Samedi, Lars Hinrichs, Christoph Janz, Medizin-StartUp

Gesundheit kann man sich bekanntlich nicht kaufen, wohl aber Teile eines Gesundheits-Dienstleisters – so geschehen im Falle des Online-Medizin-StartUps Samedi (www.samedi.de). Mit Lars Hinrichs und Christoph Janz stiegen im Juni zwei neue Business-Angel im Rahmen einer Finanzierungsrunde in das Unternehmen ein.

Finanzierungsrunde bei Samedi

Samedi bietet Ärzten und Heilberuflern eine fachübergreifende, web-basierte Vernetzung durch ein Überweisersystem und Patientenbuchungsportal an. Kliniken und Praxen können über Samedi ohne zusätzliche Hardware gemeinsam ihre Arbeitsabläufe und Ressourcenplanung steuern, ein Online-Buchungssystem mit bestimmten Regeln für Überweiser-Ärzte und Patienten aufsetzen und weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Ärztenetzwerk und Patientenmanagement realisieren.

Über die genaue Höhe der Finanzierungsrunde wird sich ausgeschwiegen, ersichtlich ist hingegen, dass Lars Hinrichs vier Prozent an Samedi erhalten hat, während es bei Christoph Janz zwei Prozent sind. In dieser Konstellation hält das Management-Team bestehend aus Alexander Alscher und Katrin Keller noch rund 84 Prozent und auch andere Business-Angel wie Dario Suter (etwa 4,7 Prozent) und Dennis Bemmann (etwa ein Prozent) sind an Samedi beteiligt.

Allen, die sich fragen, ob Samedi wie der dunkle Totengott – auch bekannt als berühmter James-Bond-Charakter – oder doch nach deutschem Duktus ausgesprochen wird, sei gesagt, dass bei Samedi streng deutsch gedacht wurde (SA und Medi), Aussprache-Verwunderungen aber durchaus gewollt sind.

Zu den neuen Samedi-Investoren

Über Xing-Gründer Lars Hinrichs müssen wohl nicht viele Worte verloren werden. Der Hamburger Unternehmer, der sich derzeit auf seinen Pre-Seed-Inkubator HackFwd fokussiert, ist neben Samedi auch in andere StartUps investiert, so etwa Supreme (www.supreme.de) oder Flip4New (www.flip4new.de). Von Samedi berichtet der Hamburger Unternehmer auf Anfrage von Gründerszene begeistert: „Es stimmt, ich bin bei Samedi investiert und finde das Unternehmen sehr spannend. Samedi bringt es bereits auf über 1.000 Ärzte und Kliniken als Kunden und das Modell ist viel versprechend,“ meint Hinrichs.

Neben Lars Hinrichs ist mit Christoph Janz ein Business-Angel an Bord gekommen, der sich vor allem auf die Themen E-Commerce und Software-as-a-Service (SaaS) fokussiert hat und etwa an Momox (www.momox.de) und JoinR (www.joinr.de) beteiligt ist. Speziell das SAAS-Thema dürfte Janz für Samedi interessant machen, wird Samedi doch auch als SAAS-Dienst angeboten. „Viele Ärzte in Deutschland arbeiten für ihre Kalenderplanung noch mit Stift und Papier oder veralteter Software. Samedi will dies ändern und ich bin stolz, Teil dieser Mission sein zu dürfen,“ resümiert Janz sein Investment. Hinrichs und Janz wurden neben ihrem Investment auch zu Mitgliedern des Samedi-Advisory-Boards ernannt.

Samedi und der schwierige Online-Medizin-Markt

Vor zwei Jahren gegründet, bietet Samedi mittlerweile 20 Mitarbeitern eine berufliche Heimat und scheint schnell zu wachsen. Dass Medizin als Thema im Internet nicht immer leicht ist, beweisen derweil andere StartUps, die sich auf Dienstleistungen in diesem Segment konzentrieren. In einem separaten Artikel berichtete Gründerszene schon im November, dass andere „Medizin-StartUps“ wie Arztplatz oder Esanum (www.esanum.de) sich schwer tun.

Arztplatz wurde nach einem zombieartigen Dasein – die Samwer-Gründung zeigte zwar zuletzt noch Rubriken an, diese hatten jedoch keinerlei Einträge mehr – nun offensichtlich eingestellt. Zuvor war es bei Arztplatz.de möglich, kostenlos die Preisschätzung des eigenen Arztes mit denen anderer Ärzte zu vergleichen. Doch das Unternehmen lieferte „nicht genug Traction“, wie es aus unternehmensnahen Quellen heißt.

Die Ärzte-Diskussionsplattform Esanum tut sich ähnlich schwer wie Arztplatz in der Vergangenheit:  Esanum ermöglicht es zugelassenen Ärzten, Fälle aus der Praxis zu diskutieren und Erkenntnisse auszutauschen. Als Klon der amerikanischen Medizinerplattform Sermo soll sich die vom European Founders Fund finanzierte Seite über Werbung der Pharmaindustrie und durch Marktforschung monetarisieren.

Auch aus der Verlagswelt haben einige Anbieter Medizin für sich entdeckt, so etwa das von Holtzbrinck eLab finanzierte Medikompass (www.medikompass.de, früher Arzt-Preisvergleich.de) oder die Axel-Springer-Tochter Onmeda, die schon lange am Markt ist und laut letztjährigen Branchengerüchten etwa 1,5 Millionen Euro Umsatz gemacht haben soll.

Fazit: Samedi mit interessantem Modell in einem harten Markt

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Medizinthemen im Internet bisher schwierig zu realisieren waren – nicht jedes der entsprechenden StartUps war etwa wie die Gesundheitsplattform Imedo (www.imedo.de) so potent durch die Hexal-Gründer finanziert. Langsame Entscheider, eine internetferne Zielgruppe und eine unklare Marktsituation machen diesen Markt schwierig, ebenso wie es aufwändig ist, die entsprechenden Werbekunden dazu zu bringen, ihr Geld in Internet-Werbeplätze zu stecken.

Dennoch ist die Vielfalt der Geschäftsmodelle hier auch groß und Samedi hat einen spannenden Ansatz mit moderner technischer Gestaltung gewählt. Es bleibt spannend abzuwarten, wie das Modell von Ärzten und Praxen weiter angenommen wird.