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Bereits seit einiger Zeit versuchen die Couponing-Anbieter auf die schwierige Geschäftsentwicklung zu reagieren und neue Ansätze zu finden. Nun stellt die Google-Tochter DailyDeal ihr Marktplatz-Konzept vor: Nutzer können sich in sogenannten Markenshops fortan für den Direktversand von Produkten entscheiden, sich Rabatte für den Online-Shop beziehungsweise einzelne Filialen sichern oder Produkte online vorbestellen und anschließend im Geschäft abholen. Aber auch andere Anbieter arbeiten am eigenen Konzept.

Google-Tochter DailyDeal mit Markenshops

Das Couponing-Portal DailyDeal (www.dailydeal.de) wird (auch) zum Shop-Anbieter: Händler können über die zum Suchmaschinenriesen Google gehörende Plattform ab sofort nicht mehr nur einzelne Produkte anbieten, sondern haben zusätzlich zum Gutschein-Angebot über so genannte Markenshops die Möglichkeit zum Multi-Channel-Vertrieb. Dabei können sich die Nutzer für den Direktversand von Produkten entscheiden, sich Rabatte für den Online-Shop oder einzelne Filialen sichern oder Produkte online vorbestellen und anschließend im Geschäft abholen, wirbt der Anbieter. Die neuen Shops sind dabei eigene Bereiche des Portals, Händler bekommen auf Basis des eines Provisions-Modells mehr Gestaltungsfreiheit und mehr Werbefläche – zu letzterer gehören Google Adwords und Teaser-Banner in Newslettern genauso wie bei Facebook und Google+, wie DailyDeal-Gründer Fabian Heilemann sich zitieren lässt. Zudem seien Markenshops integraler Bestandteil der Smartphone-Apps.

Mit anderen Worten: Das Gutscheinsystem – von dem man sich weiterhin überzeugt zeigt – fällt als Zwischenstufe bei diesen Angeboten weg, stattdessen gibt es normale Shops mit normalen Preisen. Der Schritt war schon seit geraumer Zeit erwartet worden, da das Couponing-Geschäftsmodell in den vergangenen Monaten immer schwieriger geworden ist. Erste Grundlagen dafür hatte der DailyDeal-Eigentümer Google bereits vor einigen Monaten gelegt. Etwa wurde bei dem Schnäppchenportal das Team verkleinert und ein neuer Fokus auf die Integration in andere Google-Produkte gesetzt. Der Strategiewechsel hin zum Vertriebskanal-Anbieter liegt dabei schon deshalb nahe, da DailyDeal längst über ganz erhebliche Kontakte zu den Anbietern verfügt. Nach eigenen Angaben verkauften 225 Retailer in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 560.000 Produkte im Gesamtwert von 28,6 Millionen Euro über die Plattform.

Groupon und andere überarbeiten Geschäftsmodell

Auch der neuerlich auf Investoreninteresse gestoßene Branchenriese Groupon hat vor wenigen Tagen seine Homepage für Nutzer in New York und Chicago umgestaltet und betont nun fortlaufende Angebote. In den beiden US-Großstädten können Nutzer die Angebote durchstöbern und gezielt nach Produkten suchen. Damit dürfte Groupon ebenfalls den ersten Schritt in Richtung Shop vollendet haben. Dass eine weitreichende Umstrukturierung bei Groupon ansteht, die sogar wesentliche Personalien wie Firmenchef Andrew Mason betreffen könnte, dürfte angesichts der desaströsen Entwicklung der Aktie, aber auch dem fehlenden dauerhaften Geschäftserfolgs kaum ein Geheimnis sein.

Schon im Verlauf des Jahres hatte sich gezeigt, dass das Gutschein-Segment keineswegs ein einfaches ist. Zwar konnte das von Marcus Seidel gegründete Gutscheine.de (www.gutscheine.de) Anfang 2012 noch einen Achtungserfolg mit dem Exit an die RTL-Gruppe erzielen und die Telekom ist als Nachzügler gerade erst in das Geschäft eingestiegen. Gerade aber die Kurseinbrüche bei Groupon haben kritische Fragen zur Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells aufgeworfen. In den vergangenen Monaten war das Vertrauen in die Couponing-Sparte immer weiter gesunken – sowohl auf Unternehmer- als auch Verbraucherseite. Nicht ohne Grund versucht die Initiative Global Daily Deal Association (www.gdda.co.uk) bereits seit einer Weile, die Größen der Branche an einen Tisch zu bringen. Ziel ist es, Wege aus der Krise aufzuzeigen und einen Verhaltenskodex zu erstellen, wie GDDA-Leiter Stavros Prodromou im Gründerszene-Interview verriet.

Zuletzt hatte Amazon das im Dezember 2010 übernommene Couponing-Schwergewicht Living Social komplett abgeschrieben, hierzulande hatte sich bereits Centerdeals aus dem Geschäft verabschiedet und Handelsdeals muss komplett umgebaut werden. Dass die Branche nun fast einhellig zu Shopmodellen umschwingt, mag zwar als aussichtsreicher Befreiungsschlag gewertet werden. Allerdings hat die Neckermann-Insolvenz gerade eindrucksvoll gezeigt, dass auch Marktplatzkonzepte durchaus scheitern können.

Bildmaterial: Claudia Hautumm / pixelio.de
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