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Facebook: langsameres Wachstum vor dem Börsengang

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das soziale Netzwerk Facebook (www.facebook.com) wächst auch vor dem angestrebten Nasdaq-Listing unbeirrt weiter. Auf über 900 Millionen monatliche Nutzer verweist das Unternehmen in seiner jüngsten Ergänzung zum Börsenprospekt, zuvor wurde die Zahl auf rund 50 Millionen weniger beziffert.

Hinsichtlich der Geschäftszahlen allerdings hat Facebook in den ersten Monaten des laufenden Jahres einen leichten Rückgang des Wachstums hinnehmen müssen. Insgesamt stand von Januar bis März laut Geschäftsbericht ein Umsatz von 1,06 Milliarden US-Dollar zu Buche. Das entspricht zwar immerhin einem Wachstum von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem 731 Millionen US-Dollar erwirtschaftet wurden. Allerdings liegt der Wert gleichzeitig leicht unter dem zuvor für das Schlussquartal vermeldeten Umsatz von 1,11 Milliarden US-Dollar.

Deutlich angestiegene Kostenbasis

Daraus resultierte ein Nettogewinn in Höhe von 205 Millionen US-Dollar, der im Vorjahresvergleich von 233 Millionen US-Dollar um zwölf Prozent zurück ging. Als Ursache lassen sich in dem Zahlenwerk insbesondere die Kosten ausmachen. Diese haben sich auf der Basis angestiegener Aufwendungen für Marketing (159 gegenüber 68 Millionen US-Dollar) aber auch Forschung und Entwicklung (153 nach 57 Millionen US-Dollar) im Vergleich zum ersten Quartal 2011 von 343 Millionen auf insgesamt 677 Millionen US-Dollar nahezu verdoppelt.

Bei gestiegener Nutzerzahl und gleichzeitig rückläufigem Umsatz wächst das soziale Netzwerk derzeit also hauptsächlich in Regionen, die weniger Umsatz bringen – was Facebook auch bereits mehrfach bestätigt hat. Durch das in der Vorweihnachtssaison typischerweise starke Werbegeschäft waren die Zahlen des vorangegangenen Quartals zudem positiv beeinflusst.

Weitere Investitionen in Patentrechte

Auch nach der schlagzeilenträchtigen Übernahme des Fotosharing-Dienstes Instagram für eine Milliarde US-Dollar zeigt sich Facebook mit liquiden Mitteln von unverändert fast vier Milliarden US-Dollar in Kauflaune. Parallel zur Veröffentlichung der Quartalszahlen hat der Software-Riese Microsoft mitgeteilt, dem sozialen Netzwerk für 550 Millionen US-Dollar in bar insgesamt 650 Patente verkauft zu haben. Um welche Patente es sich konkret handelte, wollte aber keines der beiden Unternehmen preisgeben.

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Die Patente hatte Microsoft selbst zusammen mit rund 300 weiteren gerade erst vom Internetkonzern AOL (www.aol.com) erworben. Auch zuvor hatte Facebook schon in ein ähnliches Paket investiert, in diesem Fall stammte dieses von IBM. Mit dem Zukauf will sich das Netzwerk gegen etwaige Patentauseinandersetzungen wappnen – wie sie in der Technologie-Branche immer häufiger zu finden sind. Facebook selbst sieht sich gegenwärtig übrigens einer entsprechenden Klage des Internetkonzerns Yahoo (www.yahoo.com) gegenüber.

Bild: Facebook