Es ist eine bittere Entscheidung für Lieferheld, das fortan auf gerichtlichen Beschluss seine Online-Bezahlung einstellen muss. Branchenprimus Pizza.de hatte den im letzten Jahr gegründeten Anbieter vor Gericht zitiert und dessen Abwicklung von Onlinezahlungen ohne BaFin-Lizenz moniert. Und während der Lieferdienst-Aggregator aus Berlin zum PR-Angriff auf Pizza.de bläst, fragt sich die Szene, ob nun auch andere Onlineseiten von dieser Entscheidung betroffen sein werden…
Keine BaFin-Lizenz, keine Onlinezahlungen(?)
Schon des öfteren sollen sich Lieferheld (www.lieferheld.de) und Pizza.de (www.pizza.de) gerichtlich in den Haaren gehabt haben, sei es wegen angeblich geklauter Speisekartendaten oder wegen plagierter Logos. Im neuesten Streit um die Abwicklung von Online-Zahlungen ist man sich nun erneut uneins: Während Pizza.de der Meinung ist, für Onlinezahlungen sei eine Zahlungsdienstleistungs-Lizenz von der BaFin (www.bafin.de) notwendig, glaubt Lieferheld, dass eine entsprechende Lizenz nicht nötig sei. Lieferheld-CEO Fabian Siegel macht in diesem Streit vielmehr einen Beleg für “die innovationsfeindliche Haltung von Pizza.de aus, das es seit Jahren nicht geschafft hat Onlinezahlung anzubieten – etwas was die Kunden immer fordern.”
Meinungsverschiedenheiten hin oder her: Vor Gericht zog Lieferheld in dieser Frage den Kürzeren. Den Berlinern ist es fortan untersagt, ihre Online-Bezahlung abzuwickeln, solange sie nicht über eine BaFin-Lizenz verfügen. Doch was bedeutet diese Entscheidung? Nach diesem Urteil wäre es die logische Konsequenz, dass auch andere Onlineanbieter wie Groupon (www.groupon.de), Opodo (www.opodo.de) oder Expedia (www.expedia.de) sofort ihre Onlinezahlungen einstellen müssten, sofern sie nicht über eine BaFin-Lizenz verfügen. All jene Anbieter, die Zahlungen für Dritte vorhalten, könnten das Nachsehen haben.
Lieferheld ist bereits in Berufung gegangen und nutzt das Urteil für eine PR-Schlacht gegen Pizza.de und das gesprochene Urteil: Mit einem veränderten Pizza.de-Logo und der Bildunterschrift “Pizza.ade – Aus die Wahl” wettern sie auf ihrem Blog gegen den Wettbewerber aus Braunschweig. Auf der Facebook-Seite von Lieferheld finden sich bereits erste Reaktionen, während auf der Facebook-Seite von Pizza.de die ersten hämischen Kommentare Eingang finden. Entsprechend reißerisch gibt sich Lieferheld-CEO Fabian Siegel gegenüber Gründerszene: “Wir werden aber das Thema, stellvertretend für alle anderen deutschen Onlineplattformen durchfechten, da wir der Meinung sind, dass unser Geschäftsmodel KEINE Lizenz der BaFin benötigt.” Zu seinem potenten Wettbewerber führt er aus: “Anstelle dem Kunden innovative Services, wie zum Beispiel Onlinezahlung anzubieten, versucht Pizza.de mit Verboten zu agieren, und gefährdet damit die gesamte Online-Branche.”
Zum Hintergrund des BaFin-Streits
Eine BaFin-Lizenz ist vor allem bei der Vergabe von Krediten notwendig. Wenn Kreditevergabe- oder Einlagengeschäfte gewerbsmäßig betrieben werden, also auf Dauer angelegt sind und mit einer Gewinnerzielung erfolgen, bedarf es einer Erlaubnis. Bei entsprechenden Geschäften, die unerlaubt betrieben werden, weil die Betreiber keine Erlaubnis haben, kann die BaFin gegen die Beteiligten sowie gegen einbezogene Unternehmen vorgehen.
Ein reines Vermittlungsgeschäft ist damit kein erlaubnispflichtiges Bankgeschäft, sodass Lieferheld also kein typisches Bankgeschäft betreibt. Zum Hintergrund des Streits der beiden Lieferdienste gehört jedoch eine Novellierung des Zahlungsverkehrgesetzes (ZAG) aus dem Jahre 2009, dessen Ziele es sind, Geldwäsche zu bekämpfen und Endkundeneinlagen zu sichern. Wer also geschäftsmässig Zahlungen abwickelt und dafür bezahlt wird, dass er Geld für Endkunden auf Konten vorhält, muss von der BaFin beaufsichtigt werden und eine Lizenz erhalten. In einem Merkblatt hat die BaFin die entsprechenden Regelungen für Online-Anbieter festgehalten.
