper bei der Selbstverformung durch Bier und Pizza zusehen.

 

Das Rezept:

Meide Kredite, meide Web 2.0, meide Kontakte, meine Ratschläge anderer, meide Blogs … scheint leider ab einer gewissen Größe nicht mehr zu funktionieren und die Erkenntnis daraus: der Rock´n Roll im Geschäftsleben weicht immer mehr einem komplexen erfolgsorientierten Denken und Handeln. Schade eigentlich.

 

Kontakte:

Wer macht etwas, wovon er denkt, das könnte sich mit dem o.g. Geschäftsmodell ergänzen? Wer hat Lust auf Kooperationen? Ich bin offen für neue Ideen. Einfach mal melden. (darf man hier sowas schreiben? ohje keine ahnung)