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Es ist eine durchaus üppige Finanzierung, über die heute aus dem Hause Lieferheld berichtet wird: Die Vermittlungsplattform für Lieferdienste konnte eine Finanzierung über vier Millionen Euro aus den Taschen von Tengelmann, Holtzbrinck Ventures und Team Europe Ventures einfahren und plant damit eine aufwändige Marketing-Kampagne.

Tengelmann als Lead-Investor bei Lieferheld

Mit seiner neuen Finanzierung über vier Millionen Euro kann der Online-Bestellservice Lieferheld (www.lieferheld.de) nun wahrlich aus dem vollen schöpfen. Lead-Investor dieser Finanzierungsrunde A ist Tengelmann (www.e-tengelmann.de), das ja bereits eifrig im Internetsegment investierte. Auch das Lieferheld-Management, Altinvestor Holtzbrinck Ventures (www.holtzbrinck-ventures.com) und Mitgründer Team Europe Ventures (www.teameurope.net) haben bei dieser Finanzierung partizipiert und damit in zwei Runden insgesamt einen Kapitalstock von fünf Millionen Euro für Lieferheld aufgesetzt.

Lieferheld erlaubt es Nutzern, Speisen und Getränke online zu bestellen und sich nach Hause oder ins Büro liefern zu lassen. Und dies ohne zusätzliche Kosten, Lieferheld verdient über Lead-Provisionen der Restaurants. Mit dem frischen Kapital plant Lieferheld „innerhalb der nächsten Jahre mehr als 20 Millionen Euro in den deutschen Markt zu investieren und die Marktführerschaft in Deutschland im Bereich der Internet-Bestellservices für Pizza & Co. zu erobern.“ Ein hehres Ziel, bei dem Hauptkonkurrent Pizza.de (www.pizza.de), das bereits seit zehn Jahren am Markt und klarer Marktführer ist, das Angriffsziel Nummer eins sein dürfte.

Tengelmann, das schon häufiger mit Holtzbrinck Ventures investiert hat (zum Beispiel bei Zalando oder auch bei YouTailor) und bei seiner Brands4Friends-Übernahme Anteile von Team Europe Ventures kaufte, überzeugte bei Lieferheld wohl vor allem das Team: „Online-Food-Delivery wird sich in Europa in den kommenden Jahren zu einem Milliardenmarkt entwickeln und Lieferheld wird in sehr kurzer Zeit einen großen Kundenstamm gewinnen. Das exzellente Team und die ambitionierte Zielsetzung, innerhalb von kurzer Zeit den Break-Even zu erreichen, haben uns überzeugt. In den USA und in UK sind bereits mehrere Food-Ordering-Services profitabel“, meint Christian Winter, Geschäftsführer der Tengelmann E-Commerce GmbH.

Lieferheld will es 2011 auf über 100.000 Nutzer bringen

Lieferheld kalkuliert bis Ende 2011 für Deutschland mit mehreren hunderttausend Nutzern, die dann langfristig gebunden und zu Wiederkäufen animiert werden sollen. Um dieses anvisierte Wachstum zu realisieren, will Lieferheld vor allem auch auf Smartphone- und iPad-Nutzer setzen. Es darf also spekuliert werden, dass Lieferheld den Branchenführer Pizza.de vor allem auf Basis neuartiger Mobile-Inhalte und mit umfangreicher Fernsehwerbung angreifen wird.

Derzeit ist Pizza.de klarer Marktführer und hat durch seine Whitelabeling-Ansätze auch bereits die Shops für große Pizza-Dienste wie Call-a-Pizza, Pizza Max oder Joey’s Pizza umgesetzt, sodass Lieferheld wohl insbesondere im lokalen Segment und hinsichtlich der verschiedenen Küchen (asiatisch, indisch, türkisch) versuchen muss zu punkten – kein leichtes Unterfangen.

Fabian Siegel im Interview: Quo vadis Lieferheld?

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Lieferheld-CEO Fabian Siegel, der zuvor Mitbegründer und ehemaliger CTO von ClickandBuy war, sieht den Markt der Bestellservices für Essen ähnlich der Entwicklung von Kleinanzeigen, wo das Geschäft mittlerweile auch fast nur noch im Netz stattfindet: „Wir stehen jetzt gerade am Beginn eines neuen Trends: Bestellservices für Pizza und Sushi zählen zu den letzten Consumer-Bereichen, bei denen das Internet noch keine relevante Rolle spielt. Das wird sich jetzt ändern! Die (R)Evolution hat begonnen, und schon in wenigen Jahren wird mehr als die Hälfte der Bestellungen online erfolgen, wie Studien für Deutschland prognostizieren“, resümiert Siegel siegelsicher, äh siegessicher

Kurz vor Bekanntwerden dieser Finanzierungsrunde, zeichnete Gründerszene passenderweise auch ein Videointerview mit Lieferheld-CEO Fabian Siegel auf, in dem dieser mit Joel Kaczmarek über die derzeitige Marktsituation, das Gerichtsintermezzo mit Pizza.de und die Roadmap von Lieferheld spricht.

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