Bei der Umsetzung dieser EU-Regelung zum Zahlungsverkehr sieht Lieferheld-CEO Fabian Siegel Interpretationsspielraum: Das Gesetz sei auf den ersten Blick weit formuliert und sehe Ausnahmetatbestände vor, zu denen auch Lieferheld und andere Anbieter wie Groupon oder Opodo gezählt werden könnten.
Hat Lieferheld diesen Umstand womöglich falsch eingeschätzt oder sich schlichtweg verspekuliert? Fabian Siegel, der zuvor als CTO des Payment-Anbieters ClickAndBuy agierte, dürfte bestens über die Modalitäten von Onlinezahlungen informiert sein, dennoch musste Lieferheld nun zurückstecken. Und dass Lieferheld eine BaFin-Lizenz erhält, dürfte angesichts der hohen Auflagen zur Erteilung einer BaFin-Lizenz (PDF) praktisch ausgeschlossen sein, sind doch etwa allein fünf Millionen Euro Anfangskapital notwendig.
Fazit: Ausgang offen
Bedenkt man, dass die BaFin selbst erklärt hat, dass sie nicht jeden Online-Service beaufsichtigen wolle, kommt das getroffene Urteil etwas überraschend. Letztlich dürfte diese Entscheidung in eine ähnliche Kategorie fallen wie das Thema Google Analytics: Mit den neuen Entwicklungen im Web bedarf es nun der Ausformulierung entsprechender juristischer Befunde und das letzte Wort ist hier womöglich noch nicht gesprochen.
Für Lieferheld bedeutet das Urteil einen Rückschlag in seiner Entwicklung, der Geld und Zeit kostet. Dass die Berliner dies für eine etwas konstruierte PR-Aktion nutzen, bringt dem Thema insgesamt Aufmerksamkeit ein und die Szene darf einerseits gespannt sein, was sich in Sachen BaFin tut und andererseits ob angesichts der neuen Logo-Aktionen von Lieferheld nicht die nächste gerichtliche Schelte von Pizza.de droht. Ausgang offen…


Wenn man nicht für fast alles abgemahnt oder verklagt würde, weil es Monopolisten nicht passt, hätte ich als ÖPNV-Nutzer sowas wie mein-bus aber in viel besser längst aufgezogen. Oder viel andere IT-Projekte die man leider nirgendwo vorschlagen kann, damit irgendwelche andere es implementieren weil man hier kaum noch was darf.
Wenn man sowas in Lizenzfrei machen will, ohne teure Berliner Büros, ohne 100 Juristen, ohne Incubators Verwandte und Bekannten Pöstchen in Aufsichtsrat usw. durchfinanzieren zu müssen, bleibt nur das Ausland.
Da ist die Umsatzsteuer auch günstiger. Jeder Skype-Pay-Kunde weiss ja, das Merkel 19% nimmt und mehr Schulden macht während Luxemburg mit 11% auskommt.
Wenn ich im eigenen Namen Geld einnehme, wie Zalando und Expedia, brauche ich keine Zulassung. Die braucht man nur, wenn man Geld für fremde Dritte einnimmt.
Und das ist jawohl auch besser so!
Also ehrlich gesagt bin ich über diese ganze Diskussion verwundert.
Fabian Siegel war bei Click&Buy und dann stellt er keinen Antrag bei der Bafin?! Da hätte ich doch mal gedacht, dass der sich auskennt…
Auch wenn ich Pizza.de sympathischer finde, hoffe ich nicht, dass dieses Urteil in der nächsten Instanz Erfolg hat, denn das wäre tatsächlich innovationsfeindlich.
Cooler Post auch vom CEO auf seinem Blog http://fabiansiegel.com/post/10802741176/cornered-incumbents
Wenn man die ganze Story mit Lieferheld verfolgt hat, dann hört sich das ja nach einem höchst kompetenten und seriösen Unternehmen an :D
Komisch wie sich die deutsche Startup Szene im Moment entwickelt… ich hoffe das geht jetzt nicht so weiter.
