Es ist eine Zahl mit zehn Stellen, die derzeit im Raum steht und für deutsche Verhältnisse unglaublich scheint: Insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar soll Google laut Branchengerüchten für Groupon (www.groupon.com) auf den Tisch gelegt haben – an einer Bestätigung fehlt es aber auf beiden Seiten noch.
Samwers mit 130-Millionen-Exit?
Vator.tv war es, dass das Gerücht um eine Groupon-Übernahme durch Google erstmals streute und sich dabei auf eine verlässliche Quelle beruft. Sowohl Groupon als auch Google haben diese Übernahme noch nicht bestätigt, doch schon seit gut einer Woche machen Gerüchte über den Verkauf die Runde. Anfang November hieß es bereits, dass Google ein Angebot zwischen zwei und drei Milliarden US-Dollar für Groupon abgegeben haben soll, während Yahoo! angeblich für 1,7 Milliarden eine Absage erhielt.
Spannend könnte diese Übernahme vor allem auch für ein paar Deutsche werden: Im Mai hatte Groupon das deutsche Copycat CityDeal (www.groupon.de) übernommen und legte der deutschen Gründung dafür eine dreistellige Bewertung zugrunde. Die alten Anteilshaber von CityDeal sollen neben einem Investment einen Teil von Groupon bekommen haben, das zum damaligen Zeitpunkt mit 1,25 Milliarden Euro bewertet wurde. Sollte sich der Kaufpreis bewahrheiten, entspräche dies einer Wertsteigerung der Anteile um rund 44 Prozent seit Mai.
Insgesamt könnten sich die Samwers so also über einen Exit von umgerechnet 1,8 Milliarden Euro freuen, an dem sie laut Branchengerüchten mit sieben Prozent partizipieren sollen. Für CityDeal ergäbe sich somit ein theoretischer Exit über 130 Millionen Euro – für sechs Monate Aufbauarbeit eine ungemein hohe Summe, zu der man den Gründern gratulieren dürfte.
Motive für eine mögliche Groupon-Übernahme
Beim britischen Blatt The Telegraph findet sich derweil auch ein Interview mit Christopher Muhr, der für Rocket Internet die Geschicke des britischen Groupon-CityDeal-Ablegers MyCityDeal leitet. Darin gibt Christopher Muhr eine Einschätzung, warum Unternehmen wie Yahoo! oder Google ein Kaufinteresse an Groupon haben könnten:
“I think the main reason is that we have something that Google does not have and no one else has and that we have really tapped a new market. It seems to me if you tap a new market the opportunities seem to be endless. Think about Google Adwords … if they had local business for example. Type in a keyword in Google, say ‘bar’. You find a bar in your area. Google then puts up this kind of bubble box that says this is the business and here is the address. But that is it. It does not have direct contact with the business. The business does not come back and say I want to attract customers via that search. Most of the time the customer does not convert from there into an actual customer.”
Gänzlich falsch liegt Muhr mit seiner Einschätzung wohl nicht. Die Tatsache, dass Google seine Ein-Mann-Produkt-Armee Marissa Meyer erst letzten Monat mit dem Locations-Bereich vertraut hat, zeigt, dass das Unternehmen aus Mountain View zusehends auf Lokalität setzen wird – sei es mobil oder im Web. Für Google wäre Groupon daher spannend, weil es einen direkten Kontaktdraht zu lokalen Anbietern bietet, der Google selbst bisher fehlt, fusst das Unternehmen doch vor allem auf Algorithmen, die anonyme Daten aggregieren. Zwar ist Groupon gerüchteweise international noch nicht profitabel, kann aber zu einem echten Asset im Bereich lokalen Marketings werden.
Update: Inzwischen machen bereits Spekulationen über eine Groupon-Übernahme zwischen fünf und sechs Milliarden US-Dollar die Runde.
Artikel rund um Groupon:
- Ein Überblick zur bisherigen deutschen Groupon-Klon-Entwicklung
- “Wir sind Weltmarktführer” – Interview mit Groupon CityDeal-CEO Daniel Glasner
- “Wir sind sehr zufrieden mit dem ersten Jahr!” – Interview mit Fabian und Ferry Heilemann von DailyDeal
- Massenentlassungen bei Groupon CityDeal – Müssen 25% in Deutschland gehen?
- Clone Wars X: CityDeal wird von Groupon übernommen
- Dopen die Groupon-Klone ihre Zugriffszahlen? – Wie man Ad Planner & Co austrickst
- Rebate Networks – Eine (weitere) Klonstätte für das Groupon-Modell
- Internet erbebe! – Freisprecher! geht mit Fabian Heilemann in die zweite Runde


Bei Yahoo haette ich es ja gut verstanden, wenn die Groupon gekauft haetten… bei Google fragt man sich dagegen, ob denen so langsam die Kreativitaet ausgeht.
Sicher haben die auch vorher schon immer Unternehmen aufgekauft, aber da ging es in der Regel um Technologien, wirklich riesige Userbestaende usw. – und bei Blogger, Doubleclick, Urchin & Co hatte man auch eher das Gefuehl, dass sich das eher “natuerlich” in das Unternehmen einfuegt.
