Dafiti 45 Millionen j.p. Morgan Rocket

Gerade ein paar Tage ist es her, dass die US-amerikanische Investmentbank J.P. Morgan 1,3 Prozent am Online-Versender Zalando erworben hat. Nun investiert das Institut stattliche 45 Millionen US-Dollar in dessen brasilianischen Ableger Dafiti. Ob bald weitere Investitionen in Unternehmen aus dem Samwer-Portfolio anstehen?

J.P. Morgan: 45 Millionen für Zalando-Ableger Dafiti

Dass sich Oliver Samwer in den vergangenen Monaten im Fundraising-Modus befunden hat, war längst bekannt. Nach und nach trudeln jetzt die Erfolgsmeldungen ein: Zunächst wurde bekannt, dass der Netzanbieter Millicom – eine Beteiligung des Samwer’schen Hausfinanzierers Kinnevik – bis zu 340 Millionen Euro in die afrikanischen und lateinamerikanischen Holdings der Startup-Schmiede Rocket Internet (www.rocket-internet.de) investiert. Vor wenigen Tagen folge die Meldung, dass die US-amerikanische Investmentbank J.P. Morgan über ihren Asset-Management-Arm 1,3 Prozent am Online-Versender Zalando erworben hat.

Nun legt das US-Institut nach und stattet auch den brasilianischen Zalando-Ableger Dafiti (www.dafiti.com.br) mit einer stattlichen Summe aus: 45 Millionen US-Dollar sollen über eine hiesige Holding-Gesellschaft in einer reinen Cash-for-Equity-Investition in das Unternehmen fließen. Bislang waren bei Dafiti neben Rocket Internet insbesondere Kinnevik, Holtzbrinck und Tengelmann engagiert – und damit abgesehen von DST die gleichen Investoren wie bei Zalando.

Lateinamerikanischer Versand-Riese entsteht

Das im Januar 2011 vom Samwer-Inkubator Rocket Internet gestartete Dafiti verweist auf ein Angebot von 60.000 Produkten und 550 brasilianische und internationale Marken. Mit rund 1.000 Mitarbeitern sieht man sich als größter E-Commerce Retailer des Landes. Das Unternehmen wird von den Gründern Malte Horeyseck, Malte Huffmann, Thibaud Lecuyer und Philipp Povel geführt.

Mit den neuen Mitteln soll ein Mittel- und Südamerikanischer Versand-Riese entstehen. Dazu gehöre insbesondere Expansion insbesondere nach Mexiko, Argentinien, Chile und Kolumbien, teilt das Unternehmen mit. Dazu sollen unter anderem das Produktportfolio gestärkt, das Inventar erhöht und die Logistik verbessert werden. In Europa ist Zalando selbst mittlerweile in mehr als einem Dutzend Ländern erreichbar und verweist auf eine halbe Millarde Euro Umsatz.

Stehen weitere Investitionen an?

Bislang wurde die US-Investmentbank oftmals mit Börsengängen in Verbindung gebracht, was zu den vermeintlichen Exit-Absichten der Samwer-Brüder bei Zalando passen würde. Dass sich das Institut nun gleich bei mehreren der Rocket-Portfolio-Unternehmen engagiert, ließe sogar auf weit größere Pläne schließen. Immerhin gibt es weltweit Zalando-Ableger wie den brasilianischen. Dazu zählt etwa das russische Lamoda, das dem Vernehmen nach eine Finanzspritze gut gebrauchen könnte.

Sollte sich auch das gerade hierzulande startende Geschäft mit Eigenmarken auch in anderen Ländern ausrollen lassen, könnte das Zalando & Co. noch einmal einen deutlichen Schub geben. Im Wettbewerb mit Amazon, das vor zwei Jahren das ursprüngliche Zalando-Vorbild Zappos (www.zappos.com) geschluckt hatte, und der ebenfalls expandierenden Rakuten-Group schafft sich das Unternehmen aus der Samwer-Schmiede in eine immer bessere Ausgangslage – sofern die Ertragszahlen letztendlich halten, was das Geschäftsmodell zu versprechen scheint.

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