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Das Mobile-Unternehmen Cellity geht an Nokia – Verkaufsexit bei den Hamburgern

24. Juli 2009 von Joel Kaczmarek 19Kommentare

CellityDamit sind die Diskussionen, die sich erst kürzlich in den Kommentaren zur StartUp Story rund um Cellity ergaben wohl vorerst vom Tisch. Oder aber nun richtig angeheizt! Der finische Handyhersteller Nokia gab heute bekannt, dass man das Mobile-Unternehmen Cellity (www.cellity.com) gekauft hat. Während sich über die Summe ausgeschwiegen wird, ist jedoch klar, dass das Hamburger Unternehmen seinen Standort wechselt und mit der gesamten Truppe von nun an aus Berlin operiert. Das Gründerteam bleibt Cellity erhalten und lenkt nun gemeinsam mit Nokia die Geschicke des Unternehmens. Allerdings wird Nokia die Inhalte von Cellity nicht übernehmen, sondern nur auf das Knowhow der Firma zugreifen. Die Dienste von Cellity werden wohl eingestellt werden.

Cellity ist ein StartUp, das vor drei Jahren von Xing-Veteran Sarik Weber gemeinsam mit Nils Weitemeyer, Tim von Toerne, Benjamin Körber und Matthias Lanz gegründet wurde. Cellity bietet selbst entwickelte Software-Technologien für  Mobilfunkdienstleistungen. Die Funktion “Adressbuch 2.0″ ermöglicht dem Nutzer eine komplette Aktualisierung aller Kontakte aus dem eigenen Telefonbuch, Outlook und Social Networks sowie die direkte Kommunikation mit ihnen über alle wichtigen Kanäle.

Nach längeren Verhandlungen wurde man sich nun zu beider Seiten Zufriedenheit einig: “Es war die richtige Entscheidung und wir sind mit dem Ausgang alle sehr zufrieden. Wir haben lange an der Idee gefeilt und nun war der Zeitpunkt gekommen, den nächsten Schritt zu gehen. Das ganze Team freut sich unglaublich darauf, mit einem so kompetenten Partner wie Nokia in eine gemeinsame Zukunft zu treten”, sagt Sarik Weber. Cellity hatte zunächst mit einer Least-Cost-Router-Software für das Handy als erstes Produkt begonnen. Man wandelte das Konzept dann jedoch bald darauf, um aus dem reinen Preiskampf herauszukommen und sich innovativeren Produkten zu widmen, die größere Märkte bedeuten sollten. So entstand das Adressbuch 2.0.

Cellity-Anwendung

Der Exit bei Cellity sorgte für Freude beim fünfköpfigen Gründerteam und bedeutet von der Verkaufssumme her schätzungsweise einen grundsoliden Ausgang der Unternehmung. Zu loben ist Cellity sicherlich für seine konsequente Neuausrichtung des Produkts kurz nach seiner ersten Finanzierung. Die nun erzielte Verkaufsumme bedeutet insbesondere in Zeiten der momentanen Investitionsscheue, wo der Geldbeutel stets geschlossen und Krise in jedermanns Mund scheint, durchaus einen Achtungserfolg. In Anbetracht der schwierigen Marktlage und der anfänglich notwendigen Neuausrichtung des Unternehmens können die Gründer also durchaus zufrieden sein. Gründerszene gratuliert zum Verkauf und freut sich, sympathische neue Nachbarn in der Hauptstadt zu gewinnen.

Hintergrundinformationen und weiterführende Artikel:

Über den Autor Joel Kaczmarek:

Joel Kaczmarek ist seit März 2009 Chefredakteur von Gründerszene. Damit verantwortet er die Zusammenarbeit mit den Ressortleitern und den Bereich “News” und “Allgemeines”. Joel hat einen Master in Europäische Medienwissenschaft und hat Design Thinking am HPI studiert. Sein Gründerszene-Debut hat Joel mit der ersten StartUp-Story “Dienstag ist Betterplace-Tag” geliefert. Joel hat die Gründerszene-Datenbank entwickelt, die im November 2009 an den Start ging.

