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Im November ging der Gutscheinriese Groupon (www.groupon.com) an die Börse – von einer Debatte um die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells begleitet. Gibt Groupon zuviel für Marketing aus? Sind die Geschäftskunden nachhaltig zufrieden? Folgt dem Umsatzwachstum irgendwann auch ein Gewinn? Zweifel, hier und da. Nun gab Groupon die Zahlen für das vierte Quartal 2011 bekannt. Der Umsatz stieg im Schlussquartal 2011 um 194 Prozent auf 506 Millionen US-Dollar – doch die Zahlen bleiben zunächst tiefrot.

Groupon noch immer mit Verlusten

Die Rabatt-Website Groupon macht weiterhin Verluste, das geht aus dem ersten Quartalsbericht seit dem Börsengang Anfang November hervor. 43 Millionen US-Dollar Verlust waren es immerhin noch im vierten Quartal 2011 – für das Schlussquartal hatten viele Analysten mit einem Gewinn gerechnet. Im Gesamtjahr 2011 lag der Groupon-Umsatz bei 1,6 Milliarden US-Dollar, der Verlust lag angesichts hoher Kosten für Marketing und Kundenbindung bei 351 Millionen US-Dollar. Andere Onlineriesen wie beispielsweise Facebook hatten zuletzt über einen Umsatz von 3,7 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von einer Milliarde US-Dollar im Jahr 2011 berichtet. Gegenüber dem Vorjahr konnte Groupon seinen Jahresverlust immerhin etwas eindämmen. 2010 hatte das US-Startup noch 456 Millionen US-Dollar verloren.

Nur das operative Ergebnis (EBIT) lag 2011 erstmals mit 15 Millionen US-Dollar im Plus. Für die Berechnung des EBIT werden alle Positionen ignoriert, die nicht durch die eigentliche betriebliche Tätigkeit entstanden sind. Zu diesen gehören zum Beispiel einmalige (außerordentliche) Kosten und Aufwendungen, Erlöse von Tochtergesellschaften und Firmenanteilen, Erträge von Finanzanlagen sowie Zinsen und Steuern.

Expandiert Groupon zu schnell?

Das Unternehmen führt die Höhe des Verlusts auch auf die schnelle Expansion zurück. Durch den Ausbau des internationalen Geschäfts und den Aufbau eines neuen Verwaltungsstandorts in der Schweiz sei die Steuerzahlung mit 34,8 Millionen US-Dollar deutlich höher als erwartet ausgefallen, sagte Finanzchef Jason Child. Mitgründer und CEO Andrew Mason sagte: „Groupon hatte ein starkes viertes Quartal. 2011 haben wir 250.000 lokalen Händlern in 47 Ländern geholfen, das Wachstum ihrer Unternehmen anzukurbeln.“ Groupon habe seinen inzwischen mehr als 33 Millionen Nutzern „Milliarden Dollar gespart“.

Groupon kündigte an, die Ausgaben für Marketing künftig deutlich zurückzufahren. Zwar ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 33 Millionen und damit um ein Fünftel gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Doch die Marketingausgaben erwiesen sich laut Unternehmensangaben als teilweise nicht effizient.

Groupon ist globaler Marktführer im Rabattgeschäft, wird aber von Rivalen wie LivingSocial (www.livingsocial.com) bedrängt. Das Minus bei LivingSocial lag 2011 bei 588 Millionen US-Dollar. In Deutschland ist DailyDeal (www.dailydeal.de), das vergangenes Jahr von Google übernommen wurde, Groupons Hauptkonkurrent.