Coffee Circle, Tengelmann, Kaffeestartup

Der Einzelhandelsriese Tengelmann (www.tengelmann.de) investiert weiterhin fleißig im Internetsegment und gab heute seinen Einstieg bei Coffee Circle (www.coffeecircle.de), einem Onlineanbieter für Premiumkaffee mit nachhaltigem Ansatz, bekannt. Mit der Übernahme von knapp 30 Prozent unterstreicht Tengelmann sein Interesse am Kaffeesegment und kehrt damit ein Stück weit zu seinen Wurzeln zurück.

Tengelmann kehrt zurück zu seinen (Kaffee-)Wurzeln

Knapp 30 Prozent sicherte sich das Familienunternehmen aus Mülheim an der Ruhr und investierte in die hinter Coffee Circle stehende Berliner Circle Products GmbH. Die Investition erfolgt im Rahmen einer Kapitalerhöhung, deren genaue Höhe nicht genannt wurde, sich aber im niedrigen siebenstelligen Bereich bewegen könnte.

Coffee Circle bietet in seinem Onlineshop äthiopische Spitzenkaffees aus nachhaltigem Anbau an und kombiniert dies mit direkter Aufbauhilfe in den Produktionskooperativen vor Ort. Damit ist Coffee Circle bereits das vierte nahrungsorientierte Internet-Investment von Tengelmann nach Lieferheld (www.lieferheld.de), dem Fleischversender Otto Gourmet (www.otto-gourmet.de) und der Spezialitäten-Webseite Enólogos (www.enologos.com) – eine recht stattliche Anzahl dafür, dass Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub zunächst nicht so recht an Food im E-Commerce-Bereich glauben wollte, wenngleich Kaffee auch nicht zu den stark verderblichen Produkten zählt und Lieferheld eher einen Dienstleister darstellt.

Tengelmann, das selbst seine Unternehmensgeschichte als Kaffeeröster und -Importeur begann, kehrt mit dem Investment in Coffee Circle also auch ein Stück weit zu seinen Wurzeln zurück: “Ganz abgesehen davon, dass das Geschäftsmodell mich sofort überzeugt hat, passt Coffee CircIe perfekt zum Familienunternehmen Tengelmann. Nicht nur, dass unsere Vorfahren vor 144 Jahren ihr Geschäft auf den Kolonialwarenhandel mit Kaffee und Kakao gründeten, auch das soziale Engagement passt prima zu unserer Nachhaltigkeitstradition”, begründet Karl-Erivan Haub, Geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Tengelmann, die neue Beteiligung.

Coffee Circle befindet sich in einem herausfordernden Segment

Auch wenn Kaffee nicht zu jenen Food-Produkten zählt, die aufgrund ihrer Verderblichkeit logistische Herausforderungen stellen, hat sich Tengelmann mit Kaffee dennoch ein herausforderndes Segment ausgesucht. Während Online-Anbieter, von denen häufig günstige Preise erwarten, gegen Preise ankämpfen, die durch umfangreiches Marketing doch recht deutlich überhöht sind, wird es einkaufsseitig immer schwieriger, an guten Spezialitätenkaffee zu gelangen. Nachdem auch Wachstumsmärkte wie China oder Indien ihren Kaffeeimport nach oben geschraubt haben und so mit zu den enormen Wachstumsraten im Segment beigetragen haben, sind die Preise für Spezialitätenkaffe stark gestiegen während gleichzeitig ein Verfügungsproblem vorherrscht.

Vor allem hat Coffee Circle große Konkurrenz im Kaffee-Online-Segment: Neben dem Unternehmen aus Berlin sind auch andere Webshops wie Sonntagmorgen (www.sonntagmorgen.com), Mykona (www.mykona.de), MyBeans (www.mybeans.com) oder Black Pirate Coffee Crew (www.blackpiratecoffeecrew.de) aktiv sowie etablierte Shops wie Rabenschwarz (www.rabenschwarz-kaffee.de), denen es jedoch zum Teil teilweise an der Dynamik der neueren Shops fehlt. Mit seiner Übernahme des Kaffee-Startups Black Pirate Coffee Crew unterstrich zuletzt auch Mymuesli, dass es auf Kaffee-Produlte im Frühstückssegment setzen will.

Coffee Circle ist Äthiopien, dem Land aus dem die Kaffeebohnen stammen, eng verbunden und unterscheidet sich vom Ansatz anderer Kaffee-Webshops. Die Grundidee der Berliner: den Verkauf von äthiopischem Gourmet-Kaffee kombiniert mit direkter Aufbauhilfe vor Ort. Eine langfristige Kooperation zwischen dem Berliner Startup und den Kooperativen vor Ort (Zusammenschluss von Bauern) sichert langfristig die Abnahme von Kaffee. Zudem zahlt Coffee Circle Einkaufspreise, die weit über den Weltmarktpreisen und denen liegen, die für Fair Trade-Kaffees bezahlt werden. Die Kunden bezahlen die höheren Preise bisher.