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19 Kommentare »

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  • Sebastian (myBasti)

    Wieso hat sich die Diskussion damit erledigt? Das Ergebnis der Neuausrichtung waren ja die Cellity-Dienste, die Nokia laut Pressemitteilung einstellen wird.

  • Startup Chicken

    Da würd ich ja mal gern wissen, was Nokia mit dem Know-How genau vorhat.

  • CBS

    Ich freue mich, dass Sarik & Co. nun auch nach Berlin kommen – the place to be ;-)

  • Will

    “Allerdings wird Nokia die Inhalte von Cellity nicht übernehmen, sondern nur auf das Knowhow der Firma zugreifen. Die Dienste von Cellity werden wohl eingestellt werden.”

    Klingt für mich eher so, als ob Nokia das Team übernimmt, statt nach einem wirklichen Exit. Oder hat jemand Infos, dass da wirklich Geld geflossen ist?

  • kayoone

    Naja, das die Dienste eingestellt werden ist nun nicht unbedingt als Erfolg des Unternehmens Cellity zu werten.
    Die Jungs, allen vorran Weber, können sich halt gut verkaufen, genau das haben sie hier getan.

  • Olaf

    Ich fasse mal zusammen:
    Das erste Geschäftsmodell war völliger Nonsens.
    Das zweite Geschäftsmodell war so dermaßen für die Katze, dass es trotz angeblich 1,3 Mio. Usern (Aussage von cellity-Marketingchef Sarik Weber) kommentarlos eingestampft wird (!!!).

    Bis hierhin wird von Nokia sicherlich kein Geld geflossen sein ;-).

    Die Mobilfunkfirma mit dem (fast) schlechtesten Ruf einer Mobilfunkfirma in Deutschland (wegen kürzlicher Schließung des Standortes Dortmund) übernimmt die Mitarbeiter der gebeutelten Firma. Möglicherweise war Nokia vom Können des Teams beeindruckt.

    Ob man Cellity damit als erfolgreich bezeichnen kann, möchte ich bezweifeln.

  • KK

    “Die nun erzielte Verkaufsumme bedeutet insbesondere in Zeiten der momentanen Investitionsscheue, wo der Geldbeutel stets geschlossen und Krise in jedermanns Mund scheint, durchaus einen Achtungserfolg.”

    Wieso ist die erzielte Verkaufssumme ein Achtungserfolg? Wie stark waren die denn verwässert, nachdem das erste Produkt mal nicht so dolle funktioniert hat (Least cost routing). Wieviel zahlt Nokia denn nun wirklich? Ist das so ein Plazes Deal ?

    Not impressed.

  • Sarik

    Danke Dir, Joel, für den wie immer sehr professionellen Artikel. Wir sind heute sehr zufrieden und freuen uns, gemeinsam mit Nokia etwas richtig Grosses auf die Beine stellen zu können.

    Euch allen ein schönes Wochenende!

    Sarik

  • Sebastian (myBasti)

    @olafen

    > Das zweite Geschäftsmodell war so dermaßen für die Katze

    Das war bereits das Dritte!

    1. Least-Cost Router für Handys
    2. kostengünstige mobile E-Mail
    3. Adressbuch 2.0

    Nur für die Akten ;-)

  • Olaf

    @Basti:
    Asche über mein Haupt ;-).

    Nochmal zum Nachdenken:
    -Wenn woanders Firmen aufgekauft werden, wird IMMER der Kundenstamm mit gekauft/verkauft. Bei Cellity werden 1,3 Mio. Kunden kommentarlos in die Mülltonne geworfen.
    -Der Alexa- Chart zeigt rückläufiges Interesse an Cellity (http://www.alexa.com/siteinfo/cellity.com).
    -Die Mitarbeiter werden sich dafür bedanken, dass sie plötzlich nach Berlin umziehen sollen. Ein Teil wird evtl. abspringen.

