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eDarling geht die Puste aus – Minderheitsbeteiligung seitens eines Strategen

22. Januar 2010 von Joel Kaczmarek 23Kommentare

Wie ein Blick in die Gesellschafterliste von eDarling (www.edarling.de) verrät, hat sich beim Liebesportal der drei Jamba-Brüder Marc SamwerOliver Samwer und Alexander Samwer einiges getan: Insgesamt 30 Prozent der Anteile wurden an die eHarmony Incorporation (www.eharmony.com), ein US-amerikanisches Pendant zu eDarling abgegeben.

edarlings-puste

Zu einem so frühen Zeitpunkt einen internationalen Strategen mit an Bord zu holen, ist ein ungewöhnlicher Schritt, den Konkurrenten als Zeichen von Schwäche werten könnten. Ursache hierfür dürfte die hohe Kostenbasis sein, die ein hohes Risiko mit sich bringt. Ebenfalls ablesen lässt sich die intensive Burnrate anhand der permanenten Finanzierungen: Zunächst investierte der Samwer’sche VC-Kumpel Holtzbrinck Ventures, bevor der VC Fonds Technologie der IBB und anschließend die Mediengruppe presse-druck (Gründerszene berichtete über das Investment) folgten.

Drei Finanzierungsrunden im Abstand von kaum einem Jahr, der nun eine vierte  folgt, bei der eHarmony ein sehr großes Stück vom Kuchen erhalten hat, was die Anteile aller bisher Beteiligten deutlich verwässerte. Schaut man einmal auf die Namen, die in diesem Segment fallen, wird schnell deutlich, dass der Markt um zu vermittelnde Singles sehr kompetitiv ist: Parship (www.parship.de) ist mit gut neun Millionen Mitgliedern das erfolgreichste unter den Liebesportalen. Das im Besitz von Holtzbrinck Networks, Holtzbrinck Ventures, der Trojanika GmbH und dem Zeitverlag befindliche Portal sticht durch seinen wissenschaftlich fundierten Persönlichkeitstest hervor und verdient über Premium-Mitgliedschaften. Daneben hat es Be2.de (www.be2.de) zu großem Erfolg, zirka zwei Millionen Mitgliedern und zuletzt guten Bewertungen gebracht. Last but not least stellt ElitePartner (www.elitepartner.de) das entsprechende Pendant zu Parship aus dem Hause Burda (über die Tomorrow Focus AG) dar.

alexa-daten-edarlingSoviel zur Konkurrenzsituation. Will man hier mithalten, sind zunächst einmal hohe Marketing-Ausgaben notwendig, um das eigene Produkt im Gedächtnis der Single-Bürger gegen so bekannte Konkurrenten durchsetzen zu können. Über ihre Parship-Beteiligung mit der Trojanika GmbH (diese gehört Alexander Samwer allein) konnten die Samwer-Brüder schon einen guten Eindruck vom Partnervermittlungsbusiness gewinnen und auch eDarling-Geschäftsführer Christian Vollmann bringt als Gründer von iLove (www.ilove.de) ein ideales Skill-Set mit.

Der Bekanntheits-Aufbau der Seite ließ sich mit  Werbespots mit Schauspieler Benno Fürmann bisher gut an und mit Andre Alpar und Marcus Tober sind auch zum Thema Online-Marketing kompetente Leute an Bord. Die Online-Marketing-Aktivitäten des Portals machen sich auch in guten Alexa-Daten bemerkbar, wo eDarling deutlich vor der Konkurrenz rangiert. Doch gezieltes Optimierung der eigenen Webpräsenz und TV-Spots haben ebenso ihren Preis wie Personal, welches eDarling nach wie vor in hoher Zahl in den gängigen Jobbörsen sucht. Vor dem Hintergrund solch hoher Ausgaben, die sich zwar in Reichweite rechnen, aber durch Monetarisierung erst einmal wieder reingeholt werden müssen, erscheint die Wachstumsstrategie der Berliner zu aufgebläht. Großer Marketingaufwand bedeutet hohe Kosten, die Investments notwendig machen, was die Anteile von Inkubator Rocket Internet (www.rocket-internet.de) mittlerweile schon von 48 auf 33 Prozent verwässert hat.

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Über den Autor Joel Kaczmarek:

Joel Kaczmarek ist seit März 2009 Chefredakteur von Gründerszene. Damit verantwortet er die Zusammenarbeit mit den Ressortleitern und den Bereich “News” und “Allgemeines”. Joel hat einen Master in Europäische Medienwissenschaft und hat Design Thinking am HPI studiert. Sein Gründerszene-Debut hat Joel mit der ersten StartUp-Story “Dienstag ist Betterplace-Tag” geliefert. Joel hat die Gründerszene-Datenbank entwickelt, die im November 2009 an den Start ging.

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23 Kommentare »

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag
  • hans

    wer braucht noch ein singel portal ?

    markt ist ehe überfüllt bieten alles das selbe an nur anderer name

  • harald

    wahnsinn, was da ein geld verbrannt wird … btw.: ich bin ja immer mehr der überzeugung, dass die samwers überbewertet werden.

