Clone Wars V: Rückkehr der DailyDeal-Ritter – Finanzierungsrunde im Millionenbereich
Sie eröffneten den von Gründerszene so liebevoll als “Clone Wars” bezeichneten Wettstreit der deutschen Groupon-Klone, nun legen sie in der sechsten Episode noch einmal nach: DailyDeal (www.dailydeal.de) gab heute bekannt, ein siebenstelliges Investment durch Klaus Hommels, Oliver Jung, Michael Brehm und Stefan Glänzer eingefahren zu haben.

Das Geld soll für die “qualitative Weiterentwicklung des StartUps” eingesetzt werden. Vor allem gilt es auch, im Groupon-Schniedelvergleich Boden gut zu machen: Der von den Jamba-Brüdern Marc, Oliver und Alexander Samwer ins Leben gerufene Konkurrent CityDeal (www.citydeal.de) hat aus den Taschen von Rocket Internet, Holtzbrinck Ventures und dem Otto-Ableger eVenture Capital Partners bereits vier Millionen Euro eingefahren. Will DailyDeal wachsen, evtl. auch international, ist ein umfangreiches Funding also kaum zu umgehen.
Begonnen hatten die Klonkriege damit, dass Michael Brehm, Stefan Glänzer und Jochen Maaß ein Seed-Investment bei DailyDeal tätigten. Dem folgte eine explosionsartige Ausweitung der Kontrahenten auf insgesamt neun Player (von denen einer schon das Zeitliche gesegnet hat). Die Samwers konterten mit einem Vier-Millionen-Investment in CityDeal, das so in der DACH-Region, Frankreich und Großbritannien auf Erfolgskurs gebracht werden sollte. Nun zieht DailyDeal also mit einem Millionen-Investment nach.
Entsprechend freudig summiert Fabian Heilemann, Gründer und Geschäftsführer von DailyDeal, die heutigen Ereignisse: „Es ist ein großer Vertrauensbeweis, dass Klaus Hommels sich bei uns engagiert, da er mit Investments in Skype, Facebook oder Xing in der Vergangenheit immer das Gespür für die erfolgreichsten Sektoren und Firmen hatte. Genau wie Michael Brehm und Stefan Glänzer, werfen auch Oliver Jung und Klaus Hommels ihr tiefes Verständnis im eCommerce und Social Web in die Waagschale.”
Witzig: Nachtrag zum Dealando-Intermezzo
Für einigen Gesprächsstoff sorgte ja auch der Name “Dealando”, von dem einige zunächst annahmen, die Samwers hätten sich diesen für einen zweiten hauseigenen Groupon-Klon gesichert, woraufhin sich jedoch Reduti zu Wort meldete und eine eigene Fassung der Geschehnisse andeutete. Gründerszene konnte hier nun weitere Hintergründe in Erfahrung bringen:
Der Name Dealando soll von einem der Reduti-Team-Mitglieder erdacht und an den DealStreet-Gründer Sebastian Nienaber übergeben worden sein, ist dieser doch der Cousin von Reduti-Aktivist Nikolas Woischnik. Nachdem der Name jedoch von Nienaber nicht benutzt wurde und Reduti ihn für seine Groupon-Adaption als geeignet empfand, fragte man Nienaber, ob man ihn bekommen könne. Der Name soll in Aussicht gestellt worden sein, so dass Reduti ihn als Arbeitstitel für Angel- und VC-Präsentationen benutzte. Auf Irrwegen fand der Dealando-Titel dann allerdings den Weg zu TechCrunch und die “Dealando-Affaire” nahm ihren Lauf. Die Samwers haben den Namen dann (verständlicherweise) nicht verkaufen wollen. Heute gibt man bei Reduti an, froh über den gewählten Namen zu sein, sollen doch die eigenen Deal-Scouts und Freunde Dealando vielfach falsch geschrieben haben.