    Und trotzdem wird der Verkauf als erfolgreicher Exit bekanntgegeben…

    Irgendwie passen die Infos nicht zusammen. Irgendwas stimmt nicht. Wir werden irgendwann erfahren, was nicht stimmt ;-).

  • wtf

    plazes.com hat nokia ja auch schon gekauft. warum sie für gate5 250 mio gezahlt haben, ist mir ebenfalls schleierhaft. vor allem da auf den aktuellen handies navigon läuft als nokia maps.

    in dem konzern würde ich gerne mal mäuschen sein. vielleicht habe sie ja eine art wunschliste, dann könnten wir noch was bauen für 100 mios :)

    mfg wtf

  • Sebastian (myBasti)

    > Und trotzdem wird der Verkauf als erfolgreicher Exit bekanntgegeben

    Naja, das ist mehr, was Gruenderszene daraus gemacht hat. Die anderen Blogs/Magazine haben eher kritisch gerichtet.

    PR wird immer alles als Erfolg verkaufen zu suchen. Die Kunst ist, als Journalist die nötige Distanz zu wahren, um nicht darauf hereinzufallen, die Fakten auszuwerten und zwischen den Zeilen zu lesen.

    Aber ich glaub GS ist gar nicht so “journalistisch”. Immerhin hat man ja hier Ziele wie “Förderung von Unternehmertum” die mit einem neutralen, journalistischen Ansatz eh nur schwer zu verbinden sind.

  • Joe

    Schlechter Artikel:
    Zitat 1 “Während sich über die Summe ausgeschwiegen wird,…”
    Zitat 2 “und bedeutet von der Verkaufssumme her schätzungsweise einen grundsoliden Ausgang der Unternehmung.”
    Zitat 3 “Die nun erzielte Verkaufsumme ….”

    Ja welche Summe den nun?

    Fakten bitte und keine Vermutungen!

  • Sarik

    @Sebastian

    Wir haben immer offen dazu gestanden, dass wir unser Geschäftsmodell weiter optimieren. Für ein deutsches Startup hat cellity immerhin eine sehr stattliche Anzahl an internationalen Kunden überzeugen können.

    @Olaf

    Wir haben uns mit Nokia darauf verständigt, unseren Service einzustellen, weil er in der neuen Konstellation in dieser Form nicht aufrecht erhalten werden kann, hier spielen besonders Skalierungsthemen bei der riesigen Anzahl von Handys eine Rolle.

    Berlin ist eine grossartige Stadt und wir freuen uns wirklich darauf. Unser Team bekommt die vielleicht einmalige Chance, etwas wirklich Grossartiges zu bauen und Nokia ist eines der besten Unternehmen in unserem Markt. Jeder kann für sich persönlich entscheiden, was er daraus macht.

  • Lukasz

    ein erfolgreicher fire sale eben. immer noch deutlich besser als eine inso. für das team sicher nicht der mal erhoffte erfolg, aber dennoch alles versucht, rund zum abschluss gebracht und verantwortungsbewusst gehandelt.

    das ist eben unternehmertum, try, fail, try, fail, try succeed – daraus lernen und nicht aufgeben.

    wer hatte eigentlich nochmal in cellity investiert, hat jemanden einen cap table?

    @Sarik & Team: Glückwunsch und welcome to berlin!

  • Sebastian (myBasti)

    > ein erfolgreicher fire sale eben. immer noch deutlich besser als eine inso.

    Darauf können wir uns – denke ich – alle einigen ;-)

  • Bobby

    Glückwunsch für den Exit Sarik :-)

    Willkommen in der Hauptstadt .

    Beste Grüße

    Bobby

  • Marco

    @Lukasz

    Soweit ich weiß waren u.a. dabei.

    - Neuhaus Partners
    - Tim Stracke
    - Dr. Sven Claussen

    Sicher fehlen noch ein paar, aber bei einer AG sollte es nicht so schwer sein diese zu finden.

    Marco

  • Sarik

    @Lukasz @Bobby

    Danke Euch für die Glückwünsche, wir freuen uns auf Berlin!

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