Die Story klingt echt biblisch, wie Kain und Abel. Hee, wir Onliner sind doch Brüder…. ;) Wissen wohl noch nicht alle :(
Wenn sich dieser Unsinn auf die Touristik überträgt, wie als Beispiel Opodo genannt wurde, hiese dass, dass kein Reisebüro egal ob on oder offline eine Zahlung als Vermittler entgegennehmen darf, was eine schon immer dagewesene Praxis ist. Alleine daran erkennt man den Unsinn. Es ist schon erstaunlich wie manche nur des scheinbaren Vorteils wegen immer wieder neue Fässer aufmachen und Richter dem auch noch folgen.
@ Jan
Cooler Post????? Wenn sich Fabian Siegel in seinem Blog mit Ghandi vergleicht, würde ich sagen, der hat die Bodenhaftung verloren…
Man kann von dem Rechtsstreit halten, was man will. Aber der PR-Stunt, den Lieferheld da versucht, ist lächerlich.
Die Jungs tun so, als ob die ganze Welt jetzt aufschreit “Hilfe! Wir können bei Lieferheld nicht mehr online zahlen.”
Wir haben mehrfach versucht, über Lieferheld eine Pizza zu bestellen. Das endete jedes mal in Frust und leerem Magen. Darum sollten die Jungs sich kümmern. Ein sympathischer PR-Frontmann wäre sicher auch hilfreich ;-)
das ganze hat etwas mit geldwäsche bzw der verhinderung von geldwäsche zu tun und ist absolut legitim bzw nachvollziehbar. ansonsten ist geldwäsche tür und tor geöffnet – sämtliche “vermeintliche” pizza-dienste machen einfach phantom-buchungen über die plattform mit fake-accounts und waschen so ihr mafia-geld von den cousins aus italien.
dienste wie die (angeblichen) helden & co können ja einen service für paymentlösungen nutzen, der eine entsprechende lizenz hat, und dann ersparen sie sich den ganzen ärger. geht natürlich leicht an die marge, aber dann konzentriert sich jeder auf seine kernkompetenzen und man hält sich ärger vom hals… gibt ja auch andere (liefer-)dienste die online-zahlung anbieten und keinen ärger bekommen.
trotzdem muss der gesetzgeber natürlich für vernünftige rahmenbedingungen sorgen, aber sich hier als “ghandi” aufspielen zu wollen, ist wirklich mehr als vermessen und zeugt davon, wie abgehoben diese leute bereits sind.
naja, click&buy war ja auch nie wirklich erfolgreich, von daher eigentlich keine überraschung…
Das Internet ist nun auch mal kein rechtsfreier Raum. Wir hatten auch mal ne Plattform (multi vendor) und wollten unseren Verkäufern eine bequeme Online Zahlung anbieten. Hatten uns extra dafür bei der BaFin erkundigt und es prüfen lassen. Bevor man etwas anbietet muss man sich auch vorher erkundigen ob es erlaubt ist. Da darf man sich nicht beschweren wenn man vor Gericht landet oder abgenahnt wird.
Angeblich geklaute, Speisekartendaten, angeblich plagierte Logos, und jetzt noch Bankgeschäfte ohne Erlaubnis. Aua…
Zur Rechtslage:
Wer gewerbsmäßig Einlagen für Dritte verwaltet, benötigt in der Regel eine Banklizenz, und wird reguliert. Damit greift die gesetzliche Einlagensicherung. Daran gibt es nix zu rütteln.
Der Lieferheld- Chef als ehemaliger CTO von ClickAnd Buy muß so etwas wissen! Und pizza.de, welche sich an Gesetze halten, nach verlorenem Verfahren (!) zu verhöhnen, ist einfach nur noch xxxx …
Mich wundert, daß Lieferheld diese Hürde nicht umgeht, indem die kassierten Gelder unmittelbar zu den Essenlieferanten transferiert werden.
Alternativ kann Lieferheld einfach eine Bank dazwischenschalten (siehe smava etc.).
Es gibt also durchaus Möglichkeiten, diese Hürden zu umgehen.
Was bedeutet dieses Urteil denn für alle Marktplätze, egal ob Hitmeister, Amazon, etc.?
Das Prinzip der Zahlungsabwicklung ist dort ähnlich geregelt, also?
Wir haben, da wir einen ähnlichen Service auf 12designer.com planen, bei der bafin angefragt und diese hat uns an die Bundesbank weiterverwiesen. Dort wurde auf Richtlinien verwiesen die für Banken aber nicht für das Online Business gemacht wurden und auch nicht direkt anwendbar sind. Klingt für mich nach einem neuen Anwendungsfall für den noch keine angemessenen Regelungen vorhanden sind und die Unternehmer im Dunklen tappen.