  • hui

    Vorweg: wenn man keine Ahnung bezüglich der Bewertung hat, sollte man sich nicht derart weit aus dem Fenster lehnen.

    Überschrift und Inhalt passen aber nicht wirklich zusammen, anscheinend stand die Headline (“…mal richtig in die Pfanne hauen…”) schon vor dem eigentlichen Content fest. Leider reiht sich das nahtlos in die beständig wachsende Liste der schlechten redaktionellen Beiträge ein. Nach wie vor finde ich insbesondere die Beiträge Externer sehr wertvoll; was ihr aber in eurer Redaktion produziert hat maximal Sekundarstufe-II-Niveau. Gründerszene scheint sich mehr und mehr zu einer TEV-Propaganda-Maschine zu entwickeln.

  • Joel Kaczmarek Autor

    @hui: Wer sich nicht mal traut, mit seinem richtigen Namen zu kommentieren, hat es eigentlich gar nicht verdient, gehört zu werden. Wo Du die Diskrepanz zwischen dem Titel und dem Inhalt siehst, ist mir nicht ganz klar. Und wenn Du eine andere Interpretation ob des Verkaufs von 30 Prozent nach nicht mal einem Jahr hast, kannst Du sie gerne mit uns teilen. Dann vielleicht ja unter Deinem richtigen Namen.

    Propaganda-Grüße

    Joel

  • hui

    Eine andere Interpretation könnte sein, dass eDarling eine Top-Bewertung hat realisieren können. Schonmal daran gedacht? Es muss nicht immer ein Firesale sein.

  • no@none.de

    Ihr würde auch sagen, dass der Verkauf an eHarmony von Tag 1 geplant wurde… Insofern kann man den Jungs wohl nur gratulieren.

  • Randolf

    Der Beitrag von @hui kommt zwar nicht von mir, hätte ich aber genauso schreiben können, denn der Stil dieses Artikels ist extrem billig und durchschaubar und Kritik dementsprechend angebracht.

    Ihr habt nur einen Fakt (das eHarmony 30% gekauft hat) und ansonsten nur eine sehr zweifelhafte Interpretation des Geschehens. Gründerszene.de wäre lesenswerter, wenn ihr euch weniger auf die Einfärbung des Geschehens in den Wunschfarben eurer Gesellschafter, sondern mehr auf Fakten und Insights der Startup-Welt konzentrieren würdet.

  • Joel Kaczmarek Autor

    @Randolf: Es stimmt, dass der Artikel auf Spekulationen basiert, das wird ja aber auch deutlich. So früh 30 Prozent abzugeben ist schon ein ungewöhnlicher Schritt, wobei wir wohl im Laufe des Tages auch noch ein Update dazu bringen werden. Ganz so schwarz, wie wir es gefärbt haben, ist es definitiv nicht, das kann ich jetzt schon sagen.

    Wir lernen ja mit jedem Artikel auch dazu und werden versuchen, da noch neutraler und fundierter an die Themen zu gehen. Ich denke unser Weg ist da schon gut und deutlich.

    Gruß

    Joel

  • Lukasz

    hallo zusammen, hmmm, ich würde hier mal stark eine call-put konstruktion erwarten; d.h. eHarmony hat eine call-option auf die restlichen ~70% und die altgesellschafter eine entsprechende put option (wobei preise jeweils unetrschriedlich sind). in sofern ein abgestufter exit, bei dem der entgültige preis performance-basiert ermittelt wird.

    ob es ein guter oder schlechter deal ist, ist dabei wirklich spekulation. beides ist möglich – das ganze kann also auch ein sehr guter deal für die eDarling-Macher sein.

  • Michael

    Das kann auch schon part des ‘exits’ sein, und dann wäre es elegant, wie auch lukasz richtig anmerkt.

  • Lukasz

    in jedem fall glückwunsch zum exit an e-darlings!

  • Stefan

    @hui: Sorry aber du hast keine Ahnung!
    Die Beiträge von Gründerszene sind hervorragend recherchiert und sind immer sehr interessant zu lesen!!

  • hui

    Hallo Stefan, schön dass du mit einem derart differenzierten und präzisen Beitrag zu Wort meldest. Auch wenn ich Gründerszene in Summe derzeit noch besser als DS finde, erlaube ich mir, durchaus deutliche Kritik an der Recherchearbeit (die in diesem Fall vor Erscheinen des Artikels kaum stattgefunden hat) zu äußern. Joel hat ein Update ja schon angedeutet, und ich bin mir sicher, dass er zwischenzeitlich fundierte Infos bekommen hat und hier präsentieren wird.

  • checker

    wie gut Gründerszene recherchiert zeigt sich in der Annahme, der Typ im Spot sei Benno Führmann. 0:1 durch Eigentor!

