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Es war ein langer Kampf, nun muss sich die Jobbörse eCareer (www.ecareer.de) leider doch geschlagen geben und schließt seine Pforten. Gründerszene hatte im April über drei Samwer-StartUps berichtet, denen die Unterstützung durch die drei Jamba-Brüder zum Anfang des Jahres versagt wurde und zu denen neben Mybrands (inzwischen mit Zalando verschmolzen) und DealStreet (inzwischen insolvent) eben auch Ecareer gehörte.

Doch keine Nachfinanzierung für Ecareer

Der “Rettungsaufwand” für das anscheinend nicht gut genug aufgestellte Ecareer dürfte aus Samwer-Sicht zu hoch gewesen sein. Dabei soll es, nachdem die Samwers ihren Fokus von Ecareer wegverlagert hatten, durchaus einen interessierten Investor gegeben haben, der das Unternehmen aus Berlin am Leben halten wollte. Laut Gründerszene-Informationen soll es sich dabei um Altinvestor Ippen gehandelt haben.

Die Ippen Unternehmensgruppe soll sich laut unbestätigten Quellen mit Ecareer ursprünglich auf eine Nachfinanzierung verständigt haben, hatte es sich dann aber kurzfristig anders überlegt. Glaubt man den Expertenstimmen in diesem Segment, würde der Markt wohl sogar genug hergeben, doch müsste Ecareer dafür noch einmal rund drei Millionen Euro aufnehmen und erfahrenere Team-Mitglieder gewinnen – ein Preis, den der Samwer-Clan nicht bereit war zu zahlen und den wohl auch Altinvestor Ippen für zu hoch hielt.

Ecareer scheiterte wohl unter anderem am Markt

Ecareer war eine Jobbörse für höher dotierte Positionen und grenzte sich auf diese Weise von anderen Jobbörsen in seinem Segment ab, stand jedoch in direkter Konkurrenz mit Experteer (www.experteer.de), das Pate für die Idee von Ecareer gestanden haben dürfte. International ist der amerikanische Anbieter The Ladders in den USA Marktführer und seit gut zwei Jahren auch in Großbritannien aktiv. Das 2009 gegründete Ecareer verstand sich auch als Personalberater-Netzwerk, vermittelt wurden Stellen ab 50.000 Euro Jahresgehalt. Eben jener Hauptkonkurrent Experteer dürfte für Ecareer nun zum Genickbrecher geworden sein – oder genauer: der kompetitive Markt als Ganzes.

Der Markt der Jobvermittlung im höherpreisigen Segment ist heiß umkämpft und weist viele konkurrierende Akteure auf. Neben Headhuntern und spezialisierten Personalagenturen konkurrieren Online-Angebote auch gegen die Inhouse-Agenturen großer Unternehmen. Und mit Experteer bestand für Ecareer ja auch bereits gut aufgestellte Konkurrenz im Web.

Das Team von Ecareer wurde daher teilweise sogar schon vorher abgezogen. So war im Xing-Profil vom bisherigen Geschäftsführer Christopher Muhr bereits zu lesen, dass dieser zu CityDeal gewechselt ist und auch Oezgür Cakir, bisher CMO des Unternehmens, ist bereits in neuer Position bei eBay.

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