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Clone Wars II: Aufklärung zur Dealando-Affäre und weiteres Kanonenfutter

8. Januar 2010 von Joel Kaczmarek, Matthias Glumbek 19 Kommentare

Welche Ausmaße es annehmen kann, wenn eine Unternehmensidee als erfolgversprechend angesehen wird und zahllose Mitbewerber sich um den Kuchen scharen, zeigt die Entwicklung bei der Online-Portalen, die Gruppenrabatte für ihre Produkte anbieten. Wer will noch mal, wer hat noch nicht, schallt es vom Marktplatz Internet herüber. Und alle zieht es hin.

groupon-klone

Das Modell Groupon hat in Deutschland bereits viele Nachahmer gefunden. Fast zeitgleich sind Heimatpreis (www.heimatpreis.de), Coupomania (www.coupomania.de), DailyDeal (www.dailydeal.de) und Mycitydeal (www.mycitydeal.de) gestartet und haben so den ohnehin nicht sehr großen Markt beinahe schon unter sich aufgeteilt. Und dabei ist das Modell recht schwer: Lukasz Gadowski gibt zu bedenken, dass in Deutschland keine solche Coupon-Kultur herrscht wie in den USA, dem Heimatmarkt von Groupon. Hinzu kommt, dass ein unglaublicher Akquise-Aufwand notwendig ist und Akquise ist bekanntlich teuer. Vor allem wenn es darum geht, dass extrem ausgeprägtes lokales Knowhow gefragt ist, will man die 25 größten Städte in Deutschland bedienen.

Ergo: Wer jetzt versucht auf diesen Zug aufzuspringen, braucht also vor allem einen starken Investor, der die Akquise-Kosten trägt und ein starkes Netzwerk mitbringt. Potenzielle Investoren gibt es von vornherein nicht sehr viele. Der erste Name ,der fällt, ist Samwer. Die drei Brüder Marc SamwerOliver Samwer und Alexander Samwer sind bekannt für ihre harsche StartUp-Politik: Wer nicht schnell die Zielsetzungen erbringt, wird geschlossen. Dreambookers lebte zwei Monate, Beautydeal nicht viel länger.  Wie lange es Mycitydeal geben wird, hängt also stark von der Performance der Seite ab.

Und so schnell wie die Seite geschlossen werden könnte, wurde sie auch aufgebaut, wodurch sich die Namensverwirrung erklärt, die Exciting Commerce, Deutsche Startups und sogar TechCrunch dieser Tage beschäftigt. Zur Aufklärung: Mycitydeal startete ursprünglich unter dem Namen “Stardeals”, auf den dann “Dealando” folgte, der an Erfolge wie Alando oder Zalando anknüpfen sollte. Letztendlich wurde der Groupon-Lookalike dann aber eben Mycitydeal und nicht Dealando genannt.  Die Domains wurden dennoch gekauft und im Rocket Internet-Konglomerat verortet, wobei Dealando letztenendes beim Swoopo-Klon DealStreet landete. Dealando ist also kein weiterer Groupon-Klon, sondern das Überbleibsel einer chaotischen Namenssuche, so versicherte es eine interne Quelle gegenüber Gründerszene.

Kanonenfutter: Zwei weitere Klone machen sich auf den Weg

Was zählt, ist also eine neue Idee. Und die scheint gerade im “Land der Ideen” zu fehlen. Es sei denn, man versucht es mit einem außergewöhnlichem Design, außergewöhnlichen Angeboten oder einer außergewöhnlichen Sprache. Letzteres beweist ein Screenshot vom nächsten Portal, das sich anschickt, die Deutschen mit Gruppenrabatten zu locken. Trotzdem ist zu hoffen, das “Dailypon” – selbst das könnte schon fast ein Schreibfehler sein – noch einen Feinschliff bei Angebot und Präsentation vornimmt. Die Seite strotzt nur so vor Übersetzungs- und Rechtschreibfehlern.

Einen zweiten Klon bildet das Portal UnserDeal.de (www.unserdeal.de) – ein weiterer lokaler Live-Shoppingdienst im Stil des US-Vorbilds. Deutsche Startups führt UnserDeal.de via Denic auf Somakanthan Somalingam aus Ulm zurück, der laut Xing für Research & Development – Display Integration bei Nokia zuständig ist.