Groupon ist in erster Linie eine Marke, denn das Prinzip und die Technologie lassen sich sehr leicht kopieren… wie ca 1000 bis 5000x gesehen, weltweit, und auch die neuen Ansaetze mit den Groupon Stores und den individalisierten Deals sind jetzt nicht wirklich Quantenspruenge, sondern eher Amazon Marketplace und Amazon Kaufempfehlungen auf “Version 0.1″.
Nachtrag: Neben der Marke ist wohl auch das Sales-Team sehr wichtig… aber das haette man auch anderswo billiger einkaufen koennen. Stichwort notleidende (Lokal-)Zeitungen usw..
Heftig.
Wenn dann noch ein ordentlicher Zalando-Exit mit mind. geschätzten 300 Mio. € für die Samwers klargeht (siehe aktuelle Bewertung), so waren sie das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts phänomenal erfolgreich.
Respekt, kann man da nur sagen!
Eins muss man allen Beteiligten schon lassen, in Sachen Speed war das sehr respektabel.
in Sachen speed sehr respektabel, wenn man Hintergründe bezgl. Mitarbeitermotivation, kündigungsraten etc kennt eher erschreckend…
Hallo,
obwohl ich das Geschäftsgebaren hinter so manchem Samwer-StartUp nicht gut finde, ist der Deal aus geschäftlicher Sicht perfekt gelungen, besser kann man es nicht machen.
Kann jetzt dailydeal einpacken?
Tja – aber nach Mitarbeitermotivation oder Kündigungsraten fragt im Nachinein kein Schwein mehr – da sieht man nur den Exit und wenn der gigantisch ist, war das ganze Projekt gigantisch obwohl sich vielleicht einige ungerecht behandelt fühlten.
So läufts!
Nix dran – due dilligence läuft noch.
Bleibt zu hoffen (für mich als kunden von groupon), dass google mal ein paar richtig gute deals bringt und die ewigen massagen und zahnbleachings ein ende haben…
Es ist zuviel Geld für Groupon. Google kann sowas auch selber.
Google hat scheinbar bis zu 6 Milliarden hingelegt.
http://www.nytimes.com/2010/11/30/technology/30google.html?_r=3&hp
Somit hat sich der Exit für die Samwers gerade min. verdoppelt.
Hardcore!
Im Artikel von Matthias kann man auch nachlesen, dass Google $33.4 Mrd. cash oder cash equivalents hat, sodass die 6 Mrd. schon gut zu stemmen sind.
Ob sich das letztendlich rechnet, steht auf einem anderen Blatt.
Auf jeden Fall sollten einem die Bewertungen langsam Angst machen. New Economy 2.0 ? Leider kann man diese Companies nicht shorten ;)
Hmm. Also Google kannst du sehr einfach shorten ;)
Der Preis erscheint mir so langsam proportinal zum Hype und damit für unsere derzeitige Techblase angemessen… an der Substanz der Firma gibt’s sicherlich berechtigte Zweifel, aber wen interessiert das derzeit? ^^
Damit meine ich übrigens nicht, dass das Groupon-Modell früher oder später wieder aussterben wird… nur, dass die Signifikans und das Marktpotential langsam recht gut überschätzt wird. Die 50% Commission, die die derzeit teilweise in Amerika einstreichen, werden auf Dauer natürlich nicht drin sein…
Naja grade deine Biodeals seite wird wohl früher oder später aussterben… eher früher…
[...] nicht genug, die neusten Schlagzeilen der Presse setzten dem ganzen noch einen I- Punkt auf. „Gerüchte um Groupon-Exit über 2,5 Mrd. – Samwers mit 130-Millionen-Exit?“ Doch egal wie groß ein Unternehmen auch sein mag, es kann immer mal vorkommen, dass andere [...]
deal abgeblasen.
http://www.bloomberg.com/news/2010-12-04/google-bid-to-buy-groupon-site-is-said-to-be-rejected-update1-.html?cmpid=yhoo
http://tech.fortune.cnn.com/2010/12/04/googles-groupon-deal-is-off/?source=yahoo_quote
http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703989004575653624184245284.html?ru=yahoo&mod=yahoo_hs
Das größte Potenzial von GROUPON liegt in Millionen Datensätzen deren User. Das wird wohl reichen, um noch ein paar Erweiterungen des Geschäftsmodell erfolgreich zu integrieren – wenn es nicht so weit kommt, dass der User überfrachtet wird (z.B. 10 Deals auf einmal angezeigt bekommt).
@Mark: Biodeals stirbt nicht aus, Mark. Wir machen das für immer – aus Überzeugung. Wir brauchen keine Super-Gewinne oder Exits. Wir wollen etwas gutes erreichen.
http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2010/12/05/enttaeuschung-fuer-deutsche-investoren-google-groupon-deal-geplatzt.aspx
Samwers entgehen 500 – 600 Millionen! KRASS
Das waren noch Zeiten, als von mickerigen 2.5mrd die Rede wahr :-)