Gigalo, Hanse Ventures, Fiverr, Marktplatz für Mini-Jobs

Gründerszene hatte es in der Today bereits erwähnt, und auch andernorts war es schon zu lesen: Hanse Ventures (www.hanse-ventures.de) schickt sein neustes StartUp Gigalo (www.gigalo.de) ins Rennen gegen hiesige Fiverr-Klone wie Fünfi (www.fuenfi.de), Yoofive (www.yoofive.de), Fiveo (www.fiveo.de), Gigmich (www.gigmich.de) oder FiverDeal (www.fiverdeal.de) – und auch in Spanien sind sie schon am Start. Währenddessen hat das US-amerikanische Vorbild Fiverr (www.fiverr.com) am Mittwoch ebenfalls eine deutsche Beta-Version seines Onlinemarkts für Miniservices gelauncht, und greift damit erstmals auf dem europäischen Markt an.

Mini-Hype um 5-Euro-Marktplätze?

Hypethemen gibt es in der deutschen StartUp-Szene immer wieder, und stets scheinen sie einem ähnlichen Muster zu folgen: Kaum ist der Proof-of-Concept über den Teich gesegelt, bilden sich überall in der Republik kleine Grüppchen aus umtriebigen Internettüftlern und Salesprofis, die innerhalb kürzester Zeit ein Klonprodukt aus dem Boden stampfen. Dass dabei neben der Exekution häufig das richtige Timing entscheidend ist, haben im vergangenen Jahr sehr anschaulich die Clone Wars gezeigt, die sich zwischen diversen Couponing-Anbietern abgespielt haben.

Zugegeben, im Vergleich dazu ist der Lärm um die oben genannten StartUps wohl eher ein Mini-Hype, passt damit namentlich aber sehr gut zu den Produkten: Fiverr und dessen deutsche Copycats eint nämlich nicht nur ein sehr analoger Name, sondern auch das Vorhaben, als Marktplatz für Mini-Jobs und Dienstleistungen für fünf Euro (bzw. Dollar) sein Geld zu verdienen.

So funktioniert das Fiverr-Modell

Das Modell von Fiverr & Co. ist dabei mehr als simpel (und deshalb wohl so klonbeliebt): Die Anbieter stellen im Grunde nur das Portal zur Verfügung, welches wie eine Art Bulletin funktioniert. User können darauf ihre Miniservices – genannt „Gigs“ – anbieten und kategorisieren, die von anderen Usern dann wiederum gefunden und für fünf Euro bestellt werden können. Kommt der Auftrag zustande, so gehen in der Regel vier Euro an den Mini-Dienstleister und ein Euro an den Anbieter. Wer keinen passenden Gig findet, kann darüber hinaus auch selbst etwas vorschlagen, wodurch der Prozess umgedreht wird und andere User dazu angeregt werden sollen, eine entsprechende Dienstleistung anzubieten.

Mit Gigalo reiht sich nun ein weiterer Anbieter in den vermutlich jetzt schon engen Markt ein. Ausgebrütet wurde das StartUp dabei von dem Inkubator Hanse Ventures, der mit Captain Travel (www.captaintravel.de) und Carmio (www.carmio.de) schon von sich reden gemacht hat. Als Gründerteam wurden Alexander Graubner-Müller und Sebastian Diemer gewonnen, die jeweils 20 Prozent an Gigalo halten, während es Hanse Ventures auf 45 Prozent bringt.

Eine deutliche Abgrenzung von dem US-Vorbild ist aber auch bei Gigalo auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen. Zwar sind Look and Feel nicht eins zu eins übernommen, so wie es Fiverdeal dreisterweise gehandhabt hat, aber die Tonalität ist ähnlich jung gehalten. Dennoch – die Lösung mit dem Comic-Charakter macht einiges her und auch bei der Namensfindung hat man sich offensichtlich mehr Mühe gegeben als die Konkurrenz. Punkten möchte Gigalo vor allem durch einen guten Service, der Käufer- und Verkäuferschutz sowie verschiedene Zahlungsmöglichkeiten umfasst.

Dichter Markt mit einigen Unbekannten

Ob dieser Anspruch reicht, um sich langfristig auf einem recht speziellen Markt durchzusetzen, der schon jetzt viele Anbieter umfasst, wird die Zeit zeigen. Gigalo ist vergleichsweise spät dran, und der Markteintritt von Fiverr erhöht auch noch einmal den Druck, dennoch darf Gigalo bisher zu den ansprechendsten Fiverr-Klonen gezählt werden.

Und sollte Fiverr hierzulande ähnlich vorgehen wie in den Staaten, könnte für Gigalo, Fünfi und Co. noch ein weiterer Faktor erschwerend hinzu kommen: Wie in diesem Thread beispielsweise nachzulesen ist, hat Fiverr angeblich wegen dem Verstoß gegen „Intellectual Property Rights“ die PayPal-Konten anderer Anbieter abschalten, und deren Gelder teilweise einfrieren lassen. Ob so etwas in Deutschland auf der Grundlage von geistigen Eigentumsrechten auch möglich wäre, kann in Anbetracht der immer wiederkehrenden Klonwellen wohl ausgeschlossen werden. Und auch wenn der Internationalisierungsprozess bei Gigalo bereits im Gange ist, ist es sicher nur eine Frage der Zeit, bis Fiverr auch auf dem spanischen Markt expandiert.