  • Kolja

    Bewegung im Markt, cool! Ich drücke die Daumen für einen maximalen Call. Das hat Christian ja bereits schon mal sehr gut hin bekommen. Lg

  • Frank

    Ich glaube eHarmony als Pendant zu eDarling zu bezeichnen, wird eHarmony nicht gerecht. Es ist das Vorbild, dem erst Parship und dann ElitePartner, Meetic, Be2 und eDarling nachgeeifert haben.

    eHarmony hat in den USA eine Markenbekanntheit > 90% und mehr als 100 Mio. USD von Sequoia Capital bekommen. Sequoia steht / stand hinter Google, Zappos, LinkedIn, Paypal and Youtube.

    Kaufen solche Firmen sterbende deutsche Internetfirmen?

    Insofern bin ich mir nicht, ob eDarling wirklich keine Puste mehr hat.

  • JS

    eHarmony setzt auf internationales Wachstum, das ist Teil ihrer Marktstrategie. Es gibt bereits Offices in UK. IT und ES sind in Gründung. Das war abzusehen. Aber US Unternehmen waren bisher alle samt wenig erfolgreich, um im Europäischen “Anbandelmarkt” erfolgreich organisch Fuß zu fassen.

    eDarling ist letztlich doch der Versuch eHarmony zu kopieren und sich selbst mir lokalem europäischen know-how in den relevanten Märkten zu positionieren. Neben der Site wurde sogar das TV-Konzept kopiert.

    Insofern überrascht es nicht, wenn sich eDarling als attraktive Braut rausputzt, um sich eHarmony als Wegbereiter nach Europa anzubieten.

    Die Frage ist doch nur warum jetzt schon? Bisher hat sich eDarling nur in Deutschland etwas etablieren können und auch nur indem sie sich den Marktanteil über TV teuer erkauft haben. Das ist wenig nachhaltig und beeindruckt Investoren nicht.

    Entweder wollen die Gesellschafter bei eDarling jetzt schon raus, weil das Baby ökonomisch floppt, oder aber eHarmony will JETZT kaufen und eDarling muß deshalb JETZT verkaufen, weil sonst kein anderer potentieller Käufer mehr in Sicht ist.

    Es gibt schließlich noch einen weiteren Kaufkandidaten für eHarmony, nämlich Parship. Das Unternehmen hat zwar noch einen ansprechenden Marktanteil in Europe, aber ein äußerst schlechtes Jahr hinter sich. Der gesamte Vorstand hat sich inzwischen verabschiedet, die Marke deutlich an Bedeutung verloren. Das Unternehmen scheint dem zunehmenden Wettbewerbsdruck nicht standzuhalten und verliert an Wert. In Deutschland greift Elitepartner und eDarling Marktanteile ab, im restlichen Europa die Meetic-Gruppe.

    Insofern ist eventuell der Grund für den überraschenden Anteilsverkauf, weniger bei eDarling zu suchen, sondern eher bei eHarmony und möglichen Kaufgesprächen mit Parship. Weil wer außer eHarmony sollte sonst eDarling später mit einer entsprechend hohen strategischen Bewertung übernehmen wollen?

    Aber, wer weiß? Evtl. geht eDarling ja doch nur die Puste aus.

  • Michael

    @JS. Pikant ist die Kreuzbeteiligung zwischen Parship und eDarling über die jeweiligen Hauptgesellschafter. D.h. die beide Unternehmen müssen sich jeweils informieren sobald einer ernsthafte Verkaufsgespräche führt. Gleichzeitig kämpft das jeweilige Unternehmens-Managment erbittert auf der operative Ebene gegeneinander.

    Das wir eine spannende Schachpartie.

    Wenn wunderts da, wenn die Mitarbeiter das Weite suchen und zu Elitepartner und Co wechseln.

  • Helena

    Ich glaube, dass eDarling tatsächlich keine Puste mehr hat, wenn nicht nur die Angestellten, sondern auch die Geschäftsführung mit eigenen Fotos und Profilen herhalten muss:
    http://img69.imageshack.us/img69/2326/chrissip.jpg
    :-D

    Oder tue ich ihm unrecht und er ist von seinem eigenen Portal so überzeugt, dass auch er dort die Frau für’s Leben sucht, dann entschuldige ich mich zutiefst für die Unterstellung!

  • Randolf

    Helena, wenn ich als Investor einen Geschäftsführer eines Unternehmens treffen würde, der NICHT ein eigenes Profil auf seiner Plattform pflegt, wäre er als Gesprächspartner für mich nicht mehr ernstzunehmen.

    Eating one’s own dog food nennt sich das in den USA und ich frage mich wo du arbeitest, dass soetwas nicht üblich ist.

  • Helena

    Randolf, bei den Singelbörsen und Partnervermittlungen wird immer wieder die große Anzahl der Fakeprofile bemängelt, gleichzeitig wird mit handgeprüften Profilen geworben. Wie glaubwürdig ist es dann, wenn der Geschlechtsführer persönlich mit den Sehnsüchten und Hoffnungen der Mitglieder spielt. Das schadet der gesamten Branche!
    Oder steht in seinem Profil: “Sehr geehrte Interessentin, ich bin nicht auf der Suche, ich bin hier nur der Geschäftsführer und finde eDarling soooo spitze!” ???

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