Der Prognose folgend, dass der kostenintensive Aufbau Kriegsopfer fordern wird, werden es diese neuen Klone sowie die kleineren unter den Nachmachern wohl am schwersten haben. Vermutlich wird zum Ende des Jahres das Scharmützel nur noch die beiden Player DailyDeal und Mycitydeal umfassen. Vorausgesetzt die Samwer’schen Zielwünsche werden erfüllt, wobei man sich von dem Modell aber viel verspricht. Aber wer auch immer als Verlierer hervorgehen wird – die jungen Gründer können anschließend ja wieder pitchen und das nächste XYZ-Deal an den Start bringen…

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19 Kommentare »

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  • Istso

    Ich würde mich jetzt nicht als übermäßig geprägt bezeichnen, sprich gar nicht derartig geprägt… aber sorry DailyPon klingt wie DailyPorn…

  • Niklas

    Ist Dailypon nicht viel mehr ein Joke der seit Tagen durch Twitter geistert, als der nächste echte Clone?

  • Johann Q

    “in Deutschland keine solche Coupon-Kultur herrscht wie in den USA”

    Wie ich bereits an anderer Stelle bemerkt habe: Das mag für Deutschland stimmen, aber wer beschränkt sich denn noch auf Deutschland?

  • Tobias

    vll. können die jungs von dailypon und dailyporn ja einen linktausch machen und sich so gegenseitig ein bißchen pushen. stehen ja nicht in konkurrenz :)

  • Klaus-Martin Meyer

    vielleicht ist der ansatz richtig, dass couponing modelle jetzt abheben könnten. glaube aber eher, dass es ein mobiler ansatz sein muss und dass offline-firmen ähnlich einfach coupongs über eine internetplattform einstellen können müssen, wie es einfach ist eine adwords-kampagne zu starten.

    wer dann mit seinem iPhone unterwegs ist, der kann sich anzeigen lassen, in welchen shops es gerade tolle angebote nach dem strickmuster 2 zum preis von einem gibt. das ganze könnte dann pro eingelöstem oder pro abgerufenem gutschein abgerechnet werden. bei einem solchen modell bräuchte man keine ortkenntnise, es wäre weltweit skalierbar und die akquisekosten könnten unter kontrolle gebracht werden.

    grusz
    klm

  • Hans

    Wenn man das liest glaubt man fast dass der Autor den Witz von dailypon nicht gerafft hat…my Zeugs, ich lach mich schlapp!

  • Jochen (Exciting Commerce)

    Nicht schlecht, aber die ganze Wahrheit ist das wohl noch nicht. Ich glaube, Techcrunch hat in dem Fall bessere Quellen. Die Auflösung gibts dann ggf. auf den Live Shopping Days :-)

    BTW: Wer lohnenswerte, neue E-Commerce-Ideen sucht, der sollte sich das Exceed Camp http://exceed.excitingcommerce.de/ nicht entgehen lassen.

  • Sebastian

    Ich denke nicht, dass das Problem die Couponkultur in D ist.
    Ich sehe eher das Problem darin, dass man in einer Stadt mit 10.000 Einwohner wohl ein Problem hat ein gutes Onlineangebot taeglich zu finden.
    In D hat man,im Gegensatz zum Rest der Welt, es geschafft, dass auch ja keine Stadt mehr als 5 Einwohner hat. Das leider verarmte Berlin mal ausgenommen.

  • Joel

    @kmm: Ja, interessanter Ansatz, finde ich spannend, aber warum die Akquise-Kosten weg fallen würden, ist mir nicht ganz klar…

    @Jochen: ich glaube, dass meine Quelle gut ist… Aber ich lass mich überraschen. Halt mich auf dem Laufenden :-). Mycitydeal wird in den nächsten 3-4 Wochen übrigens auch in Frankreich und UK internationalisieren. Spräche womöglich gegen eine Schließung in Dreambookers-Zeit.

    LG

    Joel

    P.S. Besucht mal alle das Exceed-Camp – Jochen macht einen guten Job ;-).

  • Alf Brünn

    @Sebastian: Das ist in fast keinem europäischen Land anders. Weder Frankreich, GB, Italien oder Spanien haben mehr als 1-2 Millionenstädte.

