NumberFour, Number Four, Index Ventures

Bei manchen Unternehmen beschleicht einen schon vor ihrem eigentlichen Start das Gefühl, dass es etwas Großes sein könnte, an dem dort hinter verschlossenen Türen gearbeitet wird. Wenn ein erfahrener Gründer an einem Thema werkelt, dessen Markt groß und viel versprechend ist und dann auch noch ein großer Investor an Bord kommt, sind die Chancen für einen unternehmerischen Erfolg groß. NumberFour (www.numberfour.eu) ist solch ein Unternehmen. Geführt von Open-Office-Gründer Marco Boerries will NumberFour so etwas wie ein SAP für kleine Unternehmen werden. Laut Informationen von Gründerszene wird NumberFour dabei ab sofort von Index Ventures (www.indexventures.com), einem der größten VCs in Europa, unterstützt.

Index setzt auf NumberFour

Was genau zwischen dem britischen VC Index Ventures und dem Berliner Software-Unternehmen bisher an monetären Zuwendungen erfolgte, ist unklar. Index, das sich anscheinend nun auch verstärkt für die Berliner Internetszene interessiert, lud in der letzten Woche zu einem Unternehmerdinner, auf dem auch NumberFour als Investment erwähnt wurde. Zu welcher Form der Finanzierung es kam, will der britische Geldgeber allerdings nicht verraten und auch seitens NumberFour lassen sich bisher keine Statements gewinnen.

Bisher ist Index auf dem deutschen Markt beim Musikdienstleister SoundCloud (www.soundcloud.com), dem Advertising-Netzwerk Adconion (www.adconion.com) und einigen anderen eher technisch motivierten Unternehmen investiert. Index Ventures setzt bei seinem Portfolio auf skalierbare Unternehmen (wie eigentlich jeder VC), die mit innovativen, mutigen Ideen unterwegs sind. Index darf insofern also wohl als risikofreudiger als andere Investoren gelten und dürfte nicht nur von NumberFours inhaltlichem Ansatz, sondern auch von der Person Marco Boerries überzeugt worden sein.

Marco Boerries entwickelt seit 25 Jahren Software und startete 1985 in Lüneburg die Textverarbeitungssoftware StarWriter, die später unter dem Namen Star Office und schließlich als OpenOffice bekannt wurde (siehe auch Gründerszenes Interview mit Marco Boerries). Nach seinem lukrativen Exit an Sun konnte Boerries anschließend umfangreiche Erfahrungen im Business-Work-Bereich sammeln und präsentiert sich als sehr IT-affiner Unternehmer mit Sinn für die technischen Aspekte verschiedener Software-Lösungen.

Als Unternehmer, der schon 1999 erste Demos einer Lösung präsentierte, die dem gleich kommen, was Google später als Google Docs umsetzte, gehört Boerries wohl zu den sehr innovativen Denkern mit einem Gespür für Software-Entwicklung. Seit dem Start von NumberFour vor rund zwei Jahren ist der Hamburger auf verschiedenen Konferenzen als Juror und Speaker unterwegs.

NumberFour soll ein “SAP für Arme” werden

Was genau es mit der Number Four AG auf sich hat, ist bisher ein Geheimnis, das das Team rund um Gründer und CEO Marco Boerries gut hütet. Im Gespräch mit Gründerszene sprach Boerries bisher davon, dass es sich um ein “SAP für Arme” handeln soll, um einen Software-Anbieter, der kleinen Unternehmen bis 20 Mitarbeitern dabei hilft, ihr Geschäft zu betreiben. In Zeiten des Internets, da es keine Versionen mehr gäbe, sondern ein Unternehmen präsent ist und funktioniert oder eben nicht, wolle Marco Boerries noch nicht zu viel über die kommenden Inhalte verraten.

Welchen Prozess sich das Berliner Unternehmen in diesem sehr fragmentierten Markt ausgesucht hat, wird also vorerst nicht klar. Aber die Tatsache, dass ein erfahrener Unternehmer wie Marco Boerries, der für Yahoo! die Aktivitäten in Sachen Mobile, Desktop und TV betreut und zehn Jahre im Silicon Valley gelebt hat, seit September 2009 an NumberFour arbeitet, zeigt, dass es ein ernstes und vielversprechendes Unterfangen werden dürfte, dem sich NumberFour verschrieben hat. Immerhin verschlingen zwei Jahre komplexe Software-Entwicklung auch einiges an finanziellen Mitteln.

In einem privaten Gespräch auf der Next verriet Marco Boerries gegenüber Gründerszene, dass NumberFour das spannendste Projekt seiner Karriere sei. Was genau die cloudbasierte Lösung aus Berlin bereit hält, dürfte also interessant werden – für Bewegung ist anscheinend schon jetzt gesorgt und wenn sich das Investment von Index bestätigen sollte, wohl auch für die notwendige finanzielle Absicherung.

Bildmaterial: Doctor_bob, Ardelfin