Facebook, Sven Schoof, Nils Jünemann, Das neue VZ, MySpace, StudiVZ, MeinVZ, SchülerVZ, Verlagsgruppe Georg von Holzbrinck , VZ-Relaunch, Clemens Riedl, Social Network, Soziales Netzwerk, Soziale Netzwerke, VZ-Tod, StudiVZ-Relaunch,

Manchmal wundern Anrufe ganz besonders. Wie heute. Nur zwei Wochen nach dem Relaunch verlässt CEO Clemens Riedl die VZ-Netzwerke (www.vz-netzwerke.net). „Es ist der beste Zeitpunkt zu gehen, ich habe die Netzwerke auf einen guten Weg gebracht. Und wünsche meinem Baby nur das Beste“, sagte Riedl gegenüber Gründerszene. Vielleicht kommt sein Absprung aber auch genau richtig, zumindest für ihn. Seine Nachfolgerin wird die ehemalige Geschäftsführerin der Lokalisten (www.lokalisten.de) Stefanie Waehlert. Riedl verlasse die VZ-Netzwerke auf eigenen Wunsch und wolle sich neuen beruflichen Aufgaben widmen. Welche das sind, hat er noch nicht verraten. Für Riedl könnte der Absprung noch rechtzeitig kommen – doch wenn es um die Frage nach einer rosigen Zukunft für die VZ-Netzwerke geht, hinterlässt der Ausstieg einen Beigeschmack des Zweifels.

Manager-Schwund bei den VZ-Netzwerken

Clemens Riedl verlässt die VZ-Netzwerke. Drei Jahre habe er an der Neugestaltung gearbeitet, jetzt sei der Moment gekommen zu gehen, sagte Riedl zu Gründerszene. Nun wolle er „unternehmerisch tätig“ werden.

Riedl durchlebte eine abwechslungsreiche Zeit bei den VZ-Netzwerken. Denn mit dem Aufstieg von Facebook begann der Niedergang des einstigen Giganten. Schnell wirkten die VZ-Netzwerke alt, zu national und unkreativ. Rasend schnell machte sich das auch bei den Nutzerzahlen bemerkbar. Der Absprung wirkt lang geplant, ist mit Stefanie Waehlert bereits die passende Geschäftsführerin zur Stelle.

Nach Informationen der W&V (www.wuv.de) wollte Riedl bereits im Frühjahr gehen. Mit dem Ausstieg folge er anderen VZ-Managern – unter anderem seien Sales-Chef Sven Bagemihl, der Finanz-Verantwortliche Thomas Baum und im vergangenen Jahr Technik-Chef Jodok Batlogg gegangen.

Unter Riedls Führung konnte der Umsatz nach Unternehmensangaben in 2010 auf rund 30 Millionen Euro gesteigert werden. Die Nutzerzahlen sinken allerdings rapide. Laut der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) hatten die VZ-Netzwerke im September nur noch 104,51 Millionen Visits, immerhin fast 20 Prozent weniger als noch im August und über 70 Prozent weniger als im Vorjahr.

Riedl begleitet VZ-Netzwerke beim Übergang zur neuen Geschäftsführerin

Zuletzt hatte Riedl den Relaunch der VZ-Netzwerke geleitet: Die drei Netzwerke wurden auf den Marktstandard gebracht (Technik, Usability, Design), die Nutzer sollen künftig im Mittelpunkt stehen und mit einer Nischenstrategie wollen die Macher auf die Bedürfnisse der Nutzer eingehen. Im Fokus soll künftig der Nutzerdialog stehen. Mit dem Relaunch sorgte er für mediale Aufmerksamkeit. Zu spät – vermutlich. Welche Ergebnisse der Launch tatsächlich bringen wird, bleibt abzuwarten.

„Clemens Riedl hat die VZ-Netzwerke vom Startup zum erfolgreichsten Social Network Deutschlands entwickelt, wir bedauern sein Ausscheiden sehr und bedanken uns für die exzellente Zusammenarbeit. Deshalb freue ich mich, dass Clemens Riedl in der nächsten Zeit noch für einen reibungslosen Übergang zur Verfügung steht“, sagt Markus Schunk, Geschäftsführer des VZ-Eigentümers Holtzbrinck Digital (www.holtzbrinck-digital.com).

Waehlert kennt sich mit sinkenden Nutzerzahlen aus

Clemens Riedls Nachfolgerin Stefanie Waehlert habe umfangreiche Erfahrung in Digitalmärkten und arbeitete unter anderem bei der Deutschen Telekom und T-Online International in leitenden Funktionen. Zuletzt war sie drei Jahre Geschäftsführerin bei der Lokalisten Media GmbH. „Für die richtungsweisende Weiterentwicklung der VZ-Netzwerke haben wir mit Stefanie Waehlert die Idealbesetzung gefunden, um an den bisherigen Erfolg anzuknüpfen“, sagt Markus Schunk.

Waehlert kennt das Geschäft mit den sinkenden Nutzerzahlen nur allzu gut: Die Lokalisten hatten im September mit 6,57 Millionen Visits fast zwölf Millionen weniger Besuche als noch im August 2010. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Minus von 73,04 Prozent. Ob die neue Geschäftsführerin den kleinen Lichtblick des Relaunches der VZ-Netzwerke erhalten kann, bleibt abzuwarten. Bereits bei den Lokalisten fehlte die Idee zur Rettung.