Ein Start-up kann sich ja alleine rein finanziell nur sehr schwer eine Banklizenz leisten.
Von daher finde ich es sehr gut, wenn Fabian die Aufgabe auf sich nimmt, für Klarheit zu sorgen.
@Angelo:
Zum einen muß dort erstmal jemand klagen, zum Teil im Ausland. Nicht alle Wettbewerber sind xxxxxxxcher…
Zum anderen schaffen kleine Online- Händler nicht die Umsatzgrenzen für ein gewerbliches Einlagengeschäft.
Zum anderen schalten so manche Marktplätze Payment- Dienstleister mit Banklizenz dazwischen, welcher incl. deutscher Einlagensicherung die Zahlung garantiert. Oder sie reichen die Zahlungen sofort an die Lieferanten weiter.
Zum Dritten hat z.B. Amazon die Ware oft schon bezahlt und im Lager, und geht in Vorkasse.
Lieferheld geht NIE in Vorkasse, sondern zahlt immer erst irgendwann den Lieferant, wenn das Geld vom Endkunde eingetroffen ist. Bei einer Pleite von Lieferheld würde der Pizzabäcker in die Röhre schauen.
Das mit den 5 Mio Anfangskapital stimmt so nicht – es gibt verschiedene Stufen innerhalb der psd (Grundlage des zag) und an die sind unterschiedliche Forderungen geknüpft.
Alles in allem ist dieses Gesetz im Sinne des Verbrauchers, da sicher gestellt werden soll, dass nuch irgendwer meine Gelder einbehält.
Das daraus eine schlammschacht wird ist eine andere Frage – die Sache als solche – Geld collecten nur unter Aufsicht – ist aber aus meiner Sicht nicht falsch
“Ask for permission NOT for forgiveness” ist gelegentlich auch angebracht. Für uns ein klares Versäumnis von Lieferheld sich hier im Vorfeld sauber über die Rechtsgrundlage zu informieren. Die Regulierung von Finanzdienstleistungen durch die BaFin in Deutschland ist richtig und angebracht. Unwahrscheinlich, dass CEO Fabian Siegel als Alumnus von Click&Buy entsprechende Bestimmungen nicht kannte, sie aber wohl wissentlich ignoriert hat. Nun auf Seiten von Lieferheld Weinkrämpfe zu inszenieren und mit Negativ-PR gegen Pizza.de zu schießen ist mindestens genauso unprofessionell. Next time: Do your homework.
Hallo,
spannende Sache, aber beachtet, dass es dieses Gesetzt auch aus Kundenschutz gibt und es eine Folge der europäischen PSD ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz
Die Summe von 5 Millionen als Eigenkapital halte ich für deutlich übertrieben – hier die Berechnungsgrundlage:
http://www.bundesbank.de/download/bankenaufsicht/pdf/uebersicht_berechnungsmethoden_ziev.pdf
Ich halte das für Vorgehen von pizza.de auch für unverhältnismässig, aber die sachliche Diskussion ob eine ZAG-Lizenz erforderlich ist oder nicht, finde ich aus Kundensicht sinnvoll.
Helden….
Diese selbstgerechte Getue von Mahatma Siegel und Lieferheld nervt.
Lieferheld verteidigt die “Ehre” der Online-Welt?
Wenn sie nicht selbst jeden Konkurrenten mit Abmahnungen und Verfügungen belasten würden. Soll der Konkurrent der wegen Namensähnlichkeit belästigt wurde die Ehre der Unternehmen verteidigen gegen alle Trolle die später gegründet werden mit ähnlichen Namen? Sich dann wie ein “gekränktes” Kleinkind anzustellen ist lächerlich und dieses selbstgerechte nur noch bäh.
Man sollte auf seine Investoren hören, wenn die einem Sagen “Lasst das mit den Rechtsspielchen, das lenkt euch nur ab und kann zu einem Boomerang werden.” Boomerang angekommen.
Zahlungsdienstleistungen in DE sind reguliert. Hr. Siegel weiss das aus eigener Erfahrung oder warum hat ClickAndBuy eine UK e-Money Lizenz? Die Argumentation von pizza.de ist
naja… Wir reden hier nicht von Einlagen im bankrechtlichen Sinne, sondern “nur” von einer verzögerten Auszahlung, was auch jeder Payment-Dienstleister allein aus Cashflow und Risikogründen genauso handhabt (und die haben und benötigen auch keine Banklizenz).