  • Horst

    Ich bin fest davon überzeugt, dass diese neuen Konzepte dieses Jahr sehr stark den deutschen bzw. europäischen Markt revolutionieren werden.
    Vor allem ergeben sich dann neue Möglichkeiten, wenn der Markt erst mal sensibilisiert wird.

    Es wird z.Z. eine neue Branche geboren.

  • Andreas

    Qype hätte das lokale Knowhow um so einen Dienst abheben zu lassen. Die verkaufen ja schon Premiumeinträge und Coupons gibt es ja auch schon auf qype. http://bit.ly/4D1TWb

  • Klaus-Martin Meyer

    @Joel ganz fallen Sie sicher nicht weg. aber die webetreibenden könnten Ihre coupons direkt über ein webinterface einstellen. man brächte nicht einzelne aktionen generieren und täglich grafisch aufbereiten. zumal man dann sicher die akquise auch gut über affiliate-programme regeln könnte.

  • Johann Q

    @Andreas: Dauer-Coupons sind aber ein ganz, ganz alter Hut und nicht sonderlich attraktiv für alle Beteiligten.

  • Joel Kaczmarek

    Also ich glaube auf jeden Fall auch, dass das mobil spannender sein könnte und die Schwierigkeit besteht in der Content-Allokation. Da kann Qype auch ein Liedchen singen, die das ja als einzige in Deutschland so richtig für ihr Geschäftsmodell geschafft haben. Ansonsten überrascht es wirklich, dass ausgerechnet das Groupon-Modell zu Beginn des Jahres so abgeht. Haben wohl einige geresearcht zum Ende des Jahres…

  • nikolas woischnik

    Liebe Kollegen, im Namen des “Dealando” Teams möchte ich kurz mitteilen, dass die Samwers (bzw. Rocket) in “Dealando” nicht verwickelt sind.

    “Dealando” war bislang Arbeitstitel für ein start-up, dass noch diesen Monat launchen und welches das Groupon-Modell für den deutschen Markt adaptieren wird. Näheres zu “Dealando”, dem Team sowie unserem Differenzierungsansatz im “Groupon-Markt” erfahrt ihr auf den Live Shopping Days am 28.01.

    Bis dahin wünschen wir frohes Schaffen und sichere Daisy-Days. Grüße aus dem verschneiten Berlin!

    Euer “Dealando” – Team
    Nikolas Woischnik

  • Johann Q

    Oh, also noch ein weiterer im Markt. 5 Startups mit der gleichen Idee… da kann man sich ja schon ausrechnen, dass es mindestens 2 nicht schaffen werden länger als ein paar Monate aktiv zu sein! ;)

  • Benny

    Also irgendwie erinnert mich dieser ganze Groupon Hype in Verbindung mit mobile ein wenig an die wirklichen Anfänge von Jamba! (ja, es gab eine Zeit vor den Klingeltönen):

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/8/8986/1.html

    “(…)Tatsächlich sind die Möglichkeiten zahlreich, die sich dem mobilen Surfer von November an bieten sollen, wenn Jamba! richtig loslegt. Über die WAP-Startseite findet der Profi-Nutzer Nachrichtenticker, Börsencharts mit Transaktions-Funktionen oder Reiseinformationen. Alles natürlich genau auf seine Bedürfnisse zugeschnitten und Plattform- bzw. Dienste-übergreifend. So kommt beim Absturz der Nokia-Aktie gleich der entsprechende “SMS-Alert” mit einem Link zum eigenen Online-Broker aufs Handy, das dann auch von Siemens sein darf. Und kaum steigt man in Berlin oder München aus dem Zug, erreicht den ausgeschlafenen Reisenden auch schon die Party-SMS, die das Club-Programm zu den ausgewählten Dance-Richtungen präsentiert. Natürlich kennt Jamba! auch die Nachtvorstellung des Kinos um die Ecke, wobei der Kartenkauf nur noch ein Klick ist. Kommt man dann müde aus der Disco oder dem Kino, ist das Taxi schnell bestellt, da dem Fahrer der Standort automatisch mit angegeben wird. (…)

    Die ganzen Ideen, die 2000 im Raum standen, scheinen so langsam wirklich Sinn zu eregeben.

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