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Nach Monaten der positiven Schlagzeilen in der Games-Branche kündigt die Gameforge-Gruppe nun große Umstrukturierungen an. Nach der Übernahme des Berliner Spiele-Publishers Frogster (www.frogster.de) durch den Karlsruher Spiele-Entwickler Gameforge (www.gameforge.de) will die Gruppe kräftig umstrukturieren, um wettbewerbsfähiger zu werden. In Folge werden Spiele aus dem Programm genommen und Arbeitsplätze bei Gameforge und Frogster abgebaut – laut Unternehmensangaben sind die Standorte in Berlin und Karlsruhe zu etwa gleichen Teilen betroffen. Eine Übernahme mit Nachspiel: 100 Mitarbeiter müssen gehen.

Gameforge strukturiert um

Nach dem Zusammenschluss von Gameforge und Frogster im vergangenen Jahr richtet die Gameforge-Gruppe ihre internen Strukturen grundlegend neu aus. Statt der bisherigen operativen Einheiten „Client-Games“ und „Webgames“ gliedert die Gameforge-Gruppe ihr Geschäft zukünftig in die Bereiche „Development“ und „Publishing“. Der Bereich „Development“ soll sich auf die interne Entwicklung von Online-Games konzentrieren. „Publishing“ verantwortet das Spiele-Portfolio und die Plattform-Strategie.

„Durch eine effizientere Organisationsstruktur können wir unseren Ressourceneinsatz optimieren und große Potentiale für das weitere Wachstum heben“, sagt Gameforge-CEO Alexander Rösner. „Damit stärken wir langfristig unsere Position im dynamischen Markt für Online-Games.“ Im Zuge der Umstrukturierung wolle man sich auf das Kernportfolio konzentrieren und Produkte einstellen, die Wachstumserwartungen nicht erfüllt hätten. Dies betrifft laut Unternehmensangaben die Spiele „Hellbreed“ und „Mythos“. Außerdem prüfe Gameforge derzeit die Einstellung des Projektes „Star Trek – Infinite Space“, das erst auf der Gamescom im Sommer vorgestellt wurde.

100 von 700 Mitarbeiter bei Gameforge und Frogster müssen gehen

Der Schock für zahlreiche Mitarbeiter dürfte tief sitzen: Die Neuaufstellung macht Anpassungen bei der Belegschaft laut Unternehmensangaben unausweichlich. Im Zuge der Neuausrichtung werden bei der Gameforge-Gruppe rund 100 Arbeitsplätze abgebaut. 700 Mitarbeiter beschäftigt die Spieleschmiede derzeit.

„Wir nehmen die Verantwortung für unsere Mitarbeiter sehr ernst und bemühen uns, eine sozial verantwortungsvolle Lösung für die betroffenen Teammitglieder zu finden“, sagt Alexander Rösner.

Gameforge ist Europas führender Anbieter von Online-Spielen. Mit Hauptsitz in Karlsruhe hat Gameforge derzeit 20 Spiele in etwa 50 Sprachen im Portfolio mit weltweit mehr als 300 Millionen registrierten Spielern. Das Portfolio beinhaltet zwei Arten von Spielen: Client-basierte Massively Multiplayer Online-Spiele (MMOs), sowie hochklassige browserbasierte Spiele. Die Frogster-Gruppe mit Hauptsitz in Berlin ist ein international tätiger Publisher von Online-Games und wurde erst im August von der Gameforge-Gruppe übernommen.

Gameforge will internationaler werden

Künftig sollen sich beide Unternehmensteile auf die Entwicklung und die Vermarktung qualitativ hochwertiger Online-Spiele und ihr margenstarkes Kernportfolio konzentrieren. 2012 wolle Gameforge etablierte Titel vermehrt international vermarkten. Auch der Vorstandsvorsitzende und Gründer von Frogster Christoph Gerlinger verlässt das von ihm 2005 gegründete Unternehmen.

Diese Kündigungswelle wird im Onlinegames-Markt für einige Aufruhr sorgen. Wahrscheinlich steht die Konkurrenz aber schon Schlange bei den Bewerbern.