Aber vor Gericht und hoher See…, oder wie war das?
Bitte vorspulen…
“Lieferheld geht NIE in Vorkasse, sondern zahlt immer erst irgendwann den Lieferant, wenn das Geld vom Endkunde eingetroffen ist. Bei einer Pleite von Lieferheld würde der Pizzabäcker in die Röhre schauen.” das kann wohl nicht wahr sein!!! und diese blasen platzen schnell, dann ist doch alles rechtens wenn pizza.de u.a. denen das untersagen lassen. was soll die diskussion dann hier? ach, da war ja was
Es ist wichtig hier die Sicherheit der Einlagen zu priorisieren. Demnach kann ich das Urteil vollstens verstehen. Mich würde jedoch mehr interessieren, warum bzw wie es Lieferheld nun geschafft hat das Ganze zu umgehen und bei verschiedenen Händlern wieder Paypal zu integrieren?
Lieferheld kopiert Pizza.de rotzendreist und wundert sich, dass dann Gegenwind kommt?? Hallo??? Das ist doch wohl selbstverständlich und ihr gutes Recht, sich zu wehren! Egal wie. Und jetzt wollt ihr auch noch Pizza.de als die Bösen darstellen? Ich glaub euch bei dieser PR Story kein Wort und kann euch echt keine Sympathie entgegenbringen. Erst kopieren und sich dann als Opfer darstellen – WTF?!?
Tja, macht wohl vielleicht doch Sinn so ne BaFin Geschichte
Promozebra scheint platt zu sein -> viele Unternehmen haben anscheinend kein Geld bekommen und so die Gutscheine deaktiviert. On-Topic: Die Lieferando Gutscheine, die PromoZebra verkauft hat, gehören unter anderem auch dazu.
Das mit Promozebra habe ich gestern auch gehört. Blöd gelaufen für die Gutscheinkäufer, wenn sie die Gutscheine jetzt in die Tonne klopfen können.
Ich selber stehe auf dem Standpunkt, daß jeder Verbraucher selber entscheiden soll, wo er einkauft. Wenn er einer mit VC aufgeblasenen Lieferxxxx- Bude, welche nicht einmal liefert sondern lediglich makelt, Geld gibt, dann soll er das machen. Dann hat er ein Verlustrisiko, und wird beim Pizzabäcker ggf. zum Kunde 2. Klasse, weil der Pizzabäcker weniger Geld als von direktkunden von ihm bekommt.
Ich bezahle und bestelle Essen jedenfalls immer direkt beim Lieferant. Alles andere ist aus meiner Sicht dämlich.
DAs ist doch einfach nur krank so eine Bürokratie! Lieferheld verwaltet die Gelder von Pizzabestellungen – da geht es um ein- oder zweistellige Beträge…! Dafür benötigt man eine Banklizenz?!?! Ja, sicher. Guten Nacht Deutschland.
Ich für meinen Teil werde nie wieder bei pizza.de bestellen…. dass LIeferheld hier PR draus macht, ist Notwehr.
lösung des problems:
lh kauft das essen beim jeweiligen lieferdienst…. und 2 sek später verkaufen sie das dem kd weiter… ganz einfach.
fertig. so das kostet 500 € netto – überweisung an mich.
Es gibt nun mal Gesetze, Vorgaben und auch Ordnungen hier in Deutschland – hierzu zählt auch dieser Bereich, Thema BaFin.
Aus Sicht von Pizza.de völlig verständlich. Lieferheld zieht mit den Onlinezahlsystem ein As aus dem Ärmel, welches einen absoluten Vorteil birgt. Dass Pizza.de den Wettbewerbsvorteil prüft und dann ggf. auch gerichtlich zunichte macht ist ihr gutes Recht. Oder würdet ihr an selbiger Stelle einfach still halten und beobachten wollen, wie der Konkurrent mich – als jahrelangen Platzhirsch – vom Teller wirft? Ich denke nicht.
Lieferheld hat sich hiermit letztlich ins eigene Knie geschossen – PR hin oder her: deswegen wird die Masse nicht Pizza.de boykottieren. Wir reden hier schließlich vom Massengeschäft. Ich denke sogar, dass nach der ersten PR-Retoure seitens Lieferheld das Thema sehr schnell verflachen wird. Der klassische Konsument bekommt von der PR sowieso nicht viel mit, sondern will einfach schnell Food bestellen.