3 Gründe warum das Groupon-Modell schwer ist
Während die Gründerteams und die zugehörigen Investoren das Groupon-Modell beschwärmen, schüttelt die Szene eher etwas konsterniert den Kopf, ob der vielen Konzepte in diesem Segment. Grund genug, einmal darüber nachzudenken, welche Umstände das Modell, bei dem eine gewisse Anzahl an Nutzern zustande kommen muss, um ein täglich wechselndes LiveShopping-Angebot für die größten Städte in Deutschlandzu aktivieren, schwer machen:
- Marktkultur: Lukasz Gadowski gab früh zu bedenken, dass in Deutschland keine solche Coupon-Kultur herrscht wie in den USA, dem Heimatmarkt von Groupon. In den USA sind Gutscheine wesentlich etablierter und die Online-Kultur ausgeprägter.
- Akquise-Aufwand: Um täglich attraktive Angebote zu bieten, ist ein umfangreicher Akquise-Aufwand notwendig und Akquise ist bekanntlich teuer. Die gut finanzierten StartUps werden hier also die Nase vorne haben.
- Lokales Knowhow: Um die größten Städte Deutschlands bedienen zu können, ist ein extrem ausgeprägtes lokales Knowhow notwendig, insbesondere, wenn man sich mit sieben anderen Seiten um die Gunst der Kooperationspartner schlagen muss.
- Kleiner Markt: Das allte Dilemma – der deutsche Markt ist einfach überschaubar. Wer auf Dauer skalieren möchte und hohe Gewinne einzufahren gedenkt, muss schnell internationalisieren und/oder zahlreiche Städte einbinden. Zum Vergleich: Groupon bedient 40 Städte.
- Kleine Gewinnspannen: Die Einnahmen der Groupon-Klone dürften überschaubar sein, wenn sie täglich nur ein Angebot schalten und dort dann einen Abendessen für 100 Personen um 20 Euro billiger machen. Eine Ausweitung des Modells dürfte hier sinnvoll sein.
Hier noch einmal eine Übersicht der ernsthaften deutschen Deal-of-the-Day-Konzepte:
- CityDeal (www.citydeal.de)
- DailyDeal (www.dailydeal.de)
- Heimatpreis (www.heimatpreis.de)
- iKupon.de (www.ikupon.de)
- UnserDeal.de (www.unserdeal.de)
- Teambon (www.teambon.de)
- Reduti.de (www.reduti.de)
- Cooledeals (www.cooledeals.de)
- RIP: CoupoMania (www.coupomania.de)
Artikel zum Thema Groupon-Klone:
- Bekannte Gesichter mit neuem Look: Auf Beautydeal folgt Mycitydeal
- Clone Wars: DailyDeal gewinnt drei bekannte Seed-Investoren
- Clone Wars II: Aufklärung zur Dealando-Affäre und weiteres Kanonenfutter
- Clone Wars III: Das Samwer-Imperium schlägt zurück – 4 Mio. für CityDeal
- Clone Wars IV: Die CityDeal-Gründer und CouponMania sind die ersten Opfer
Bildmaterial: dmscs
Über den Autor Joel Kaczmarek:
Joel Kaczmarek ist seit März 2009 Chefredakteur von Gründerszene. Damit verantwortet er die Zusammenarbeit mit den Ressortleitern und den Bereich “News” und “Allgemeines”. Joel hat einen Master in Europäische Medienwissenschaft und hat Design Thinking am HPI studiert. Sein Gründerszene-Debut hat Joel mit der ersten StartUp-Story “Dienstag ist Betterplace-Tag” geliefert. Joel hat die Gründerszene-Datenbank entwickelt, die im November 2009 an den Start ging.



Hey Joel, weißt du wieviele Groupon Klone es im Groupon Mutterland gibt und wie die performen?
Nicht wirklich, Sascha. Wäre es aber eigentlich mal Wert, zu recherchieren…
Du bitte :-)
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