123Skins, Tortoise Design, Insolvenz, Foliendrucker

Ursachen für die Insolvenz von 123Skins

Es war wohl vor allem eine geplatzte Finanzierungsrunde, welche die 123Skins-Macher Fabian Deschler, Simon Lee und Gregor Moss zur Insolvenz-Beantragung zwang. Zuvor sorgten laut Deutsche Startups die IBB Beteiligungsgesellschaft, estag Capital (eine private Beteiligungsgesellschaft) und Business-Angel Holger Czesnat für ein Finanzpolster von rund 450.000 Euro.

Dabei war das Unternehmen eigentlich auf einem guten Kurs: Vor zwei Jahren zählte 123Skins zu den Gewinnern der FTD-Initiative enable2start. Im September 2009 schrieb 123Skins im dortigen Gründertagebuch noch von seinem zuvor erreichten operativen Break­even – der wohl vorerst letzte Höhepunkt. Glaubt man boocompany.com, soll 123Skins schon seit Januar einige seiner Lieferanten vertröstet haben müssen, weil es an der notwendigen Liquidität fehlte. Und auch Deutsche Startups berichtet von Entlassungen im Sommer 2009 und „nervösen Investoren, die Leistung forderten nachdem die Einnahmen ausblieben“.

So ist es wohl vor allem ein gewisses Mismanagement, das 123Skins in die Knie zwang: “Wir dachten: Wir stecken einfach Geld ins Marketing, dann läuft das schon”, schreibt Mitgründer Simon Lee ehrlich. Neben der fehlenden Strategie waren es dann auch operative Fehler (etwa falsche Marketingausgaben, wo TV-Werbung keiner Erfolgskontrolle unterzogen wurde) und mangelnder Innovationswille, die die Insolvenz von 123Skins einläuteten.

Was geschieht nun mit 123Skins?

Das lange als tortoise design bekannte Unternehmen, das sich dann schließlich der Einfachheit halber in 123Skins umbenannt hatte, zählt zu den Konkurrenten von DeinDesign (designskins.com), mit dem es sich immer wieder behakelte. Ein Grund für wiederholtes Knirschen im Verhältnis der beiden Geräteverschönerer war unter anderem die Wortmarke „Design-Skin“, die DeinDesign sich gesichert hatte. Nun ist es gut denkbar, dass eben jenes DeinDesign zu den Nutznießern der Insolvenz wird und Teile von 123Skins günstig aufkauft – einzelne Geräte und die Domain von 123Skins dürften hier durchaus von Interesse sein.

International zählt das US-amerikanische Skinit zu den potenten Konkurrenten der beiden deutschen Folienanbieter. Dass es zu einem Komplettverkauf an einen solchen Konkurrenten kommt, dürfte wohl aber eher unwahrscheinlich sein. Eine Aufsplittung der Insolvenzmasse erscheint als wahrscheinlichstes Szenario für 123Skins.

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