Der ein oder andere wird – auf Grund von Interesse oder Nähe am Thema – Pizza. de boykottieren. Aber die Masse ganz sicher nicht. Pizza.de hat einfach über Jahre hinweg (sicherlich bedingt durch die Top-Domain) einen Namen im und am Markt. Ein zusätzlicher Lieferdienst muss sich also im und am Markt etablieren, indem er Innovation rein bringt = Onlinezahlsystem gepaart mit massiver PR = Wettbewerbsvorteil.
Sollte also Lieferheld das Thema Onlinezahlung nicht korrigieren können, sehe ich keinen Wettbewerbsvorteil mehr – somit auch nicht die Möglichkeit, schnell zu wachsen und sich vom Wettbewerb (aus Endkundensicht) abzuheben.
Die PR-Retourekutsche sehe ich ähnlich einem kleinen Kind, das nicht seinen Willen bekommt und jetzt versucht nachzutreten. Das sollte man geschickter machen, indem man ganz einfach die Onlinezahlung “wasserdicht” macht und den Vorteil gegenüber Pizza.de dann noch massiver herausstellt. Dann kann auch PR gegen Pizza.de noch wesentlich intelligenter eingesetzt werden. Ich erinnere hier einfach mal an McDonalds und BurgerKing – ihr kennt sicher die netten Radiospots :-))
Sowas bleibt dann auch beim Endkonsumenten hängen und ist geniale PR.
@Unternehmer: das ist natürlich nicht sonderlich weitsichtig gedacht. Natürlich geht es pro Bestellung um Beträge im Niedrigpreisbereich, jedoch entscheidet die Summe: und diese wird ganz sicher nicht im ein- oder zweistelligen Bereich liegen ;-)
@nachdenken freunde
Wie lange hast Du nachgedacht? Egal! Denk beim nächsten Mal länger nach!
Lieferheld wäre mit dieser Lösung voll in der Haftung und würde den Kopf für das “Produkt” und die “Dienstleistung” aller Lieferanten hinhalten. Man wird dann vom Vermittler zum Anbieter.
@Angelo: so ein emotionales Thema – aber eine sachliche Meinung. Danke
Der Essenmakler Liefer**** bräuchte einfach nur den Endkunde an den Essenlieferant zu vermitteln, und den Endkunde direkt beim Lieferant zahlen lassen. Jeden Monat schreibt der Essenmakler seine Maklercourtage- Rechnung an den Lieferant und fertig.
Stattdessen kassiert Liefer**** erstmal das ganze Geld auf sein Konto, und zahlt irgendwann den Lieferant, abzüglich der Makler- Courtage.
Da kommen richtig hohe Summen zusammen, welche den Lieferanten gehören, aber auf Konten des Liefer- Gedöns rumliegen, und dem Liefergedöns Zinsen und Cashflow einbringen, und bei evtl. Insolvenz des Maklers futsch sind.
Übrigens: Das hier genannte Gegenbeispiel mit den Reisebüros, welche (teilweise bzw. manchmal) auch Kundengelder einnehmen, und erst später weiterreichen, ist irrelevant. Zur Absicherung dient hier der Sicherungsschein.
Was mich am meisten an den Liefer****- Gedönsen stört, ist, daß sie sich Liefer**** nennen, obwohl sie kein Essen liefern oder kochen. Eine Bezeichnung wie z.B. “Essenmakler” wäre zutreffender.
@Sebastian
genau, und da Liefer* am liebsten überhaupt keine Haftung übernimmt und keiner dort (bis auf armen Investoren) irgendein Risiko eingeht, werden die das so garantiert nicht machen.
Ach ja, und wenn pizza.de keine Probleme beim Onlinepayment sehen würde, hätten die das innerhalb 2 Wochen eingebaut. Glaubt hier wirklich jemand, die könnten das technisch nicht blitzschnell integrieren? Aufwachen!
