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Wie Gründerszene in Erfahrung bringen konnte, haben Hitflip (www.hitflip.de) und sein Schwesterportal Hitmeister (www.hitmeister.de) eine Finanzierungsrunde abgeschlossen, mit der das Angebot der beiden E-Commerce-Unternehmen weiter ausgebaut werden soll. Vor allem Hitmeister wird mit dem frischen Kapital seine Produktvielfalt erweitern.

Sechs Parteien finanzieren Hitflip und Hitmeister

Gleich sechs Parteien beteiligten sich an der im vergangenen Monat abgeschlossenen Finanzierung bei Hitmeister und Hitflip: Neben Gründer Gerald Schönbucher zogen auch Tiger Global, der Investorenkreis BrainsToVentures (www.b-to-v.com), die Net-AG-Tochter Infomediar, die SEMI Verwaltungs GmbH sowie Private-Equity-Berater Frank Hock finanziell mit. Wie viel Geld bei der Finanzierung geflossen ist, konnte Gründerszene nicht in Erfahrung bringen, aber ein Investment im sechsstelligen oder niedrigen siebenstelligen Bereich, dürfte plausibel sein.

Gründer und Geschäftsführer Gerald Schönbucher hielt sich mit Details zurück, gab jedoch zu Papier, dass mit den neuen Mitteln vor allem der Produktausbau weiter vorangetrieben werden soll: „Wir werden das Geld primär verwenden, um unser Angebot inhaltlich weiterzuentwickeln und weitere Produktkategorien zu erschließen.“

Wie werden Hitflip und Hitmeister im Markt bestehen?

Ursprünglich startete das Kölner E-Commerce-Doppelgespann mit dem Tauschportal Hitflip, das Gerald Schönbucher 2005 gemeinsam mit Jan Miczaika und Andre Alpar an den Start brachte. Während Andre Alpar sich schon kurz nach der Gründungsphase eigenen Projekten widmete und nun einer der wichtigsten Online-Marketing-Berater von Rocket Internet (www.rocket-internet.de) ist, blieb Jan Miczaika bis 2010 bei Hitflip und Hitmeister, bevor er im Januar 2011 Head of Operations beim Berliner Social-Games-Entwickler Wooga (www.wooga.com) wurde.

Den Weggang der beiden Gründer mag man interpretieren wie man will, dass das E-Commmerce-Geschäft kein einfaches Geschäft ist, wird so mancher Gründer wohl unterschreiben. Und so stellte sich auch Hitflip bald breiter auf, um sich inhaltlich zu diversifizieren, schließlich ist das Tauschen von Medienträgern doch ein Nischenthema, das von großen Konkurrenten wie Rebuy (www.rebuy.de) und Trade-a-Game (www.trade-a-game.de) besetzt wird.

Ende 2007 ergänzte das Unternehmen seinen Dienst und bot unter dem Label Hitmeister fortan einen E-Commerce-Marktplatz mit Fokus auf Medienträger an. Während bei Hitflip pro getauschtem Produkt Kosten für den Nutzer anfallen, erhält Hitmeister variable Provisionen vergleichbar dem Amazon-Marketplace. Zum Weihnachtsgeschäft 2009 visierte Hitmeister seine Profitabilität an und dürfte auf Dauer auch das deutlich stärkere Pferd im Stall werden. Hitflip ist (trotz überschaubarem Umsatz pro Kunde) zwar profitabel, doch Hitmeister geht den deutlich breiteren Markt an.

Hitflip, Hitmeister, Gimahhot, Redcoon

Im Vergleich zu konkurrierenden Portalen wie Gimahhot (www.gimahhot.de) oder Redcoon (www.redcoon.de) performt Hitmeister laut Google Trends gut, während Hitflip deutlich zeigt, dass sich in Köln inzwischen primär auf den E-Commerce-Marktplatz fokussiert wird. Das Segment, in dem sich Hitmeister bewegt, ist wahrlich kein leichtes, machen zahlreiche Stellschrauben wie etwa SEM, Affiliate-Marketing, Logistik, Lagerhaltung etc. das Geschäft komplex. Der Marktplatzansatz bietet noch einmal eigene Anforderungen wie etwa ein gelungenes Tracking der Händlerwaren.

Gegenüber dem scheinbar übermächtig performenden Shoppingriesen Amazon hat es die deutsche Konkurrenz schwer und dennoch zieht der E-Commerce als Ganzes an und scheint nun endlich das einzulösen, was er schon lange versprochen hat. Gerade mit der Verbreitung von Tablets und Smartphones ergeben sich spannende neue Ausbaufelder und vielleicht geht Hitmeister neben neuen Produktinhalten mit seiner Finanzierung ja auch diese Geschäftsbereiche an.