Nach der Insolvenz: Tageo holt neue Finanzierung

Twago firmiert um

Schuld an der Insolvenz im April 2012 war nach Gründerszenes Informationen nicht Twago (www.twago.de) selbst. Stattdessen seien die Konten eines Investors nicht mehr zugänglich gewesen – vor dem Hintergrund einer Steuerprüfung, wenn man den Gerüchten glaubt. Damit fehlten dem Jungunternehmen die ursprünglich zur Verfügung gestellten Mittel. Um die Rechnungen trotzdem bezahlen zu können, griff Twago zunächst auf staatliche Unterstützung zurück. Nun läuft das Portal unter der Team2venture GmbH, hinter der das ursprüngliche Gründerteam steckt, weiter.

Anzeige

Faktisch hat das neu gegründete Unternehmen alle relevanten Vermögenswerte und alle Mitarbeiter übernommen, erklärt Twago-Gründer Gunnar Berning gegenüber Gründerszene. Noch immer würden 30 Mitarbeiter für Twago arbeiten. Neben Geld bekommt Twago über den Investor German Media Pool (www.germanmediapool.com) eine Werbekampagne auf N24. Von den alten Twago-Investoren Gerd Jakob, die ECM Beteiligungen und Tim-Oliver Barkow, ist bei Team2venture währenddessen keiner mehr dabei, so Berning. Das neue Investment soll Twago die Umsetzung der angedachten Drei-Säulen-Wachstumsstrategie ermöglichen: Fokussierung auf regionale Expansion zur Sicherung der Nr. 1-Position in Europa, Produkterweiterungen und Investitionen in Mitarbeiter.

Bislang gute Wachstumsraten

Vor der Insolvenz schien das Geschäft von Twago gut zu laufen. Das Unternehmen verwies auf monatliche Wachstumsraten von bis zu 40 Prozent und zuletzt auf eine Verdopplung des Geschäfts innerhalb von zwei Monaten. Auch die Internationalisierung ging auf der Basis der bisherigen Sprachversionen voran – neben Deutsch werden auch Englisch, Italienisch und Spanisch angeboten.

Im November 2010 hatte Twago sich den Wettbewerber MondayWorks nach einer Finanzierung im mittleren sechsstelligen Bereich übernommen. 2009 war das Team um Berning, Maria Lindinger und Thomas Jajeh mit der Plattform gestartet. Laut Informationen von Deutsche Startups wollen die Gründer das neue Kapital insbesondere in die Expansion investieren.

Aus der Insolvenz zur Finanzierung

Das Startup vermittelt Dienstleistungen an deutsche und internationale Fachkräfte. Grundsätzlich fokussiert Twago sich dabei auf die Vermittlung von Dienstleistungen, die an einem beliebigen Ort weltweit vor einem Monitor erbracht werden können. Die Spannweite der Tätigkeiten umfasst nach eigenen Angaben die konzeptionelle Erstellung von Webseiten und Programmierung von Software, Grafikdesign sowie administrative und Schreib- sowie Übersetzungsdienstleistungen.

Zielgruppe auf Kundenseite sind kleine und mittelständische Unternehmen in Europa sowie die wachsende Zahl an Selbstständigen und Konsumenten. Der Kunde kann dabei seinen Service-Anbieter frei auswählen. Je nach Kunden-Anforderungen können die Service-Anbieter sowohl im Heimatland des Kunden (“Homeshoring”) wie auch weltweit sitzen (“Offshoring”).

Das Twago es aus der Insolvenz geschafft hat, eine neue Finanzierungsrunde zu schließen, ist ein schönes positiv Beispiel für die Szene.

Mitarbeit: Alex Hofmann

Bild: Twago