Wo kann man eigentlich mal die Urteilsbegründung nachlesen? Ohne den Wortlaut kann doch niemand beurteilen, ob das Urteil Breitenwirkung entfalten wird oder Lieferheld vielleicht doch nur wegen sehr spezieller Modalitäten Probleme bekommen hat. Es gibt ja sehr viele Wege, die Zahlungsabwicklung zu gestalten…
Moment moment – hier werden gerade einige Dinge durcheinander geschmissen:
@Olaf: dein Prinzip ist bzw. wäre genau das Prinzip wie bei Pizza.de derzeit – also wo wäre ein gravierender Vorteil? Weder für den Endkunden ein Vorteil, noch für Lieferheld ein Wettbewerbsvorteil. Die Zentralisierung der Zahlungen per Onlinezahlung ist eine sehr, sehr interessante Geschichte für den Endverbraucher. Ohne lästiges Bargeld oder EC-Karte zahlen: prima. Allein schon der Gedanke, wie oft solch ein Service als “Geschenkservice” genutzt wird, verleitet: bestellen und abweichend liefern lassen – zB als Birthdaygeschenk, eine tolle Idee! Mit den Standardzahlmodis so aber nicht umsetzbar – ausschließlich per Onlineverfahren!
@Sebastian: die technische Abwicklung ist ein Kinderspiel. Das ist nichts anderes als ein Shopsystem mit Rechnungs- und abweichender Lieferanschrift im Checkout. Die Orders werden dann als Droppship einfach weitergeleitet. Für jeden Prog eine super einfache Geschichte, ohne große logistische Prozesse im Hintergrund. Um die techn. Realisation geht es hier auch garnicht, sondern um die gesetzliche Basis.
@Angelo:
Wenn Liefer-Gedöns den Endkunde direkt an den Essenlieferant zahlen läßt (gern auch online), dann wäre Liefer- Gedöns auf der rechtlich sauberen Seite. Und Online- Zahlungen mit allen Vorteilen (und den Kostenblock- Nachteilen) wären möglich.
Stattdessen verlangt der Essenmakler, daß _alle_ Geldströme über sein Konto fließen müssen.Das ist so, wie wenn ein Immobilienmakler verlangen würde, daß der Immobilien- Kaufpreis über sein Konto laufen soll.
Ich selber bestelle immer direkt beim Lieferant, ohne Umweg über Makler. Da weiß ich, daß ich Kunde erster Klasse bin, und daß der Essenlieferant den ganzen Geldbetrag in die Qualität der Speisen stecken kann.
@Olaf.. ich verstehe schon deine Intension dahinter.. aber denk mal realistisch: das würde konkret bedeuten, dass JEDER Dönermann, Chinese oder Italiener eine eigene Onlineapplikation besitzen müsste – glaubst du ernsthaft, dass es:
1. realistisch ist?
2. sich der Essen-Produzent überhaupt den Aufwand zur Administration leisten bzw. umsetzen kann?
Never! Genau aus diesem Grund gibt es ja die Zentralisierung der Lieferdienste, weil einfach die Frequentierung der Seite und Bestellungen gegeben ist = Umsatz.
Die Überlassung der Zahlungsabwicklung an den Lieferdienst ist schier unmöglich. Allein schon für die Konditionsvereinbarungen mit dem jeweiligen Paymentanbieter ist die Zentralisierung (= mehr Umsatz = ganz andere Verhanldungsbasis) wesentlich effektiver.
Die Lieferdienstanbieter sind für den Lieferdienst ein reiner Glücksfall – weil die es selbst überhaupt nicht umsetzen könnten, zumindest die Vielzahl nicht.
Der Weg geht nur über BaFin.
@Angelo:
> das würde konkret bedeuten, dass JEDER Dönermann, Chinese oder Italiener eine eigene Onlineapplikation besitzen müsste
Nö :-).
Das mit Lieferhelds Onlineapplication eingenommene Geld z.B. per Paypal oder per Kreditkartenprocessing direkt auf ein Konto/ einen Account des Lieferanten zu schieben, düfte das geringste Problem sein.
Der technische Aufwand ist ungefähr derselbe, wie wenn Lieferheld das Geld auf sein eigenes Konto oder seinen eigenen Account schiebt. Das läßt sich alles einrichten.
Glaube mir, ich kenne mich mit Kreditkartensachen aus ;-).
@Olaf:
Dann bräuchte aber jeder Dönermann einen eigenen Merchant Account. Sonst hast du die selbe Situation wie heute, da es sowas wie einen supermerchant Account in Deutschland nich gibt.
@Olaf:
NO! das ist nicht korrekt, das aufwand ist massiv – wir reden hier nicht von einer kleinen checkout-integration, sondern von einem komplexen prozess, der nicht nur technisch aufwendig sein wird, sondern vielmehr administrativ.
wenn es so einfach wäre, dann gäbe es hier die diskussion nicht ;)
schönen wochenstart!
