Juvalia Pippa Jean

Anfang Februar dieses Jahres ging mit Juvalia & You ein Mode-Startup aus dem Hause Springstar an den Start. Angelehnt an das bekannte Tupper-Konzept sollten freie Beraterinnen Schmuck und Accessoires interessierten Kundinnen im heimischen Wohnzimmer präsentieren. Nun verkauft Juvalia & You sich selbst an den Konkurrenten Pippa & Jean.

Juvalia & You geht in Pippa & Jean auf

Die Social Selling Community Pippa&Jean aus Frankfurt am Main, übernimmt die deutschen Aktivitäten des Berliner Wettbewerbers Juvalia & You (www.juvalia.de). Zu den genauen Konditionen der Transaktion wurden keine Angaben gemacht – auch nicht zur Zukunft des weiteren Juvalia-Geschäfts in Brasilien, Indien und Russland oder dem Verbleib der festen Mitarbeiter. Das Geschäftsmodell der beiden Unternehmen ist weitgehend deckungsgleich: Freie Beraterinnen präsentieren Schmuck und Accessoires auf Home-Shopping-Parties sowie in individuellen Online-Boutiquen und erhalten dafür eine Provision. Damit soll “ein zeitgemäßer Vertriebsmix aus Direktverkauf und E-Commerce” entstehen, das Social Selling. Oder etwas griffiger formuliert: Die Tupper-Party findet ihren Weg ins Online-Geschäft.

Mit der Übernahme sollen sämtliche Aktivitäten von Juvalia & You Deutschland in die von Pippa & Jean, das im Sommer mit Baby Basket erst eine Social-Selling-Community für Baby-Bedarf übernommen hatte, integriert werden. Dementsprechend wird auch die Internetseite umgeleitet. Vor fast genau einem Monat hatte bereits ein weiterer Wettbewerber sein Geschäft einstellen müssen: Adas Avenue. Das Startup aus dem Hause Rheingau Founders hatte sich ein etwas breiteres jüngeres Publikum ausgesucht als seine beiden Pendants. Vor allem definiere und differenziere man sich durch eine noch stärkere Online-Ausrichtung, hatten die Macher im Gründerszene-Interview verraten. Nach wenigen Monaten online war allerdings wieder Schluss.

Langwieriges Geschäftsmodell, überlaufener Markt?

Allerdings dürften die Probleme zu großen Teilen dennoch beim Geschäftsmodell gelegen haben. So ist Letzteres dem Vernehmen nach langwieriger – und damit teurer – als zunächst angenommen. Bei Adas Avenue habe man bis zuletzt an einer Finanzierungsrunde gearbeitet, hieß es – allerdings nicht einmal den Mitfinanzierer Mountain Partners (www.mountain-partners.ch) überzeugen können. Auch im Zusammenhang mit Juvalia & You hatte der stets lebhafte Branchenflurfunk bereits von vermeintlichen finanziellen Engpässen wissen wollen, die das Unternehmen gegenüber Gründerszene allerdings dementierte.

Das Geschäftmodell selbst hatte sich auch beim US-Vorbild Stella & Dot (www.stelladot.com) zunächst als schwierig herausgestellt. Dem Vernehmen nach hat dort das Ansprechen möglicher Beraterinnen deutlich länger gedauert als zunächst angenommen. Zwar ist Stella & Dot auch hierzulande aktiv, allerdings ohne große Erfolgsmeldungen. Auch machen reine Direktvertriebler wie LR Health & Beauty oder Pierre Lang machen den Markt wohl überaus schwierig. Hinzu kommt, dass auch der Schmuckmarkt selbst mit einer Vielzahl an jungen Anbietern von 21diamonds (www.21diamonds.de) oder Rockberries (www.rockberries.com) bis hin zu den traditionellen Anbietern fast schon übersättigt ist. Zusammen mit dem Kundenstamm und den Vertrieblerinnen der Springstar-Unternehmung erhofft man sich bei Pippa & Jean nun eine deutlich bessere Verbreitung. Ob das ausreichen wird, um das Konzept langfristig am Markt etablieren zu können?

Bildmaterial: Meike Pantel  / pixelio.de
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