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Myspace wird Musik-Spielwiese

Wie bereits Ende November 2012 angekündigt, wagt Myspace mal wieder einen kompletten Neuanfang. Und eins stellt die neue Plattform dabei schon beim Anmeldeprozess und der Möglichkeit des Logins über Facebook klar: Myspace konkurriert keineswegs mehr um den Social-Network-Thron, sondern hat sich ganz seinem Musik-Aspekt verschrieben.

Im Anmeldeprozess wählt der Nutzer zuallerst aus, mit welchen Beschreibungen er sich am ehesten identifizieren kann – etwa Musiker, Filmemacher oder Fan – um danach abschließend optional eine kurze Personeninfo, ein Profilbild und die Sichtbarkeit des Profils zu hinterlassen. Und da ist sie dann, die schöne neue Myspace-Welt. Ein Spielplatz um etwa neue Musik kennenzulernen, auf Knopfdruck zu streamen, sich mit seinen Lieblingskünstlern zu vernetzen und so künftig mit dessen Updates, Bildern und Videos versorgt zu werden und Empfehlungen zu erhalten.

Wackeliger Start, Inhalte ansprechend aufbereitet

Noch klappert es hier und da etwas. Die Musik dröhnt teilweise blechern und in gefühlt geringer Bitrate aus dem Player, verlinkte Seiten werden mit einem 404-Fehler zurückgegen, angepriesene Alben enthalten keine oder kaum Songs, von fehlenden Covern ganz zu schweigen und das Design scheint nicht an jeden Browser angepasst. Insgesamt wird der fette Aufdruck mit „Beta“ vergebens gesucht. Auch die Überpräsenz von Myspace-Inhaber Justin Timberlake und dessen aufdringlicher Wunsch dessen neue Single zu streamen nervt.

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Dennoch wirkt die Seite insgesamt sehr frisch und der überwiegend bildlastige Inhalt, das ansprechende Design und auch die redaktionell erstellten Inhalte machen Lust auf Entdeckungstour zu gehen. Fragt sich nun, wen genau Myspace mit diesem Dienst ob all der Konkurrenz ködern kann und ob Nutzer bereit sind, sich nochmal der sich ewig im Wandel stehenden Plattform anzunähern.

Dennoch wird Myspace noch immer als Marke angesehen und der Reiz des immer Neuen könnte ebenso gut Benutzer animieren, ihre alten Accounts zu reaktivieren. Neue Nutzer könnte zudem der schnelle Zugang zu ansprechend aufbereiteten aggregierten Inhalten locken. Längerfristig hegt die Plattform zudem den Wunsch, Spotify Konkurrenz zu machen. Deren eher konservative Art neue Musik und Hintergründe zu präsentieren könnte Nutzer durchaus auf Myspace überspringen lassen.