[...] Was hat das für Auswirkungen auf andere Onlineanbieter? Lesen Sie hier den interessanten Artikel: http://www.gruenderszene.de/news/lieferheld-bafin. Share and [...]
@Andre @ Angelo:
Das wird doch wohl noch jeder Pizzabäcker hinbekommen, sich einen Paypal- Account zuzulegen. Dann kann er Paypal- Zahlungen von Kunden empfangen, und auch Kreditkartenzahlungen (übrigens auch ohne Paypal- Account des Kunden, https://www.paypal.com/de/cgi-bin/webscr?cmd=xpt/cps/demo/wpstandard/WPStandardDemo2-outside ).
Und Liefer**** kann Paypal per API an seine Essen- Vermittlung anbinden.
Immer nur Probleme konstruieren, wo keine sind, führt nicht zum Ziel ;-).
Olaf
http://www.global-mastercard.de
@olaf
das eine ist das als Pizzabäcker hinzubekommen, dass andere es zu tun und zu verstehen. In der Übernahme des ganzen Krams durch Lieferheld liegt ja der Vorteil – die Jungs sind ja nicht umsonst Pizzabäcker und nicht eCommerce Spezialisten.
Kreditkartenzahlungen ohne PayPal Account gehen meines Wissens nach für deutsche Merchants weiterhin nicht. In USA und GB typischer PayPal Service, aber in GER noch nicht – es sein denn, es hat sich gerade in den letzten Tagen was geändert.
@andre
Ne bei PayPal Ist alles beim alten geblieben.
Das soll sich wohl frühestens januar 012 ändern.
Ehrlich gesagt ist das doe Dösigkeit von Pay Pal sich da so die Euros durch die Lappen gehen zu lassen weil wenn die das endlich ändern würden gäbe es mit sicherheit viele unternehmen die auf der schiene mit fahren würden.
so pizza.de wurde aus den favoriten gelöscht. asoziales geschäftsgebaren.
tolles video, denke mal das könnte noch mehr futter für pizza.de & andere portale sein http://www.youtube.com/watch?v=iv3AubnYXwI , im übrigen sind wohl bereits neue themen bei gerichten in deutschland anhängig. ich glaube das es schnell gaaanz leise werden könnte bei lieferxxxxxx
guter artikel aus rechtlicher sicht zu dem thema
http://www.osborneclarke.de/publications/sectors/digital-business/update/2011/pizza-de-vs-lieferheld.aspx
@dysone
Sehr amüsantes Video. Weißt Du was über die Hintergründe der Entstehung?
Sind die wirklich so low tech und kopieren das per Hand?
Im Bericht wurden die Angaben des KWG mit denen des ZAG vermischt. Ich denke es gilt hier erstmal zu klären, welches Gesetz überhaupt greift. Da das KWG u.a. für Bank- und Geldanlagegeschäfte gilt, kommt eher das ZAG zum Tragen und somit keine 5 Mio. Eigenkapital.
Im Übrigen soll sich Liefer-XY nicht so anstellen…Unwissenheit schützt vor Strafe nicht und so zu tun als wisse man nichts erst recht nicht!
[...] die bargeldlose Zahlung anzubieten (um die es inzwischen allerdings, ausgehend von pizza.de, einen ernsten Rechtsstreit gibt – die nächsten Tage mehr dazu hier). Diese Revolution im Kundenservice hatte ich bereits [...]
hier noch einmal ein juristischer Artikel dazu
http://osborneclarke.de/publications/sectors/digital-business/update/2011/update-pizza-de-vs-lieferheld-de.aspx
[...] Neben der Problematik an sich, scheint auch die Abwicklung der Zahlungen selbst problematisch zu sein. Im Prinzip agiert Ebay wie eine Bank und braucht für die Geldtransfer-Geschäfte eine Erlaubnis der BaFin. Erst vor kurzem wurde dem Berliner Startup Lieferheld wegen einer fehlenden Erlaubnis der Bafin, die Abwicklung der Zahlungen von Kunden untersagt. [...]
Lieferheld.de vs. pizza.de – Streit um kundenfreundliche Onlinezahlung bei Lieferdiensten…
Ich hatte neulich noch einen Artikel zum Rechtstreit zwischen Lieferheld.de und pizza.de bezüglich der Onlinezahlung versprochen. Da ich hier kein Lieferdienst-Blog werden will, den Vorgang aus Sicht des Kunden aber durchaus interessant finde, gibt es …