Lieferando, Finanzierung, Finanzierungsrunde, Lieferdienst

Der Wettbewerb der deutschen Lieferdienste geht in die nächste Runde: Nachdem zuletzt Lieferheld mit einer Finanzierung über vier Millionen Euro protzte, zieht Lieferando (www.lieferando.de) nun nach und will ebenfalls ein Investment über vier Millionen Euro abgeschlossen haben, mit dem nun die deutschlandweite Expansion angestrebt wird.


Bestehende Investoren finanzieren Lieferando erneut

Durch die KfW Bankengruppe, die Altinvestoren DuMont Venture (www.dumontventure.de), Mountain Super Angel (www.super-angel.ch) und Moraún sowie zwei Privatinvestoren aus dem Mountain-Umfeld wurde Lieferando in seiner vierten Finanzierungsrunde mit vier Millionen Euro an frischem Kapital versorgt. Unter Berücksichtigung der bisherigen Finanzierungsrunden mit einem Gesamtvolumen von etwa zwei Millionen ist dieser Betrag umso beachtlicher. Mit der Finanzierung soll die deutschlandweite Abdeckung des Angebots sowie die Intensivierung der Marketing-Aktivitäten vorangetrieben werden.

“Wir werden unser Wachstum stark ausbauen, sodass Lieferando.de künftig flächendeckend in allen deutschen Städten verfügbar ist. Unser Ziel bis zum Ende des Jahres ist es, mit 6.000 Partnern die größte Lieferservice-Plattform Deutschlands zu sein. Durch den finanziellen Rückhalt der Investoren können wir die erforderlichen Maßnahmen für ein schnelles Erreichen dieses Ziel umsetzen“, sagt Mitgründer und Geschäftsführer Jörg Gerbig. Bei aktuell rund 3.000 Partnern, ist eine Verdoppelung innerhalb weniger Monate sicherlich ein ambitioniertes Ziel und auch als Kampfansage gegenüber den Konkurrenten Pizza.de (www.pizza.de) und Lieferheld (www.lieferheld.de) zu verstehen.

Als Neuinvestoren sind die KfW Bankengruppe sowie zwei private Investoren aus dem Umfeld von Mountain Super Angel an Bord. Zusätzlich haben sich die Altinvestoren DuMont Venture, Moraún und Mountain Super Angel  an der Finanzierung beteiligt. Dieser potente Mix an Geldgebern bestätigt laut Jörg Binnenbrücker, Geschäftsführer der DuMont Venture, die positive Entwicklung des Unternehmens: ”Die Gründer und Geschäftsführer leisten mit ihrem Team vorbildliche Arbeit im Bereich der Lieferserviceportale – unsere Erwartungen werden regelmäßig übertroffen. Mit den neuen Mitteln werden wir das Ziel der Marktführerschaft in Deutschland angehen’.’

Der Kampf um die Marktführerschaft in Deutschland

Nachdem Lieferheld im März bereits eine Finanzierung über vier Millionen Euro erhalten hat und im Mai als erster Player im Markt mit einer eigenen Hardware-Lösung für die teilnehmenden Lieferdienste überraschte, zieht nun also Lieferando nach und erhöht zusätzlich den Druck auf Branchenprimus Pizza.de. Mit aufwändigen Werbekampagnen probieren die Lieferdienste ihre Reichweite und Bekanntheit zu steigern. Bei einem Umsatz von über vier Milliarden Euro im Jahr – Tendenz steigend – ist es sicherlich nachvollziehbar, dass der Food-Delivery-Markt derart umkämpft ist.

In der Vergangenheit fokussierte Lieferando sich starkt auf das B2B-Geschäft und versuchte große Geschäftskunden an sich zu binden, schwenkte sein Modell dann allerdings auf den B2C-Ansatz um und verwendet inzwischen auch den ursprünglichen Namen Yourdelivery (www.yourdelivery.de) nur noch für das internationale Segment.

Das Hauptziel der Konkurrenten Lieferando, Lieferheld und Pizza.de ist und bleibt vorerst den Markt der Online-Bestellservices zu vergrößern, was konkret bedeutet mehr Leute vom telefonischen Bestellvorgang zur Online-Bestellung zu lotsen. Dafür setzen die bestehenden Anbieter unter anderem auf Posterkampagnen, die ihre Online- und App-Lösungen promoten. Sollte es gelingen, umfangreich Nutzer zur Onlinebestellung zu bewegen, könnten trotz der starken Konkurrenz alle Player im Markt bestehen und ihre Umsätze stetig steigern, denn die Wiederbestellraten sollen im Food-Delivery-Segment sehr hoch sein.