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Westliche Musik, Games und Apps für Kunden in China, und das auch noch legal – zunächst klingt das nach einem bahnbrechenden Konzept. Mit einer siebenstelligen Summe finanziert die Beteiligungsgesellschaft des AWD-Gründers Carsten Maschmeyer das in Berlin und Peking ansässige Startup 88tc88. Offen ist die Plattform, die in dem Land Apple’s iTunes Paroli bieten will, allerdings nicht: Alle Inhalte unterliegen weiterhin der Zensur der chinesischen Führung.

88tc88: westliche Inhalte für China

Über seine Finanzierungsgesellschaft Alstin (www.alstin.de) investiert AWD-Gründer Carsten Maschmeyer eine siebenstellige Summe in 88tc88 (www.88tc88.com). Im Gegenzug erhält er „einen signifikanten Anteil“ an dem Unternehmen. Das Berliner Startup will Kunden in China den Zugang zu westlicher Musik, Spielen und Apps ermöglichen. Dabei stellt das Startup eine Plattform bereit, die vom Konzept her Apples iTunes ähnelt. Letzteres sei in dem Land noch nicht weit verbreitet, damit besteht aus Sicht von 88tc88 erhebliches Potenzial. Auf die Inhalte kann über die eigene chinesische B2C-Plattform Paishou88 zugegriffen werden.

Derzeit sei das Geschehen in dem asiatischen Land noch geprägt von illegalen Downloads, lässt sich 88tc88-Geschäftsführer Thomas Reemer bei Silicon Allee zitieren. Entsprechend nahmen Musiklabels in China im Jahr 2010 nach Angaben des Branchenverbands IFPI gerade einmal 64 Millionen US-Dollar ein. Zum Vergleich: In den USA ist der Markt 4,2 Milliarden US-Dollar groß. Das Jungunternehmen will mit seiner Plattform genau hier ansetzen und einen besseren Zugang zu legalen Inhalten bieten. Dazu habe man bereits Abkommen mit mehreren Musik-Labels, Künstlern und Vertrieben getroffen – welche im Einzelnen dies sind, wollte Reemer aber nicht verraten.

Zensur mit inbegriffen

Mit den Alstin-Mitteln soll nach dem relativ aunauffälligen Start von Paishou88 nun die Expansion der 88tc88-Plattform in China voran getrieben werden. Das Beteiligungsunternehmen (Abkürzung von Alternative Strategic Investments) war erst Ende April mit einem Investment von 2,7 Millionen Euro in das Kassensystem Orderbird aktiv geworden.

Offen ist die 88tc88-Plattform dabei allerdings nicht, denn jeglicher Inhalt unterliegt der strikten Zensur der chinesischen Führung – anders lässt sich legales Geschäft in dem Land allerdings auch nicht betreiben. Nach eigenen Aussagen war Reemer zudem beim Aufbau des sogenannten Green Dam Projekts involviert, einer Software zur Kontrolle von Internet-Inhalten in dem Land. Der Berliner Jungunternehmer sieht darin nichts Verwerfliches: Das Land befinde sich im Umbruch und die Software diene dazu, diesen möglichst sanft zu gestalten.