eHarmony eDarling

Gerade einmal zwölf Monate hat es Jeremy Verba in seiner Position als CEO der US-amerikanischen Partnervermittlung eHarmony (www.eharmony.com) ausgehalten. Der ehemalige Zynga-Manager verlässt seinen Posten zugunsten des ursprünglichen eHarmony-Gründers. Hierzulande wirft dies vor allem die Frage auf, was unter der neuen Führung wohl mit eDarling (www.edarling.de) passiert, das einen Exit an eHarmony eingeplant haben dürfte.

Verba geht nach nur zwölf Monaten

Glaubt man AllThingsDigital, erklärt sich der Weggang von Jeremy Verba dadurch, dass sich der scheidende CEO und das eHarmony-Bord nicht über den weiteren strategischen Kurs einigen konnten. Vor seiner Zeit bei eHarmony war Verba als Manager beim Social-Gaming-Startup Zynga tätig sowie als Präsident und CEO der Teenager-Community Piczo.

Bei eHarmony war Verba gerade einmal zwölf Monate beschäftigt und gibt das Führungszepter nun an den ursprünglichen Mitgründer Neil Clark Warren ab, einen 78-jährigen (!) Theologen. Zuvor verlor eHarmony bereits ebenfalls seinen CTO Joseph Essas an OpenTable und auch Verbas Weggang wirkt angesichts seiner kurzen Verweildauer und dem Rückwechsel zu Warren alles andere als souverän.

Derzeit soll eHarmony seinen Börsengang vorbereiten, hat es in seinem Markt aber mit Match.com (www.match.com) und Badoo (www.badoo.com) als härteste Konkurrenten um Nutzer zu tun, wenngleich deren Fokus leicht anders liegt, als jener von eHarmony. Kostete die Performance gegenüber diesen Akteuren CEO Verba letztlich den Job?

Was wird jetzt aus eDarling?

Aus deutscher Sicht stellt sich vor allem die Frage, wie sich der Führungswechsel auf die Geschicke von eDarling auswirken wird. Eharmony verfügt bereits über 30 Prozent an eDarling und hält auch eine Option auf die verbleibenden 70 Prozent der Anteile. Zuletzt hatte der Focus verbreitet, beim Samwer-Portal eDarling sei ein anvisierter Exit an eHarmony gescheitert – eine Aussage, die eDarling sogleich bestritt und der ein gewisser Beigeschmack durch den Umstand anhaftete, dass die Tomorrow Focus AG neben dem Focus mit ElitePartner (www.elitepartner.de) auch eine eigene Partnersuche-Plattform in seinem Portfolio aufweist.

Glaubt man den Worten eDarlings, wird für das Jahr 2012 ein Umsatzwachstum von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr angepeilt, was das Startup nach einem für 2010 ausgewiesenen Verlust von 13,6 Millionen Euro in die Gewinnzone bringen würde. Laut einer Insiderquelle von Gründerszene soll eHarmony seinen Übernahmedeal im Mai zugunsten von eDarling verbessert haben, indem eine Put-Klausel in den Vertragswerken nachgetragen wurde, damit die eDarling-Gesellschafter auch bei einer Übernahmeabsage von eHarmony ihre Anteile entsprechend mit anderem Preis verkaufen könnten.

Unabhängig von dieser Nachbesserung zeigte sich eHarmony bisher sehr passiv, wenn es um die vollständige Übernahme von eDarling geht, welches derzeit als Internationalisierungsarm von eHarmonys Aktivitäten gilt. Ändert sich diese ablehnende Haltung nun unter dem neuen alten eHarmony-CEO Warren? Oder ist der Weggang von Jeremy Verba vielmehr Beleg dafür, dass eHarmony selbst strauchelt, wenn es gegen innovative Wettbewerber geht? Womöglich ändert sich in der täglichen Praxis für eDarling relativ wenig, ob sich angesichts der Vorgänge bei eHarmony ein baldiger Exit abzeichnet, bleibt währendessen aber abzuwarten.

Bildmaterial: Katharina Scherer / pixelio.de
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