Google DailyDeal

Google trennt sich von DailyDeal

Nun bewahrheitet sich, was Gründerszene bereits vor zwei Wochen exklusiv berichtete: Der Suchmaschinenriese Google trennt sich von der im September 2011 übernommenen Schnäppchenseite DailyDeal (www.dailydeal.de). In welcher Form und Höhe dabei Geld geflossen sein mag, wollte das Unternehmen nicht kommentieren. Das Rabatt-Portal werde zukünftig (wieder) von den beiden Gründern Fabian und Ferry Heilemann geführt, heißt es in einer Mitteilung:
“Wir freuen uns, Ihnen heute mitzuteilen, dass wir als Gründer und Geschäftsführer das Unternehmen DailyDeal von Google zurück gekauft haben und ab sofort in Eigenregie weiterführen werden. DailyDeal wird Ihnen selbstverständlich auch weiterhin den gewohnten Dienst und spannende Angebote anbieten – genauso, wie wir es in der Vergangenheit getan haben. Darüber hinaus werden wir in den nächsten Monaten auch in neue Geschäftsfelder expandieren. Im Namen des DailyDeal-Teams danken wir all unseren Nutzern, Geschäftspartnern und Mitarbeitern für ihre Loyalität und Unterstützung in den letzten drei Jahren. Wir freuen uns sehr auf das, was jetzt vor uns liegt!”

Es war einer der namhaftesten Exits der jungen deutschen Startup-Szene, als im September 2011 der Suchmaschinenriese Google den Berliner Couponing-Anbieter DailyDeal übernahmStattliche 114 Millionen US-Dollar bezahlte das Unternehmen seinerzeit, in der hiesigen Startup-Szene wurde viel Hoffnung geschürt. Ziemlich genau ein Jahr später stellte sich aus gutem Grund die Frage, was genau Google mit der Schnäppchenseite vor hat: Unter anderem wurde das Team reduziert und Verträge nicht verlängert. Der Fokus des Unternehmens wurde Google-Angaben zufolge zudem stärker auf die Integration der Schnäppchen-Plattform in die weitere Google-Produktsuite gelenkt, insbesondere Android, Maps, Adwords und Adwords Express.

Google und DailyDeal – keine Synergien?

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Ob Google mit der Integration in die eigene Produktlinie nicht voran kam oder die Synergien nicht so hoch waren wie zunächst erwartet, bleibt erst einmal offen. So viel ist klar: Alles relevante Know-how wird der US-Konzern aufgesogen haben. Dem Vernehmen nach wollte der Suchmaschinenanbieter DailyDeal ganz abwickeln, bevor in letzter Minute ein “Plan B” zusammen mit den Gründer-Brüdern gefunden wurde. Bereits in den vergangenen eineinhalb Jahren habe Google ständig an dem Couponing-Modell gearbeitet und größere wie kleinere Veränderungen vorgenommen, ließ man sich zuletzt zitieren. Neben dem genannten neuen Fokus auf Integrationspotenziale gehört dazu auch die Einführung von Markenshops, mit der sich DailyDeal – wie auch andere Größen der Couponing-Industrie – weg vom reinen Portalansatz und hin zum Markenvertriebskanal positionierte.

Nun wollen die Heilemann-Brüder ihrer Gründung samt ihrer derzeit 200 Mitarbeiter zu neuem Ruhm verhelfen – was angesichts der sich in den vergangenen Monaten schwierig gestaltenden Branche sicherlich eine Menge Arbeit und Umstrukturierung bedeutet. Ganz aussichtslos ist das Unterfangen allerdings nicht, neben Deals ließe sich mit den bestehenden (Partner-)Kontakten – 20.000 sind es nach Unternehmensangaben – und der technischen Plattform sicherlich auch noch mehr vermitteln – Dienstleistungen wären da sicherlich nur ein mögliches Beispiel. Für einige junge und hoffnungsvolle Startups in Deutschland dürfte das verlorene Interesse der Tech-Größe Google allerdings erst einmal die Stimmung eintrüben.